Aktuelle Meldungen

07.08.2017

NWO-Mitteilungen Nr. 45 erschienen

Unsere aktuellen NWO-Mitteilungen (Nr. 45) sind gerade erschienen und wurden an unsere Mitglieder verschickt. Es gibt zahlreiche interne und externe Neuigkeiten und wichtige Informationen aus Ornithologie, Vogelschutz und Naturschutzpolitik. Bringen Sie sich auf den neuesten Stand über unsere Arbeitsgruppen - die neuen AGs Neozoen bzw. Gebäudebrütern stellen sich vor und suchen MitstreiterInnen. Die AG Greifvögel berichtet ausführlich und kündigt Ihr nächstes Treffen mit vielen spannenden Vorträgen an.

Informationen gibt es auch zur Flussseeschwalbe in NRW oder zum Thema Windkraft und Vogelschutz. Zahlreiche aktuelle Mitteilungen kommen natürlich auch nicht zu kurz. Wer unsere diesjährige letzte Mitgliederversammlung verpasst hat, kann im ausführlichen Protokoll noch mal alle wesentlichen Punkte nachlesen. Zücken Sie außerdem Ihre Terminkalender - zahlreiche anstehende Termine in den nächsten Wochen und Monaten runden wie gewohnt unsere Mitteilungen ab.

Übrigens, auch ältere Ausgaben sind frei verfügbar und können hier heruntergeladen werden.

01.08.2017

Rekordjahr für die Flussseeschwalbe in NRW

Flussseeschwalbe
Erstmals brüteten 2017 mehr als 200 Flussseeschwalbenpaare in NRW
(© Stefan R. Sudmann)

Flussseeschwalben gehören zu den seltensten Brutvögeln Nordrhein-Westfalens. Ihr Vorkommen ist aktuell auf den Unteren Niederrhein und die Weseraue beschränkt. Vor allem der Mangel an Brutplätzen - natürlicherweise ungestörte, natürliche Ufer entlang größerer Flüsse und Ströme - ist ein Gefährdungsfaktor. Die Art brütet aber auch auf Inseln und speziellen Brutflößen. Weitere Informationen zur Flussseeschwalbe in NRW gibt es im Brutvogelatlas.

Schon seit vielen Jahren kümmern sich Barbara C. Meyer und Stefan R. Sudmann intensiv um den Schutz dieses eleganten Zugvogels. Die beiden können uns nun fantastische Nachrichten von ihren Kontrollen am Niederrhein übermitteln: „Es war eine sehr erfolgreiche Saison bei den Flussseeschwalben. Erstmals brüteten mehr als 200 Paare in Nordrhein-Westfalen! Der Großteil am Niederrhein, aber auch 15-20 Paare auf einem Brutfloß an der Weser. Mit 61 Brutpaaren auf einem Floß wurde ein weiterer neuer Rekord aufgestellt. In den Kreisen Kleve und Wesel haben wir 255 Küken beringt - mehr als jemals zuvor in einem Jahr. Der Reproduktionserfolg war gut und lag bei mehr als einem Küken pro Paar. Der Großteil der Familien befindet sich nun auf der Wanderung nach Westafrika.“

Und auch die Zukunftsaussichten waren selten so gut, so die beiden Seeschwalben-Experten aus dem Kreis Kleve:

„Auch die Zukunft scheint gesichert, da seit heute die Zusicherung für drei neue Flöße vorliegt: Neben der Wiederbelebung eines ehemaligen Koloniestandorts wird ein weiterer mit einem zusätzlichen Floß gestärkt und hoffentlich ein neuer etabliert. Spätestens 2020 könnte ein weiterer deutlicher Bestandszuwachs erfolgen, wenn der diesjährige Rekordjahrgang aus Afrika zurückkehrt und in NRW brütet.“

Herzlichen Dank an Barbara und Stefan für ihren tollen Einsatz!

21.07.2017

Silberreiher aus Polen im Rheinland

Silberreiher
Silberreiher nehmen weite Wege in Kauf, um ins Rheinland zu kommen
(© Kathrin Schidelko)

Zwischen November 2016 und März 2017 hielt sich am Klärteich A in der Grube Vereinigte Ville östlich von Erftstadt-Kierdorf im Rhein-Erft-Kreis regelmäßig ein Silberreiher auf. Hermann-Josef Schmaus konnte ihn dort unzählige Male beobachten. Er bemerkte dabei, dass der Vogel einen gelben Farbring trug. Michael Kuhn recherchierte die abgelesenen Ringdaten und konnte Folgendes in Erfahrung bringen: Der Silberreiher wurde am 12.06.2012 als Nestling im Nordosten Polens beringt, nordwestlich von Bialystok. Die Entfernung zum Rhein-Erft-Kreis beträgt 1150 km.

