Aktuelle Meldungen

05.12.2018

Vogel des Monats Dezember 2018 - Die alte Frage: Schelladler oder Schreiadler?

Schreiadler
Charadrius Heft 1/2018 mit dem Titelfoto eines fliegenden Schreiadlers
(© Friedhelm Schnurbus)

War es ein Schelladler oder ein Schreiadler? Selbst geschossene Vögel wurden nicht selten falsch identifiziert. So erwähnt Peitzmeier in seiner „Avifauna von Westfalen“ einen im November 1914 in Birkelbach bei Erndtebrück (Kreis Siegen-Wittgenstein) getöteten Adler, der als junger weiblicher Schreiadler bestimmt worden war. Erst später wurde der Balg als Schelladler erkannt.

Die Geschichte des schwierigen Duos in Nordrhein-Westfalen erzählt jetzt Eckhard Möller als „Vogel des Monats Dezember 2018“ auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO. Mit einem Foto von Friedhelm Schnurbus.

 

 

04.12.2018

Gelungenes Adventskolloquium

Tagung unter wilden Tieren: Adventskolloquium im Museum Koenig (© Kathrin Schidelko)
Vollbesetzter Hörsaal (© Kathrin Schidelko)

Bereits zum sechsten Mal trafen sich am vergangenen Sonntag Mitglieder und Gäste der NWO zum alljährlichen Adventskolloquium. Unter dem Thema "Vogel-Neozoen" gab es spannende Vorträge und Diskussionen im gut gefüllten, altehrwürdigen Hörsaal des Museums Koenig in Bonn. Nach der Begrüßung durch unseren Vorsitzenden Dr. Jo Weiß und Dr. Till Töpfer vom Museum Koenig eröffnete Carla Michels vom LANUV mit einem ausführlichen Überblicksvortrag das Vormittagsprogramm und stellte Neozoen aus nordrhein-westfälischer Sicht vor. Anschließend berichtete Dr. Michael Braun über die noch recht wenig bekannten Großen Alexandersittiche, deren Bestände in NRW größer sind als vermutet. Auf die Situation der Halsbandsittiche ging Esther Koch ein, stellte Bestandszahlen, Alters- und Geschlechtsstrukturen vor, während Sönke Twietmeyer kurz über ein Projekt zur Virusprävalenz bei Halsbandsittichen berichtete. Darius Stiels gewährte in seinem Vortrag einen globalen Überblick über nicht-heimische Arten und stellte Möglichkeiten der Identifizierung von Risikogebieten und möglichen Verschiebungen in der ökologischen Nische von Neozoen vor. Sönke Twietmeyer berichtete über die mehr oder weniger großräumigen Wanderbewegungen besenderter Nilgänse, während Kees Koffijberg die Bedeutung NRWs für die Ausbreitung der Rostgänse in Mitteleuropa hervorhob. Viele Teilnehmer*innen nutzten auch die Gelegenheit, die Dauerausstellung des Museums zu besuchen oder sich eine der Sonderausstellungen anzusehen. Während der Veranstaltung wurde auch die Urkunde für den NWO-Preis 2018 an Michael M. Jöbges überreicht, die Laudatio wird demnächst im Charadrius nachzulesen sein. Zum Abschluss gab es bei Kaffee, Tee und Kuchen noch anregende Gespräche im Festsaal des Museums, so dass alle Teilnehmer*innen gestärkt und zufrieden den Heimweg antreten konnten.

Zahlreiche Fotos vom Adventskolloquium gibt es wie gewohnt auf unserer Facebookseite.

 

 

22.11.2018

Rote Listen nun frei online verfügbar

Haubenlerche
Haubenlerchen gelten in NRW mittlerweile als ausgestorben (© Hans Glader)

Die NWO hat zusammen mit dem LANUV im Februar 2018 aktuelle Rote Listen der Vögel Nordrhein-Westfalens herausgegeben. Diese umfassen zum einen die Rote Liste der Brutvögel, zum anderen die Rote Liste der wandernden Vogelarten. Erstere enthält zudem regionalisierte Statuseinträge, so dass die Gefährdungen sogar für die einzelnen Regionen unseres Bundeslandes vorliegen. Der Zustand der Vogelwelt bietet demnach großen Anlass zur Sorge. Wir berichten auch an dieser Stelle regelmäßig über die besonders bedrohliche Situation in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen.

