Aktuelle Meldungen

02.07.2018

Flussseeschwalben erleben eine tolle Saison

Flussseeschwalbe
Das 3000. Küken, das seit Beginn des Projektes beringt wurde
(© Stefan R. Sudmann)

Flussseeschwalben gehören ohne Zweifel zu den erstaunlichsten Vögeln Nordrhein-Westfalens. Ihre weiten Reisen lassen jeden fernwehgeplagten Menschen neidisch werden. Viele verbinden diese Vögel mit den Küsten, dabei sind sie - wenn auch seltene und gefährdete - Brutvögel unseres Bundeslandes. Die größten Kolonien bei uns gibt es am Niederrhein. Das schöne Sommerwetter dieses Jahr haben die Vögel genutzt, um außergewöhnlich erfolgreich ihre Küken aufzuziehen. Jetzt, Anfang Juli, sind bereits die ersten Jungvögel ausgeflogen. Da nur wenige Todesfälle bei den Küken auftraten, werden bald deutlich über 200 Junge die Reise nach Afrika antreten. So viele sind in NRW in den letzten 200 Jahren nicht erbrütet worden.

Das Flussseeschwalben-Projekt am Niederrhein wird von Barbara C. Meyer und Stefan R. Sudmann seit 1991 durchgeführt und ist sicherlich vielen in unserem Verein gut bekannt. Die beiden aktiven NWO-Mitglieder kümmern sich um den Schutz der Art, ermitteln Bestände und deren Veränderung, erforschen die Ökologie und Populationsbiologie der Flussseeschwalben, beteiligen sich an internationalen Forschungsprojekten und beringen aus diesen Gründen auch regelmäßig Jungvögel. In diesem Jahr wurde nun bereits das 3000. Küken seit Projektbeginn beringt! Hoffen wir, dass „Nr. 3000“ die Reise ins Winterquartier gut übersteht und als Altvogel vielleicht sogar auf einem Floß am Niederrhein erfolgreich zur Brut schreiten wird.

Barbara und Stefan haben nun einen unbedingt lesenswerten Blog gestartet, bei dem man nicht nur ganz viel Wissenswertes über das Leben der Flussseeschwalben erfährt. Auch die Herausforderungen des praktischen Schutzes der eleganten Flieger werden beleuchtet. Und natürlich fehlen auch nicht zahlreiche herausragende Bilder der schönen Vögel. Der Blog ist zweisprachig (Englisch und Deutsch) und gleichzeitig eine Bewerbung für einen Förderpreis - wer möchte, kann selbstverständlich für das Flussseeschwalbenprojekt votieren.

 

 

02.07.2018

Zusammenfassung der Roten Listen der Vögel NRWs

Rohrschwirl
Der Star steht auf der Roten Liste der Brutvögel (© Hans Glader)

Im letzten Jahr erschienen die neuen Roten Listen der Brutvögel und der wandernden Vogelarten Nordrhein-Westfalens im Charadrius. Die ausführlichen Publikationen enthalten unzählige Details und Hintergründe und sind eine detaillierte Analyse des Zustandes der Vogelwelt unseres Bundeslandes. Vor diesem Hintergrund ist eine kürzere Zusammenfassung, die die wesentlichen Punkte und Änderungen zu früheren Roten Listen hervorhebt, ein konsequenter Schritt. Die Zusammenfassung erschien nun in „Natur in NRW“, der Zeitschrift des LANUV. Die Federführung übernahm dankenswerterweise Peter Herkenrath.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen. Das Heft mit diesen und weiteren lesenswerten Artikeln kann auf der Homepage des LANUVheruntergeladen werden.

 

 

01.07.2018

Vogel des Monats Juli 2018 - Die Rohrschwirle von Krickenbeck

Rohrschwirl
Rohrschwirl aus Krickenbeck im Museum A. Koenig (© Kathrin Schidelko & Darius Stiels)

„Eine interessante Fahrt, diese Entdeckungsreise: 4,5 Stunden Bahnfahrt (3x umsteigen), dann im Automobil eine weite Strecke, Aufnahme und Nachtlager, Essen etc. bei Sr. Erlaucht, Graf von Schaesberg auf Schloss Krickenbeck, Fusswanderung, Heide, Sumpf, dann Wasser bis an die Kniee, 4 Stunden lang darin umher, völlig durchnässt, Sturm u.s.w. Also die verwickeltsten Umstände...“, dann hatten die Ornithologen die ersten Rohrschwirle Deutschlands gesammelt. Das war 1904.

Die Geschichte der Rohrschwirle erzählt Eckhard Möller nun als „Vogel des Monats Juli 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO. Mit Fotos von Bernhard Walter, Hans-Georg Wende sowie Kathrin Schidelko und Darius Stiels.