Eine ähnliche Ablesung gelang Hajo Kobialka in der Weseraue im Landkreis Holzminden in Niedersachsen - knapp 70 Meter von NRW entfernt. Der Silberreiher, dessen gelben Farbring er am 04.12.2012 ablesen konnte, wurde am selben Ort und am selben Tag beringt. Die Entfernung zwischen Beringungs- und Ableseort betrug 901 km.

07.07.2017

Vogel des Monats Juli: Der Sandstrandläufer von der Bislicher Insel

Sandstrandläufer
Der Sandstrandläufer von der Bislicher Insel
(© Detlef Gruber)

Viel Aufregung und Hektik brach aus, als im Verlauf des 21. August 2015 die Nachricht die Runde machte, dass nahe bei Wesel ein extrem seltener Gast aus Amerika entdeckt worden war. Etliche Birder schafften es noch gerade so, vor der Abenddämmerung am Ort zu sein. Es konnten schnell noch einige Belegfotos per Digiskoping angefertigt werden. Vermutlich ist der Sandstrandläufer dann abends in der Dämmerung abgezogen. Am nächsten Tag konnte er trotz weiträumiger Nachsuche nicht mehr gefunden werden....

Die Geschichte des Sandstrandläufers von der Bislicher Insel wird jetzt von Detlef Gruber erzählt als "Vogel des Monats Juli 2017" auf der Homepage der Avifaunistischen Kommision der NWO.

03.07.2017

NWO-Exkursion NSG Großes Torfmoor am 2. Juli 2017

Torfmoor
Ernst-Günter Bulk und die NWO-Gruppe im Großen Torfmoor
(© Veronika Huisman-Fiegen)

Als sich morgens gegen 10 Uhr 26 Mitglieder und Gäste aus nahezu allen Teilen von Nordrhein-Westfalen zur diesjährigen NWO-Exkursion vor dem Moorhus am NSG großes Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke trafen, war die Wetter-Welt noch in Ordnung. Ernst-Günter Bulk vom NABU Minden empfing die große Gruppe und erzählte, welch lange und intensive Beziehung er zu der Landschaft direkt nördlich des Wiehengebirges habe. Seine ersten Erinnerungen reichen zurück bis in die 1940er Jahre…

Auf der Rundwanderung berichtete er immer wieder von den Erfahrungen und Erlebnissen im langen Kampf um die Unterschutzstellung des Gebietes, um den Stopp der Entwässerungen, um die Entfernung des massiven Birkenaufwuchses, um die Beruhigung des Innenbereichs, um die Einschränkung der Jagd und vieles mehr. Entstanden ist in jahrzehntelanger Arbeit der Beteiligten ein erstklassiges Naturschutzgebiet, das mit der ersten Brut von Kranichen in Nordrhein-Westfalen gekrönt wurde.

Dann setzte stundenlanger feiner Nieselregen ein, und die Sicht wurde herbstlich grau. An Thermik und Greifvögel war nicht zu denken. Trotzdem konnten wir einige interessante Arten hören und sehen wie Rohrammern, Baum- und Wiesenpieper, Schwarzkehlchen, einen Trupp von 10 überfliegenden Brachvögeln, Rohrweihe, Sturm- und Lachmöwen, Krickenten, Dorn-, Garten- und Mönchsgrasmücken, Weißstörche, mindestens 4 Waldwasserläufer, Gelbspötter, Rotmilan, Teichrohrsänger.

Torfmoor
Weite Landschaft im Großen Torfmoor
(© Barbara C. Meyer)

Nass und nasser wurde der Weg. Eine Rast in der NABU-Hütte am Schafstall war hochwillkommen. Der Rest der Strecke war gegen den Wind und Regen nicht sehr angenehm, aber dann nahm uns der Wald auf. Als wir den Westturm erreichten, klarte das Wetter ein wenig auf. Die tapferen Beobachter wurden mit guter Sicht auf einen BVB-gelben Pirol belohnt, kurz danach folgte noch ein Kleinspecht. Insgesamt eine runde Sache mit vielen anregenden Gesprächen und interessanten Informationen, die nach Wiederholung ruft. Und großer Dank gilt den Organisatoren, allen voran Ernst-Günter Bulk aus Lübbecke, der uns die weite Welt des Moores und seine Geschichte so anschaulich nahegebracht hat.