Die Roten Listen erschienen im Charadrius 52 als Doppelheft 1-2. Beide Arbeiten stellen einerseits wichtige Grundlagenwerke über den aktuellen Zustand der Vogelwelt NRWs dar. Sie sind aber darüber hinaus ganz wesentliche Hilfsmittel im Naturschutz und in der Landschaftsplanung. Sie finden beispielsweise bei aktuellen Eingriffen in die Natur Berücksichtigung und zeigen politischen Handlungsbedarf im Natur- und Artenschutz auf und sind daher auch von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Die NWO hat sich daher nun entschieden, die aktuellen Roten Listen frei online verfügbar zu machen, um so die Verbreitung dieser wichtigen Inhalte zu erleichtern. Sie können die gesamten Arbeiten ebenso wie Kurzfassungen in Tabellenform als pdf hier herunterladen.

Selbstverständlich sind die Roten Liste auch weiterhin als Druckversion erhältlich! Das Charadrius-Doppelheft kann über die NWO zum Preis von 18 € bezogen werden:

NWO-Geschäftsstelle
c/o Veronika Huisman-Fiegen
Leydelstr. 26
D-47802 Krefeld
E-Mail: huisman-fiegen@nw-ornithologen.de

 

 

12.11.2018

AG Möwen: Zähler*innen gesucht!

Silbermöwe
Möchte gezählt werden: Silbermöwe
(© Patrick Kretz)

Unsere AG Möwen organisiert seit langer Zeit Zählungen der Möwenrastbestände in Nordrhein-Westfalen. Dies geht am besten durch Zählungen an den Schlafplätzen. Oft sind dies größere Stillgewässer, aber auch Hafenanlagen können von den Vögeln als nächtliche Rastplätze ausgewählt werden. Leider sind längst nicht alle Schlafplätze bekannt. Die AG Möwen bittet daher dringend um Ihre Mithilfe. Kennen Sie einen Möwenschlafplatz in Ihrer Gegend? Bitte kontrollieren Sie mögliche Gebiete in Ihrer Umgebung auf übernachtende Möwen. Erst der nächste Schritt ist dann die Zählung der Vögel - auch hier sucht die AG Möwen immer Mitstreiter*innen. Zählungen können direkt am Schlafplatz stattfinden, doch auch abendlich Flüge, beispielsweise an Flussbrücken können dazu geeignet sein, um Bestände zu erfassen und Hinweise auf bisher unbekannte Schlafplätze zu finden. Der größte Bedarf besteht momentan vor allem in den südlichen Landesteilen.

Sollten Sie Interesse an der Tätigkeit der AG Möwen haben und selbst aktiv werden wollen, heißt unser AG-Leiter Patrick Kretz Sie herzlich willkommen. Bitte melden Sie Hinweise auf Möwenschlafplätze bei ornitho.de und informieren Sie unsere AG Möwen.

Die AG Möwen sucht auch für ein ganz konkretes Vorhaben noch Hilfe. Der Möhnesee gilt als herausragender Möwenschlafplatz in Westfalen. Aufgrund seiner Topographie - die Vögel wechseln teilweise zwischen den unterschiedlichen Gewässerbuchten - ist hier eine Synchronerfassung mehrerer Personen hilfreich. Hier braucht es noch weitere Unterstützung! Wer Interesse hat, am Möhnesee bei der Schlafplatzzählung zu helfen, ist herzlich eingeladen, sich ebenfalls an die AG Möwen zu wenden.

Kontakt
AG Möwen
c/o Patrick Kretz
E-Mail: ag_moewen@nw-ornithologen.de
Telefon: 0176/10074074

 

 

09.11.2018

Praxistipps der AG Gebäudebrüter

Mauersegler
Das Schicksal der Mauersegler liegt in unserer Hand (© Petra Barwe)

Städte und Dörfer sind Brutlebensraum zahlreicher Vogelarten, von denen viele direkt auf menschliche Behausungen als Brutplatz angewiesen sind. Besonders an alten Häusern finden sich oft zahlreiche geeignete Spalten, Nischen und Lücken im Gemäuer. An vielen Gebäuden werden jedoch aktuell Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, beispielsweise um lobenswerterweise Wärme- und damit Energieverluste zu vermeiden. Wird die Wärmedämmung verbessert oder die Fassade gestrichen und saniert, gehen jedoch leider - trotz anderslautender gesetzlicher Regelungen - immmer wieder Brutplätze von Vögeln verloren. Gleichzeitig können Sanierungsmaßnahmen aber auch genutzt werden, um neuen Brutraum zu schaffen. Planen Sie selbst entsprechende Maßnahmen daheim? Unsere Arbeitsgemeinschaft Gebäudebrüter hat aktuelle Praxistipps zusammengestellt und zeigt auf, welche Nisthilfen geeignet sind, um bei Wärmedämmungen oder Fassadenanstrichen den zwei besonders betroffenen Arten Mauersegler und Haussperling zu helfen.

