Aktuelle Meldungen
27.08.2025
Flussseeschwalben-Saison 2025
Flussseeschwalben gehören nicht nur zu den elegantesten Brutvögeln Nordrhein-Westfalens, sie sind auch selten und lokal verbreitet. Zwei NWO-Ornis, die sich seit Jahrzehnten um den Schutz der Vögel kümmern, blicken auf die diesjährige Saison zurück.
Die Flussseeschwalbe stand in den 1980er Jahren in Nordrhein-Westfalen kurz vor dem Aussterben. Nur noch wenige Paare versuchten auf Kiesbänken am Rhein zu brüten. Dann wurden mit Hilfe einiger Kiesunternehmen spezielle Nistflöße auf Seen ausgelegt. Diese wurden von den Seeschwalben schnell angenommen, da sie hier vor den meisten Fressfeinden sicher sind. Im Laufe der Jahre ist der Bestand am Niederrhein auf aktuell fast 170 Paare angestiegen, die sich auf etwa zehn Standorte verteilen. Barbara Meyer und Stefan Sudmann kümmern sich seit 1991 um die Flussseeschwalben, kontrollieren die Bestände und beringen die Jungvögel, um den Bruterfolg zu bestimmen. Nach mehr als 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit wurde das Monitoring der Flussseeschwalbe 2022 in einer Pilotstudie des LANUK auf das gesamte Bundesland ausgeweitet.
An der Weser gibt es ein weiteres Vorkommen mit gut 30 Brutpaaren, so dass der Landesbestand dieses Jahr bei fast 200 Paaren liegt. In der Roten Liste konnte die Art aufgrund der positiven Entwicklung von der höchsten Gefährdungsstufe auf die dritthöchste Kategorie „Gefährdet“ zurückgestuft werden. Verluste durch die Vogelgrippe vor zwei Jahren wurden wieder ausgeglichen Damals konnten tote Vögel rechtzeitig geborgen werden, so dass das Infektionsgeschehen rechtzeitig gestoppt werden konnte.
Den Erfolg konnten Barbara Meyer und Stefan Sudmann nun dem Umweltminister Oliver Krischer anhand der größten nordrhein-westfälischen Kolonie an der Abgrabung Birgelfeld bei Kalkar vorstellen. Begleitet wurden sie von Sven Dauber von Heidelberg Materials und der Familie Karadag. Die Mitarbeiter der Kiesfirma haben die mittlerweile vier Brutflöße gebaut und Familie Karadag stellt ihr Boot für die Kontrollen zur Verfügung. Die 64 Flussseeschwalbenpaare brüten zusammen mit 21 Paaren Lachmöwen auf den Flößen in friedlicher Koexistenz. Während die ersten Jungvögel bereits umher flogen, waren andere Küken gerade erst geschlüpft. Diese wurden beringt, während bei den älteren die Ringe kontrolliert wurden. Insgesamt zeichnet sich in diesem Jahr wieder ein guter Bruterfolg ab. Die ersten Seeschwalben werden sich nun auf den Weg in die afrikanischen Überwinterungsgebiete machen.
25.08.2025
Rückblick auf die NWO-Exkursion an die Emschermündung und in die Rheinaue Walsum
Am gestrigen Sonntag fand die diesjährige NWO-Exkursion statt. Das Ziel, die Emschermündung, ist ohne Frage eines der spannendsten Renaturierungsprojekte Europas und unter sachkundiger Leitung gab es dort und in der benachbarten Rheinaue Walsum viel zu erfahren und zu entdecken.