Heißer Kaffee und süßer Kuchen im Moorhus rundeten am Ende die Exkursion ab.

Eckhard Möller

ps Weitere Fotos von der Exkursion auf Facebook

28.06.2017

Sommergänsezählung steht bevor

Nilgans
Nilgänse mit Nachwuchs
(© Darius Stiels)

Am übernächsten Wochenende (8./9. Juli) findet die siebte landesweite „Sommergänsezählung“ in NRW statt. Wir hoffen, dass auch dieses Jahr wieder alle dabei sind und wir die sehr gute Abdeckung aus den Vorjahren beibehalten können. 2016 war noch einmal eine Steigerung gegenüber 2015. Falls der Termin am Wochenende gar nicht passt, ist es auch möglich am Freitag, 7. Juli oder am Montag, 10. Juli zu zählen. Wenige Tage vorher oder nachher ist es auch noch notfalls möglich, wir beabsichtigen aber die Zählung so synchron wie möglich durchzuführen.

Die Zählmethodik hat sich gegenüber den vergangenen Jahren nicht geändert. Wichtig ist vor allem:

- Tagsüber zählen (09:00 - 18:00 Uhr)
- Alle Gänsearten erfassen, auch „Halbgänse“ und Hybriden (also auch Brandgans, Rostgans, Nilgans, Kanadgans x Graugans etc.)
- Soweit möglich Altersangaben machen, d.h. zwischen Adulten, Diesjährigen und Pulli unterscheiden, damit der Bruterfolg bestimmt werden kann

Die Ergebnisse können am einfachsten punktgenau oder gebietsweise über ornitho gemeldet werden. Nullmeldungen können durch die Eingabe der Anzahl 0 für die Graugans gekennzeichnet werden. Naturalist-Nutzer sollten ergänzende Angaben daheim am Rechner ausfüllen. Alternativ kann natürlich auch der Zählbogen verwendet werden.

Sollten Sie dieses Jahr nicht mitmachen können, bitten wir um eine kurze Rückmeldung, damit wir Ersatz suchen können. Auch bei Fragen und Bemerkungen könnt Ihr uns gerne Bescheid geben. Weitere Infos, Kontakte und den Bericht zur letzten Zählung gibt es auf unserer AG-Seite.

Viel Spaß beim Zählen und Danke für Eure/Ihre Mitarbeit

Kees Koffijberg

04.06.2017

Weißstörche in NRW - Einladung zur Fachtagung am 24.06.2017

Weissstorch
Weißstörche auf Nahrungssuche
(© Darius Stiels)

Der Weißstorch steht als einer der wichtigsten Flaggschiffarten des Vogelschutzes zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit und der Medien. Er war bereits zweimal Vogel des Jahres. Die populäre Art stand um 1990 kurz vor dem Aussterben in Nordrhein-Westfalen. Seitdem etabliert sich eine neue Population verbunden mit einer deutlichen Arealerweiterung in NRW. Auf der Storchentagung präsentieren Expertinnen und Experten aktuelle Ergebnisse zur regionalen und landesweiten Bestandsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Weitere Themen sind Zugverhalten, Beringung, Schutzmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit. Die NWO organisiert die Tagung gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV).

Anmeldeschluss ist der 16. Juni 2017. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Organisatoren um eine frühzeitige Anmeldung. Der Tagungsbeitrag beträgt 25 €. Die Anmeldung erfolgt über die NUA - alle weiteren Informationen zum Programm sowie Anmeldebogen finden Sie übersichtlich in unserem Flyer.

Weitere Informationen zum Weißstorch in NRW gibt es bei unserer AG Weißstorch.

01.06.2017

Die Brandseeschwalben von NRW - Vogel des Monats Juni 2017

Brandseeschwalbe
Brandseeschwalbe
(© Andrew Easton, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sandwich_Tern_perched.jpg)

Es war am 27. Juli 1994, als Armin Deutsch gegen Abend in den Rieselfeldern in Münster unterwegs war. Plötzlich hörte er eine Seeschwalbe deutlich und durchdringend zweisilbig rufen, es klang wie „kirrr-eck“. Der Sound erinnerte etwas an Rebhuhn-Rufe. Zuerst war der Vogel nicht zu sehen, weil Brennnesseln davor waren. Kurze Zeit später gelang der Sichtkontakt ...

Die Geschichte der Brandseeschwalben von NRW wird jetzt von Eckhard Möller erzählt als "Vogel des Monats Juni 2017" auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission - mit einem Foto von Eckhard Lietzow.