 

 

25.06.2018

Stellungnahme der NWO zur geplanten Novellierung des Landesjagdgesetzes 2018

Turteltaube
Soll u.v.a. wieder ins Jagdrecht aufgenommen werden: Turteltaube
(© Darius Stiels)

Die nordrheinwestfälische Landesregierung plant in Kürze eine Novellierung des erst unter der Vorgängerregierung reformierten Landesjagdgesetzes. Die bisherigen rechtlichen Regelungen galten bundesweit als besonders fortschrittlich, berücksichtigten sie doch in starkem Maß naturschutzfachliche Erkenntnisse, die in den letzten Jahrzehnten gewonnen wurden. Die nun bekannt gewordenen Pläne stellen jedoch einen deutlichen Schritt zurück dar und haben potentiell massive negative Auswirkungen auf den Natur- und Artenschutz in NRW. Die NWO hat aus diesem Grund einen Brief mit den wichtigsten Kritikpunkten, insbesondere aus Sicht des Vogelschutzes, an das Landesumweltministerium verfasst. Wir hoffen, dass diese Aspekte berücksichtigt werden und dadurch die vielen möglichen negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt, die mit der Novellierung verbunden wären, abgeschwächt werden. Der Brief an Frau Ministerin Ursula Heinen-Esser kann hier heruntergeladen werden.

11.06.2018

NWO-Exkursion 2018 in den Nationalpark Eifel

NWO-Exkursion 2018
NWO-Exkursion auf die Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel
(© Darius Stiels)

Am Sonntagvormittag trafen sich rund 60 naturinteressierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Parkplatz der Dreiborner Hochfläche im bisher einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens. Sönke Twietmeyer vom Nationalpark Eifel und aktives NWO-Mitglied leitete uns über einen abwechslungsreichen Rundweg über den ehemaligen Truppenübungsplatz, von dem zahlreiche Bereiche mittlerweile dem Prozessschutz unterliegen, während andere gemanagt werden. Die offenen Bereiche mit hohem Gras und teils abgestorbenen Ginsterbüschen beherbergten eine spannende Vogelwelt – Neuntöter, Feldlerchen, Schwarzkehlchen und Wiesenpieper kommen hier in beeindruckenden Dichten vor und präsentierten sich zusammen mit Goldammern und kreisenden Rotmilanen den Beobachtern teils auf geringe Entfernung. Hier leben auch Orpheusspötter und Wendehälse, die allerdings zur Mittagszeit nicht zu entdecken waren. Umso beeindruckender war die Vielzahl an Schmetterlingen, die auf den Offenlandflächen zu beobachten waren. Zum Abschluss sorgte ein kurzer Regenschauer für Abkühlung, so dass einige nach der Exkursion die Heimreise antraten, während andere das Bistro auf Burg Vogelsang aufsuchten und den Nachmittag gemeinsam ausklingen ließen, während an den Scheiben Wespenbussard und Schwarzmilan vorbeisegelten.

Wir danken ganz herzlich Sönke Twietmeyer und allen Organisatoren für den abwechslungsreichen Tag. Weitere Fotos gibt es wie gewohnt auf unserer Facebookseite.

06.06.2018

Vogel des Monats Juni 2018 - Die Alpenbraunelle von Oberhausen

Alpenbraunelle
Die Alpenbraunelle von Oberhausen
(© Daniel Hubatsch)

Es war am 30. April 2018, als Sjoerd Lubbers aus den Niederlanden den Gasometer in Oberhausen besuchte, um sich die aktuelle Ausstellung über die Alpenwelt mit dem Titel „Der Berg ruft“ anzusehen. Er konnte nicht ahnen, dass dieser Ruf auch noch von einem anderen Lebewesen gehört wurde. Denn als er einen kleinen Gang auf dem Gelände machte, fand er dort einen Vogel, der den Gasometer wohl mit einem Berg aus seiner Heimat verwechselt hatte: eine Alpenbraunelle (Prunella collaris)!

Die Geschichte dieses Vogels erzählt Klaus Hubatsch nun als „Vogel des Monats Juni 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO. Mit Fotos von Daniel Hubatsch.

 

 

21.05.2018

NWO-Erklärung zum Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung

Am 25. Mai tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU in Kraft. Auch die NWO hat sich des Themas angenommen und der Vorstand hat eine Erklärung verfasst. Mit dem Versand der nächsten NWO-Mitteilungen wird der Vorstand die Mitglieder bitten, ausdrücklich ihr Einverständnis zu erklären, dass ihre Daten für die satzungsgemäßen Zwecke der NWO genutzt werden dürfen.

Die Erklärung des Vorstandes kann hier vollständig nachgelesen werden.

09.05.2018

Vogel des Monats Mai: Der Bindenstrandläufer von Münster

Bindenstrandläufer
Bindenstrandläufer 1980 in den Rieselfeldern (© Anonymus)

Nach fast vierzig Jahren wurde es höchste Zeit für eine kleine Veröffentlichung über Deutschlands ersten Bindenstrandläufer, der im August 1980 in den Rieselfeldern in Münster entdeckt worden war. Erst kürzlich sind jahrelang verschollene, grobpixelige Belegfotos wieder ausgegraben worden, die diesen Beitrag erst möglich machten. Wer der Entdecker war, liegt ebenso im Dunkeln wie derjenige, der ihn dann als Bindenstrandläufer identifizierte.

Die Geschichte des Bindenstrandläufers von Münster wird jetzt von Paul Mann als „Vogel des Monats Mai 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommision der NWO erzählt.