Die Emscher galt noch vor wenigen Jahrzehnten als einer der dreckigsten Flüsse Europas und war teilweise buchstäblich Kloake des Ruhrgebietes. In einem ehrgeizigen und Milliarden Euro teuren, langfristig angelegten Plan wird die Emscher nun wieder in ein lebendiges Fließgewässer verwandelt. Eines der wichtigsten Teilgebiete der Emscherrenaturierung ist das Mündungsgebiet der Emscher, das heute nördlich der bisherigen Mündung verläuft. Die alte Mündung ist nur noch als Totarm vorhanden, der allerdings ebenfalls Lebensraum bietet – unter einer denkmalgeschützten Brücke dort leben beispielsweise Fledermäuse. Die Renaturierung der Emschermündung war weitaus schwieriger, als sich viele von uns das womöglich vorgestellt haben. Das Gebiet ist Bergsenkungsgebiet und wir befinden uns in einem der am dichtesten besiedelten Regionen Europas. Es konnte daher leider nicht darum gehen, dem Fluss seine vollkommen eigene Dynamik wiederzugeben, wie das bei anderen Renaturierungsprojekten der Fall ist. Allein 400 km unterirdische Kanäle mussten gebaut werden. Feste Wege für die Wanderung der Fische mussten geplant werden und Hochwasserbecken geschaffen werden, die allerdings eine hohe ökologische Bedeutung für Wasservögel aufweisen. Die Emschermündung ist ein wichtiges Rastgebiet für Krickenten, mehr als 500 Pfeifenten wurden hier gezählt und die Zahl der Schnatterenten hat stark zugenommen, so dass die Stockente nur noch die vierthäufigste Entenart ist. Aktuell brüten auch Wasserralle, Kiebitz und Flussregenpfeifer, Feldlerche und Wiesenpieper kamen als neue Brutvögel hinzu. Insgesamt leben hier rund 100 Vogelarten. Eher unerwartete Probleme bereiteten bei der Renaturierung invasive Nutrias bzw. heimische Biber, die lange Zeit in unseren Regionen verschwunden waren. Das Gebiet ist umzäunt, aber menschliche Störungen nehmen nach der Freigabe der Wege leider zu, da sich nicht alle Menschen an die Umzäunung halten. Die Artenvielfalt ist in einem Flussmündungsgebiet in Bereichen früher Sukzessionsstadien meist höher. Inseln und Halbinseln lassen sich jedoch nicht beweiden, hier wird zukünftig Auwald entstehen und sich die Artenzusammensetzung ändern. Uferbereiche und Deiche werden jedoch mit Schafen beweidet und können vor allem Pflanzen und Insekten des Offenlandes Lebensraum bieten. Das Gebiet hat bisher keinen Schutzstatus.
In unmittelbarer Umgebung der Emschermündung befindet sich die Rheinaue Walsum, die mit 120 Brutvogelarten ebenfalls ausgesprochen artenreich ist. In diesem Jahr gab es ein Wachtelkönigrevier und der Seeadler hat erstmals erfolgreich gebrütet. Feldlerche und Kiebitz kommen vor, aber vom Kiebitz gibt es nur noch Brutversuche. Steinkäuze leiden offenbar stark unter den invasiven Waschbären, so dass der Bestand deutlich gesunken ist.
Unsere Exkursion startete am Emscherhof und ging entlang der Renaturierungsflächen bis zum Rhein, dann auf die südliche Emscherseite und durch die Rheinaue Walsum und schließlich zurück zum Emscherhof. Hier kehrten wir ein, so dass wir uns mit Kaffee und Kuchen bei Fachgesprächen vor der Abreise stärken konnten. Insgesamt waren wir etwas 40 Teilnehmende. Für Fragen zu allen NWO-Themen standen auch der Vorstand und die Geschäftsstelle zur Verfügung. Neben Informationen und Austausch kam auch die Vogelbeobachtung nicht zu kurz: Zu den Highlights gehörten Kiebitze und Flussuferläufer, überfliegende Wespenbussarde, Schnatterenten, Eisvogel und vor allem ein kreisender Seeadler. Gleich zu Beginn wurde ein Rotohrbülbül beobachtet. Diese südostasiatische Art war allerdings aus einem Zoo entwichen. Insgesamt wurden 52 Arten festgestellt.
Unser großer Dank gilt Gunnar Jacobs, Johannes Meßer und Tobias Rautenberg, die ausgesprochen fachkundig die Veranstaltung leiteten!
19.08.2025
Aktuelle Hinweise zur Suche nach Mornellregenpfeifern
Jetzt im Spätsommer, etwa zwischen Mitte August und Mitte September, ist es wieder so weit: Eines der spannendsten Phänomene des Vogelzugs im Binnenland Mitteleuropas lässt sich nun wieder beobachten. Auf frisch gegrubberten Äckern, oft in Kuppenlagen oder auf leicht südwestexponierten Hängen rasten an traditionellen Plätzen wieder Mornellregenpfeifer.
