FAQ - Häufig gestellte Fragen

Kolibris im Garten?

Bild zur Meldung Weisskehlkolibri in Brasilien
(© Darius Stiels)

Kolibris sind eine der artenreichsten Vogelfamilien der Welt. Weit mehr als 300 Arten leben nur in Nord- und Südamerika. Auch wenn einige Arten Zugvögel sind, die Meere wie den Golf von Mexiko überqueren können, Nachweise auf dieser Seite des Atlantiks fehlen. Zwar gibt es paläontologische Hinweise darauf, dass die Vorfahren der heute lebenden Kolibris in Europa lebten, Fossilien aus Baden-Württemberg sind aber mehr als 30 Millionen Jahre alt. Die erste Veröffentlichung dazu erschien vor einigen Jahren in der Zeitschrift Science und sorgte für viel Aufsehen in der Fachwelt. Heutzutage gibt es jedoch keine Kolibris in Europa. Selbst in Gefangenschaft werden bzw. wurden Kolibris ausgesprochen selten gehalten (in NRW im Zoo Wuppertal) und Haltung und Zucht gelten als ausgesprochen anspruchsvoll. Dennoch gibt es immer wieder aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter, die glauben, Kolibris in NRW gesehen zu haben. Was also ist die Lösung für das Rätsel der mitteleuropäischen Kolibris?

Warum singen Vögel?

Singende Feldlerche (© Hans Glader)

Die Frage lässt sich erstaunlicherweise auf unterschiedliche Art beantworten. Nikolaas Tinbergen, einer der Begründer der modernen Verhaltensbiologie, hat dazu 1963 vier Fragen formuliert (nach dem Überlebenswert, dem Mechanismus, der Entwicklung und der Stammesgeschichte). Die vielleicht naheliegendste Antwort (1) ist natürlich, dass die Vögel singen, um einen Partner anzulocken („Paar Dich mit mir!“) oder ein Revier zu verteidigen („Verschwinde! Das ist mein Revier!“). Man kann die Frage aber auch in Bezug auf den Mechanismus (2) hin beantworten. Im Frühjahr werden die Tage länger und dies beeinflusst den Hormonhaushalt der Vögel. Und natürlich fließt bei Singvögeln die Luft an der Syrinx vorbei und ermöglichst es, dieser Art in Stereo zu singen. Das Gesangsverhalten hat sich aber auch über die Zeit herausgebildet – einmal während der individuellen Entwicklung (3) – (Singvögel lernen den Gesang in der Regel von ihren Eltern) und einmal stammensgeschichtlich (4) – bereits die Vorfahren der heutigen Amseln konnten singen und im Laufe der Evolution haben sich unterschiedliche Gesänge entwickelt. Tinbergens vier Fragen lassen sich auf viele verhaltensökologische und evolutionsbiologische Fragestellungen übertragen.

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Singen Vogelweibchen?

Warum singen manche Vögel im Herbst und Winter?

Warum hören viele Vögel im Sommer auf zu singen?

Wie oft singen Vögel?

 

Singen Vogelweibchen?

Auch Rotkehlchenweibchen können singen
(© Hans Glader)

Bei vielen Vogelarten in den gemäßigten Breiten singen überwiegend die Männchen. Allerdings ist von vielen Vogelarten auch Gesang der Weibchen bekannt. Eine der bekanntesten Arten in diesem Zusammenhang ist vielleicht das Rotkehlchen. Äußerlich lassen sich die Geschlechter hier jedoch nicht unterscheiden. Bei Vogelarten ohne auffälligen Geschlechtsdimorphismus ist Weibchengesang dementsprechend auch gar nicht leicht nachzuweisen und so ist zu diesem Thema vergleichsweise wenig bekannt. Vielleicht liegen unsere Wissenslücken auch daran, dass in der Vergangenheit die Ornithologie überwiegend von männlichen Forschern durchgeführt wurde… In den Tropen singen übrigens bei zahlreichen Sperlingsvogelarten auch die Weibchen. In den tropischen Regenwäldern Südamerikas verteidigen bei einigen Ameisenvögeln Männchen und Weibchen ihr Revier gemeinsam gegen andere Paare, wobei das revierbewohnende Weibchen lautstark gegen ein eindringendes anderes Weibchen entgegensingt. Auch Duettgesänge zwischen Männchen und Weibchen gibt es bei einigen Arten. Weibchengesang gibt es jedoch nicht nur in den Tropen. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass bei 64 % aller Singvögel auch die Weibchen singen.

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Warum singen Vögel?

Warum singen manche Vögel im Herbst und Winter?

Warum hören viele Vögel im Sommer auf zu singen?

Wie oft singen Vögel?

 

Warum singen manche Vögel im Herbst und Winter?

Zilpzalpe singen oft auch im Herbst
(© Wolfgang Charles)

An einem schönen Septembermorgen kann man manchmal denken, es sei Frühjahr. Ein Hausrotschwanz singt sein knarzendes Lied von einer alten Dachantenne, in einer Hecke schmettert ein Zaunkönig eine laute Strophe. Selbst im tiefsten Winter singt ein Rotkehlchen ausdauernd im Gebüsch an der U-Bahnstation und eine Amsel singt auf dem hell erleuchteten Weihnachtsmarkt. Bei den letzteren hat möglicherweise das helle Licht Einfluss auf den Hormonhaushalt der Vögel gehabt. Die Photoperiode hat schließlich entscheidenden Einfluss auf das Einsetzen der Gesangsaktivität zur Brutzeit im Frühling. Im Herbst sind die Tage dann wieder ähnlich lang wie bei Einsetzen des Gesangs im März. Rotkehlchen gelten als äußerst einzelgängerisch – sie verteidigen auch in ihrem Winterquartier ein Revier. Auch Langstreckenzieher singen im tropischen Winterquartier. Neben der Verteidigung eines Reviers gibt es mindestens noch zwei weitere diskutierte Hypothesen, warum Zugvögel im Winter singen sollten: Vögel könnten singen, um zu üben und so ihre Gesangskünste zu optimieren. Als dritte Möglichkeit könnte der Gesang einfach auf Testosteronüberschüsse aus der Brutzeit zurückzuführen sein, die keinen Anpassungswert haben. In einer Studie in der Zeitschrift The American Naturalist konnte das Autorinnenteam allerdings zeigen, dass Drosselrohrsänger im Winterquartier singen, um ihre Gesangsfähigkeiten zu verbessern und nicht, um Reviere zu verteidigen oder einfach nur aufgrund eines Testosteronüberschusses.

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