Aktuelle Meldungen

10.04.2018

Vogel des Monats April: Der Alpensegler von Minden

Gänsegeier
Alpenseglerreste am Brutplatz des Wanderfalken (© Gerhard Neuhaus)

Seit über 10 Jahren haben Wanderfalken Falco peregrinus den Turm der St. Marienkirche in Minden als Brutplatz (mit Bruterfolg) ausgewählt, wo sie in einer Mauernische ihre Jungvögel großziehen.

Zur Sicherheit vor Steinmardern haben Vogelschützer von der AG Natur Bad Oeynhausen die Mauernischen im Turminnenbereich verkleidet und gleichzeitig mit einer Kontrollklappe ausgestattet. Zur Brutzeit, aber auch bei späteren Turmbesteigungen werden alle sechs Nischen vorsichtig geöffnet und auf Besonderheiten kontrolliert.

Bei einer Besichtigung am 30. November 2017 bestiegen wir den Turm der Marienkirche, um die Möglichkeit von Filmaufnahmen während der Zeit nach dem Schlupf der Jungvögel in 2018 zu prüfen. Zu unserer großen Überraschung fanden wir, als wir die kleine Klappe zu der Brutnische öffneten, mitten im Bild Reste eines uns nicht sofort bekannten Vogels. Er hatte sehr lange schmale Flügel, Zehen nahezu „ohne Beine“ und – einen reinweißen Bauch. Es war ganz klar ein Segler, und zwar ein Alpensegler Apus melba.

Die Geschichte des Alpenseglers von Minden wird jetzt von Gerhard Neuhaus als „Vogel des Monats April 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommision der NWO erzählt.

24.03.2018

„Seltene Vögel in NRW“ jetzt auch bei der Geschäftsstelle erhältlich

Ab sofort in der Geschäftsstelle erhältlich: Seltene Vögel in NRW

Das kürzlich erschienene Buch „Seltene Vögel in NRW“ kann ab sofort auch über die NWO-Geschäftsstelle bestellt werden. Dies war bisher nur über das LWL-Museum für Naturkunde in Münster möglich. Zum Preis von 24,90 € (zuzügl. 6,99 € Versandkosten) ist es jetzt auch bei der NWO erhältlich, zu bestellen bei Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld, Tel. 0 21 51 / 56 12 27, Mail: Veronika Huisman-Fiegen (huisman-fiegen@nw-ornithologen.de). Das Buch beschreibt auf 420 Seiten beinahe 300 Vogelarten, die nicht regelmäßig in NRW brüten und nur als Ausnahmeerscheinung zu bewundern sind. Die NWO ist Mitherausgeber des Buches.

05.03.2018

Feldvögel, Höhlenbrüter und Digiskopie: Erfolgreiche Jahrestagung

Bei gut gefülltem Tagungsraum berichtet Eckhard Möller von der Avikom, Kraniche ziehen in der Mittagspause über die Tagungseilnehmer (© Kathrin Schidelko)
Die Gewinner des Vogelquiz, Jo Weiss kündigt den Vortrag von Martin Flade an, Tagungsteilnehmerinnen in der Mittagspause (© Kathrin Schidelko)

Gestern war es wieder soweit: Die NWO hat ihre alljährliche Mitgliederversammlung und Jahrestagung abgehalten. Traditioneller und günstig gelegener Veranstaltungsort war die Natur- und Umweltakademie Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen.

Das kurze Vormittagsprogramm bestand natürlich aus der Mitgliederversammlung. Notwendige Wahlen standen an: Stefani Pleines wird unsere neue Schatzmeisterin. Sie war in der Vergangenheit bereits in verschiedenen Posten in der NWO aktiv und wir freuen uns, sie auch offiziell wieder an Bord zu haben und gratulieren herzlich. Marie-Theres Helmers gibt den Posten der Schatzmeisterin nach vielen Jahren ab. Vielen, lieben Dank für Dein großes Engagement, Helmi!!! Außerdem wurde Patrick Kretz als neuer Leiter der AG Möwen bestätigt. Er folgt auf Jörg Nowakowski, der dieses Amt viele Jahre inne hatte und dem daher ebenfalls unser Dank gebührt. Der diesjährige NWO-Preis wird an Michael M. Jöbges verliehen. Ein ausführlicher Bericht wird nach der Preisübergabe erfolgen, die am 02.12.2018 auf dem Adventskolloquium stattfinden wird.

