Aktuelle Meldungen

04.12.2016

Das Graukopf-Purpurhuhn von der Broicher Mühle - Vogel des Monats Dezember

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Das Graukopf-Purpurhuhn von der Broicher Mühle (© Karl Gluth, Scan vom Papierbild)

Es war am 17. August 1983, als der Angler K. Martin auf dem Broicher Weiher bei Würselen-Euchen nördlich von Aachen einen ungewöhnlichen Vogel entdeckte. Der Weiher ist ein rund 250m langes und 50m breites Angelgewässer mit damals einigen größeren Schilfinseln. Martin konnte den Vogel richtig als Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) bestimmen. Die große Ralle wurde fotografiert und sogar gefilmt. Sie war grauköpfig, trug keinen Ring, war voll flugfähig, scheu und kam nur am frühen Morgen und in der Abenddämmerung aus dem Schilf...

Die gesamte Geschichte des Graukopf-Purpurhuhns von der Broicher Mühle wird jetzt von Eckhard Mökker erzählt als "Vogel des Monats Dezember 2016" auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission - mit Fotos von Karl Gluth.

29.11.2016

Neue Homepage online

Die neue Homepage der NWO ist online

Endlich ist es soweit: Der neue Online-Auftritt der NWO ist freigeschaltet. Das neue www.nw-ornithologen.de präsentiert sich nicht nur in neuem Design und übersichtlicher Struktur, es gibt auch viele neue Inhalte. So wie die Herausforderungen im Vogelschutz und in der wissenschaftlichen Ornithologie in den letzten Jahren stetig zugenommen haben, wachsen auch die Anforderungen an eine Homepage. Eine moderne Webseite soll nicht nur über unsere zahlreichen Aktivitäten berichten, sondern gleichzeitig Informationsquelle und interaktive Plattform sein. Der erste große Schritt dahin ist nun getan. Unsere Neuerungen betreffen vor allem unsere Monitoringprogramme und die vielfältigen Aktivitäten in Arbeits- und Regionalgruppen, bei denen sich jede(r) einbringen kann. Es gibt aber auch umfangreiche Verlinkungen zu unseren Partnern oder Antworten auf häufig gestellte Fragen. In unseren aktuellen Meldungen finden sich weiterhin alle wichtigen Neuigkeiten und mit unserem Terminkalender haben Sie einen Überblick über die nächsten Ereignisse - von der Mitgliederversammlung bis zum nächsten Zähltermin. Wer sich über unseren Verein informieren möchte, findet weiterhin alle Informationen über Gründung, Geschichte und Satzung. Das NWO-Online-Team wünscht Ihnen viel Spaß beim Stöbern!

27.11.2016

Bioakustik lockt zahlreiche Ornis zum Adventskolloquium nach Dortmund

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Adventskolloquium 2016 in Dortmund (© Darius Stiels)

