FAQ - Häufig gestellte Fragen

Warum frieren Vögeln im Winter die Füße nicht ein?

Gegenstrom-Wärmeaustauscher in Vogelfüßen

Wir alle haben schon mal Enten, Möwen oder andere Vögel auf dem Eis stehen sehen. Die dünnen, unbefiederten Beine und Füße wirken, als seien sie schutzlos der Kälte ausgesetzt, eine isolierende Fettschicht oder wärmende Federn fehlen meist. Wie schaffen sie es also, nicht zu viel Wärme zu verlieren? Vögel, die in kaltem Wasser schwimmen oder auf Eis stehen, reduzieren ihren Wärmeverlust, indem sie die Temperatur in den Füßen stark absenken. Dadurch verkleinert sich der Temperaturgradient gegenüber der Umgebung und es geht weniger Wärme an die Umwelt verloren. Zusätzlich verfügen Vögel über ein engmaschiges Netzwerk aus Blutgefäßen in den Füßen, ein sog. Rete mirabile, das sie für ein ausgeklügeltes Gegenstrom-Wärmeaustausch-System nutzen. Wärme aus dem Blut der Arterien wird an die nah benachbarten Venen übertragen, die ihrerseits kaltes Blut aus den Füßen an die Arterien zurückgeben, die es zum Herzen zurücktransportieren. Die Arterien wärmen also die Venen und werden selbst dabei natürlich kälter. So bleibt die Wärme im Körper erhalten und geht nicht an die Umgebung verloren. Der Temperaturgradient wird über die gesamte Länge der Beine aufrechterhalten und führt dazu, dass die Vögel viel Energie einsparen können. Außerdem enthalten Vogelfüße anders als Menschenfüße wenig Muskel- oder Nervengewebe, das einfrieren könnte - so werden Frostbeulen vermieden. Stehen Vögel zusätzlich nur auf einem Bein, reduzieren sie den Wärmeverlust über die Füße um die Hälfte.

Im Übrigen muss man sich auch nicht darum sorgen, dass Vögel auf Metallgeländern, Straßenlaternen oder sonstigem metallischen Untergrund festfrieren. Der Grund dafür ist, dass Vögel nicht schwitzen. Ohne die entsprechende Feuchtigkeit an den Hornfüßen besteht für sie keine Gefahr, an Metall festzukleben.

 

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Was machen Vögel im Winter?

Warum stehen Vögel auf einem Bein?

 

Warum stehen Vögel auf einem Bein?

Silberreiher auf einem Bein (© Wolfgang Charles)

Ob Reiher, Limikole, Ente oder Möwe - oft sieht man Vögel, die nur auf einem Bein stehen, das zweite unsichtbar ins Gefieder gezogen. Was ist der Grund dafür? Untersuchungen an Flamingos haben ergeben, dass diese keine Muskelkraft benötigen, um lange Zeit auf einem Bein stehen zu können. Damit müssen sie auch keine Energie aufwenden. Flamingos können passiv das Körpergewicht auf einem Bein ohne Muskelkontraktion halten. In der zweibeinigen Position ist dies dagegen nicht möglich. Die Anatomie der Flamingos ist so gestaltet, dass sie einen in der Körpermitte liegenden gravitationsbedingten Standapparat zur Gewichtsverteilung einschalten, wenn sie auf einem Bein stehen. In dieser Position schaukelt der Körper auch weniger. Es ist gut möglich, dass dieser oder ein ähnlicher Mechanismus auch bei anderen Vogelgruppen wirkt. Ein weiterer Grund für das Stehen auf einem Bein ist, dass die Vögel dadurch den Wärmeverlust reduzieren. Wie Menschen, die bei Kälte ihre Hände in die Tasche stecken, verstecken Vögel ein Bein im Gefieder und vermindern so den Wärmeverlust über die Füße um die Hälfte.

 

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Warum frieren Vögeln im Winter die Füße nicht ein?

 

 

Was machen Vögel im Winter?

Eisvogel im Schnee (© Wolfgang Charles)

Wenn der Winter kommt, stehen Vögel vor großen Herausforderungen. Schnee und Kälte, Vegetationspause und stark reduzierte Insektenaktivität, aber auch die kurzen Tage beeinflussen die Vogelwelt ganz wesentlich. Vögel zeigen die unterschiedlichsten Anpassungen an diese Bedingungen.

Zugvögel reagieren ganz offensichtlich damit, diesen Bedingungen auszuweichen. Insbesondere unter den Insektenfressern sind Langstreckenzieher, die viele Tausend Kilometer nach Süden ausweichen. Einige Zugvögel reagieren auch kurzfristig auf sich ändernde Wetterbedingungen und suchen erst bei einer geschlossenen Schneedecke mildere Regionen auf. Unter bestimmten Bedingungen kommt es auch zu Invasionen bestimmter Vogelarten.

Für Vögel, die den Winter hier verbringen, ist oft die notwendige erhöhte Nahrungsaufnahme die größere Herausforderung. Als gleichwarme Organismen können Vögel ihre Körpertemperatur, die übrigens meistens höher als bei Säugetieren ist, ihre Körpertemperatur damit aufrechterhalten. Einige Vogelarten stellen im Herbst und Winter ihre Nahrung um. Manche Insektenfresser nehmen nun verstärkt Sämereien und Körner zu sich (dies gilt z.B. für die Meisen, die am winterlichen Futterhaus Sonnenblumenkerne fressen). Auch Vorratshaltung betreiben einige Vögel. Bei Kälte suchen viele Vogelarten geschützte Bereiche auf, Kohlmeisen übernachten in geschützten Baumhöhlen oder Nistkästen, Zaunkönige suchen im Wintergarten zwischen den eingelagerten Topfpflanzen nach Nahrung und einige Vögel bilden Schlafgemeinschaften. Eng aneinander gekuschelt verlieren z.B. Baumläufer weniger Wärme. Während heftigen Schneefalls können sich Raufußhühner sogar einschneien lassen. Erst wenn der Schneesturm vorbei ist, kommen sie aus ihren Schneehöhlen wieder heraus.

Warum kommt der Kleiber so oft ans Futterhaus? - Vorratshaltung bei Vögeln

Kleiber an Futtersäule (© Darius Stiels)

Wer regelmäßig an einer gut besuchten Futterstelle beobachtet, hat es wahrscheinlich schon mal beobachtet: Ein bis zwei Kleiber kommen regelmäßig ans Futterhaus – die Vögel sind gegenüber Vögeln des gleichen Geschlechts auch außerhalb der Brutzeit territorial, selten sind es deshalb noch mehr unterschiedliche Vögel. Dennoch sieht man manchmal alle paar Minuten einen Vogel zur Futterstelle fliegen – anders als bei vielen anderen Arten werden aber nur wenige Sonnenblumenkerne (oder Erdnüsse o.ä.) vor Ort verspeist. Stattdessen fliegt der Kleiber mit mehreren Samen im Schnabel weg. Kleiber legen ganzjährig Nahrungsvorräte an, im Sommer werden aber eher Insekten versteckt. Als Versteck dienen Spalten und Ritzen, die meist durch Flechten und Moos abgedeckt sind. Auch im Boden wird Futter vergraben. Auch andere Vögel legen vergleichbare Vorräte an. Sumpfmeisen verhalten sich ganz ähnlich und sind entsprechend oft am Futterhaus zu beobachten. Futtervorräte werden in der Regel nur kurze Zeit angelegt, bei Sumpfmeisen für bis zu acht Tage.