Ausführliche Flyer, weitere Informationen und Links finden Sie finden Sie auf der Seite der AG Gebäudebrüter.

 

 

07.11.2018

Fortbildung Wasservögel am 02./03.02.2019

Krickenten und Löffelenten
Einstiegsübung: 4 Krickenten- und 2 Löffelentenmännchen (© Hans Glader)

Die Wasservogelzählung ist eines der etabliertesten Erfassungsprogramme in NRW, Europa und der Welt. Das Monitoringprogramm wird seit langem von unserer AG Wasservögel geleitet. Längst werden jedoch noch nicht an allen Seen, Teichen und Flüssen in NRW alle Wasservögel gezählt. Wir suchen Mitstreiter! Wasservögel zu bestimmen ist jedoch am Anfang nicht immer einfach. Wie unterscheide ich die Enten, Schwäne und all die anderen gefiederten Gäste an unseren Gewässern - und wie zähle ich diese? Um den Einstieg in dieses Thema zu erleichtern, bietet die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft am ersten Februarwochenende den Kurs „Wasservögel“ an. Wir lernen die heimische Artenvielfalt an Entenvögeln und vielen anderen Bewohnern unserer Still- und Fließgewässer näher kennen, bestimmen und zählen. Der Kurs besteht aus Theorie und Praxis und eignet sich für Vogelkundler mit geringen Vorkenntnissen und Neueinsteiger bei der Wasservogelzählung, die ihre Kenntnisse vertiefen möchten.

Der Veranstaltungsort an den Krickenbecker Seen (Kreis Viersen) ist einer der Hotspots für Wasservögel in NRW! Die NWO übernimmt einen großen Teil der entstehenden Kosten. Der verbleibende Unkostenbeitrag für Teilnehmer*Innen beträgt also nur 40,00 €!

Die Fortbildung findet in enger Kooperation mit der Biologischen Station Krickenbecker Seen statt. Das vollständige Programm, Anmeldedetails und weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

05.11.2018

Vogel des Monats November 2018 - Der Buschrohrsänger von Theesen

Buschrohrsaenger
Sonagramm des Buschrohrsängergesangs mit eingeflochtenen tret-tret-tret-Rufen
(© Holger Bekel-Kastrup)

Eigentlich ist es ja genau das, was man mit einem naturnahen Garten beabsichtigt: Man wacht morgens auf und hört eine Vielzahl an Vögeln, die lautstark ihre Anwesenheit verkünden. Durch die Struktur unseres Gartens und die fast direkte Nachbarschaft mit dem Köckerwald in Bielefeld- Theesen sowie den Flächen des Biobetriebes Köckerhof ist die Artenvielfalt in unserem Garten immer wieder ein Quell der Freude. Es war der 22. Juni 2017 am frühen Morgen, wo das herrliche Vogelkonzert doch eher störte. Ich öffnete das Fenster und hörte vor allem die direkt neben mir in der Eibe singenden Grünfinken, eine Heckenbraunelle und einen Zaunkönig. Doch da war noch etwas anderes. Im östlichen Heckenstreifen oder schon im Nachbargarten hörte ich verschiedene Geräusche, die von einem Vogel auszugehen schienen...

Die Geschichte des Buschrohrsängers von Theesen erzählt Holger Bekel-Kastrup nun auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission der NWO.

 

 

29.10.2018

Vogel-Neozoen: Einladung zum Adventskolloquium am 02.12.2018

Manadrinente
Mandarinenten gelten als etablierte Neozoen in NRW (© Kathrin Schidelko)

Am ersten Advent (02.12.2018) findet unser diesjähriges Adventskolloquium im Museum Koenig in Bonn statt. Unter dem Thema „Vogel-Neozoen“ beleuchten wir zahlreiche Aspekte und verschiedene Arten rund um dieses spannende und kontroverse Feld. Nach einer allgemeinen Einführung blicken wir auf Halsbandsittiche wie auf die weniger bekannten Großen Alexandersittiche, erhalten Einblicke in die Brutbiologie der Nilgans und die Ökologie der Rostgänse und stellen uns die Frage, welche biogeographischen Erkenntnisse wir anhand von Neozoen gewinnen können. Am Ende lassen wir die Tagung gemütlich bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Alle NWO-Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen!

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Die Tagung findet auf Einladung des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn statt. Sie startet um 10 Uhr und wird voraussichtlich bis 17 Uhr dauern. Ein Unkostenbeitrag wird nicht erhoben, wir bitten aber um eine formlose Anmeldung in der Geschäftsstelle und um eine kleine Spende vor Ort:

NWO c/o Veronika Huisman-Fiegen, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld
Telefon 0 21 51 - 56 12 27, Mail: huisman.fiegen@nw-ornithologen.de