Am 1. Advent trafen sich über 80 Ornithologinnen und Ornithologen im Forum Schule, Natur und Umwelt in Dortmund zum vierten Adventskolloquium der NWO. Die Veranstaltung stand ganz unter dem Thema „Bioakustik“. Nach dem Begrüßungskaffee in geselliger Runde und der Einleitung durch Erich Kretzschmar vom NABU Dortmund und unserem Vorsitzenden Dr. Jo Weiss begannen die Vorträge. Durch das Programm leiteten Eckhard Möller und Darius Stiels. Dr. Michael Naguib von der Universität Wageningen gab eine ausgezeichnete Einführung in die Lautäußerungen der Vögel. Darüber hinaus ging er aber auch auf neue verhaltensökologische Forschungsergebnisse und aktuelle Projekte ein. Es ging fachlich weiter. Ralph Martin (Universität Freiburg i. Br.) beleuchtete eine der großen Herausforderungen in der bioakustischen Erforschung der europäischen Vogelwelt, den Fichtenkreuzschnabel mit seinen vielen unterschiedlichen Vokalisationstypen. Der Stand der Forschung wurde exzellent zusammengefasst und laufende Forschungen sollen das Rätsel der Fichtenkreuzschnäbel und ihrer Rufe in Europa nun lösen. Nach der Pause berichtete Prof. Frommolt vom Berliner Naturkundemuseum über die Möglichkeiten eines automatisierten bioakustischen Monitorings und beeindruckte die Zuhörer nicht nur durch die fachlichen Ergebnisse, sondern auch durch die abgespielten Klangkulissen aus einem nächtlichen überfluteten mecklenburgischen Polder. Jo Weiss gelang es danach, Ordnung in die verwirrende Vielfalt der Lautäußerungen heimischer Spechte zu bringen. Anhand zahlreicher Beispiele schlug er einheitliche Bezeichnungen vor. Den Abschlussvortrag gestaltete Prof. Bergmann, der nicht nur davon berichtete, wie sich die technischen Möglichkeiten in der Aufnahmetechnik im Laufe der Jahre weiterentwickelt haben, sondern zum Abschluss auch eine praktische Einführung in die verschiedenen Gänserufe gab – vor den von vielen angestrebten winterlichen Exkursionen in die Überwinterungsgebiete dieser Vögel in einigen Gebieten NRWs eine willkommene Übung. Der Tag klang danach gemütlich bei Kaffee und Kuchen aus, bevor sich die Teilnehmer mit vielen neuen Erkenntnissen und etlichen Vogelstimmen im Kopf wieder auf den Heimweg machten. Die NWO dankt allen, die durch Organisation und Hilfe, Vorträge, Diskussionsbeiträge und Teilnahme zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

08.11.2016

Haselhuhntagung

Haselhuhn
Haselhuhn in Haselstrauch (© Jo Weiss)

Am 03. und 04. November 2016 trafen sich etwa 50 Ornithologinnen und Ornithologen zu einer Fachtagung in Burbach im Siegerland, in deren Mittelpunkt einer der seltensten Brutvögel NRWs stand: das Haselhuhn . Unter dem Thema „Ein heimliches Juwel vor dem Aussterben: Nordrhein-Westfalens besondere Verantwortung für das Haselhuhn“ trugen zahlreiche Experten ihr Wissen über die Biologie und den Schutz dieser seltenen Art zusammen, darunter auch Jo Weiss, Haselhuhnspezialist der NWO.
Vorläufige taxonomisch-systematische Untersuchungen bestätigen, dass die Unterart Bonasa bonasia rhenana („Rheinisches oder Westliches Haselhuhn“) nicht nur valide ist, sondern die verbliebenen Restbestände von wenigen Ausnahmen in den Nachbarländern nahezu endemisch für unsere Region ist und NRW daher eine hohe Verantwortung trägt. Beiträge über Nachweismethoden, Übersichten über die Bestände in Deutschland, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie Vorschläge für Maßnahmen zum Schutz des Haselhuhns vervollständigten einen intensiven ersten Tagungstag, der mit einem Film über das Schwarzbrust-Haselhuhn ausklang. Begleitet wurden alle Vorträge von engagierten Diskussionen.
Die Tagung endete mit einer Exkursion in bekannte Haselhuhn-Lebensräume im Vogelschutzgebiet Burbach und Neunkirchen. Unter der Leitung von Timur Beck vom Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein und Peter Fasel von der Biostation Siegen-Wittgenstein lernten die TeilnehmerInnen geeignete Habitatstrukturen kennen und suchten nach Haselhuhnfedern, Staubbadestellen und anderen Hinterlassenschaften. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich am Ende einig, dass dringend etwas geschehen muss, um das heimliche Juwel unserer Wälder vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren. Die NWO wird sich dabei weiterhin den Schutz und die faunistische Erforschung unserer vielleicht größten ornithologischen Kostbarkeit im Land begleiten und voranbringen.