Das Vortragsprogramm startete mit dem reich bebilderten und aufregenden Bericht der Avikom, den Eckhard Möller begeistert vortrug. Peter Herkenrath hielt die Teilnehmer über neue Entwicklungen in den nordrhein-westfälischen Vogelschutzgebieten auf dem Laufenden. Beim Vogelquiz, das dieses Jahr Michael Schmitz organisiert hatte, durften dann alle ihre Bestimmungskenntnisse auf die Probe stellen. Am Ende gewann Tobias Rautenberg mit großem Abstand vor Axel Müller und Jörg Krämer.

Die Mittagspause wurde nicht nur für Suppe und Kuchen genutzt, sondern viele TeilnehmerInnen verbrachten die Zeit am ersten echten Frühlingstag draußen - eine gute Entscheidung, zogen doch Kraniche und Kiebitze über die NUA und die lokalen Mäusebussarde zeigten ihre beeindruckenden Balzflüge. Das Nachmittagsprogramm war sicherlich für viele der Höhepunkt der Tagung. Herwig Zang aus Niedersachsen konnte beeindruckende Ergebnisse aus 45 Jahren Höhlenbrüterforschung aus dem Harz präsentieren - eine in Deutschland wohl einmalige Datenreihe über Trauerschnäpper, Kleiber und Kohlmeisen in Zeiten von Klimawandel, zwischenzeitlich hohen Schwefelemissionen und Stickstoffeinträgen in das sich verändernde Ökosystem Wald! Der Schwerpunkt der Tagung lag aber eindeutig auf dem Schutz der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Dr. Martin Flade aus Brodowin in Brandenburg gab einen umfassenden Einblick in die aktuelle Situation der Krise der Agrarlandschaft, nannte deutliche Probleme und mögliche Lösungsansätze. Danach ging es thematisch zurück nach NRW: Alexandra Schieweling von der Biologischen Station Düren berichtete über Aktivitäten zum Schutz der Grauammer in der Zülpicher Börde. Im Anschluss konnte Dr. Ralf Joest von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz in Soest und Leiter unser AG Feldvögel uns einen Überblick über den Feldvogelschutz im größten Vogelschutzgebiet NRWs geben - der Hellwegbörde. Außerdem verwies er in einem Ausblick auf die geplante landesweite Kiebitzkartierung im Jahr 2019. Dr. Jörg Kretzschmar zeigte zum Abschluss traumhaft tolle Vogelbilder und die Möglichkeiten der Digiskopie.

Zahlreiche Fotos der Tagung gibt es auf unserer Facebookseite.

04.03.2018

Vogel des Monats März 2018 - Neue Gänsesäger-Bruten in Westfalen

Seeadler
Gänsesäger mit Küken auf der Ruhr bei Binnerfeld HSK (© Barabara Hensel)

Im Register des Atlasbandes von 2002 über die Brutvögel Westfalens von 1989 bis 1994 ist der Artname "Gänsesäger" nicht zu finden. Dasselbe negative Ergebnis zeigt der dicke Brutvogelatlas von Nordrhein-Westfalen mit Kartierungsarbeiten ab etwa 2005. Im rheinischen Brut- und Wintervogelatlas von 2005 ist der Gänsesäger dagegen mit einem Brutnachweis erwähnt, weil Hermann Josef Beser und Walter Bähr Anfang Juli 1993 ein Weibchen mit zwei nicht-flüggen Jungvögeln auf dem Rhein bei Meerbusch (Kreis Neuss) beobachtet hatten.

Nun gibt es neue Hinweise auf Gänsesäger-Bruten aus Westfalen, von denen Eckhard Möller und Wolfgang Pott als „Vogel des Monats März 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO berichten. Mit Fotos von Barbara Hensel.