Die besten Beobachtungschancen bestehen meist früh morgens, bevor das Flimmern der Luft die Sicht deutlich einschränkt. Überfliegende Vögel werden oft anhand ihrer Rufe entdeckt. In NRW gibt es zwei recht gut bekannte Rastplätze, der eine befindet sich in der Hellwegbörde, der andere in der Zülpicher Börde. Auch in anderen Regionen Deutschlands gibt es vor allem in den Mittelgebirgen einige bekannte Rastplätze. Erfahrungsgemäß sind jetzt wieder viele Beobachter*innen unterwegs. Wer dort beobachtet, sollte einige Hinweise beachten, denn immer wieder kommt es zu Störungen der Vögel oder auch zu Konflikten mit der Landwirtschaft. Fast überall gilt Wegegebot, Feldwege dürfen nicht zugeparkt werden (und oft auch nicht befahren werden). Vor allem aber hat das Wohlergehen der Vögel immer Vorrang. Mornells gelten zwar als wenig störempfindlich, aber das muss keineswegs immer gelten – wenn sich die Vögel von Beobachter*innen wegbewegen, sind diese wahrscheinlich doch zu nah. Ein kräftezehrendes Auffliegen sollte unbedingt vermieden werden. Große Menschenansammlungen stören unter Umständen mehr als einzelne Beobachter*innen - vielerorts bitten lokale Ornis und auch Biologische Stationen darum, die Vögel punktgenau und geschützt in ornitho einzutragen bzw. gezielte Suchen vorher abzusprechen! Wer unsicher ist, kann sich ggf. bei seinen ornitho-Regionalkoordinator*innen erkundigen.
Bei all den Vorsichtsmaßnahmen bleibt die Suche nach Rastplätzen – auch zum Schutz dieser Art – wichtig. Wer Mornells suchen möchte, sollte also vor allem mal in den Gebieten nachsuchen, die bisher weniger gut abgedeckt sind. Es würde nicht überraschen, wenn es noch Rastplätze gibt, die wir bisher nicht auf dem Schirm haben. Übrigens, auch Negativkontrollen sind wichtig und sollten in ornitho eingetragen werden. Bitte geben Sie wann immer möglich auch das Alter der Vögel an. Aus dem Verhältnis von Alt- zu Jungvögeln sind möglicherweise Rückschlüsse auf den diesjährigen Bruterfolg möglich. Die aktuelle Verbreitungskarte zeigt, dass Mornellregenpfeifer fast überall in NRW auftauchen können. Und spannende Beobachtungen sind zu dieser Jahreszeit in der Feldflur nahezu garantiert. Viele andere Vögel ziehen nun durch und überfliegende rufende Stelzen und Pieper (inklusive Brachpieper) sowie durchziehende Greifvögel wie Weihen und Milane oder Falken wie Baumfalke, Merlin und Rotfußfalke werden immer wieder bei der Mornellregenpfeifersuche entdeckt.
Eine schöne Bestimmungshilfe für Mornellregenpfeifer gibt es hier; einen Überblick über die Herbstrast der Mornellregenpfeifer mit weiteren Hintergrundinformationen gibt es in diesem frei verfügbaren Falke-Artikel. Tonaufnahmen der Flugrufe gibt es z.B. bei xeno-canto.
13.08.2025
NWO-Kalender 2026
Der NWO-Kalender ist da! Auf zwölf herausragenden Fotos stellen wir Ihnen heimische Vögel vor, die in NRW brüten, durchziehen oder als Wintergäste vorkommen. Einige dieser Vogelarten sind durch menschliche Aktivitäten bedroht, andere kommen in unserer Landschaft besser zurecht, immer stehen sie aber für unterschiedliche Lebensräume und die sich im Rhythmus der Jahreszeiten wandelnde Umwelt.
Die Fotos für den Kalender wurden dankenswerterweise vom bekannten Naturfotografen Hans Glader bereitgestellt. Eine Auswahl seines Werkes können Sie auch auf Naturfoto Glader einsehen.
Alle Fotos zeigen wildlebende Vögel in ihrer natürlichen Umgebung. Mit dem NWO-Kalender unterstützen Sie direkt Vogelkunde und Vogelschutz in NRW. So geht der Erlös vor allem in das neue Atlasprojekt und den Ausbau des Monitorings – ein perfektes Geschenk für alle Ornis und Vogelfans und solche, die es werden möchten.
Der NWO-Kalender 2026 kostet pro Stück 25,00 € und kommt versandkostenfrei zu Ihnen nach Hause.
Bitte senden Sie dazu das ausgefüllte Bestellformular per E-Mail an geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de (Bezahlung per Vorkasse).
Wir wünschen Ihnen ein vogelreiches Jahr 2026!
11.08.2025
NWO-Exkursion ausgebucht
Unsere Exkursion an die Emschermündung sowie in die Rheinaue Walsum am 24. August ist ausgebucht. Wir haben so viele Anmeldungen, dass wir bei weiteren Anmeldungen keine Teilnahme mehr garantieren können.
Wir bitten diejenigen, die sich angemeldet haben, aber wissen, dass sie verhindert sein werden, uns zu informieren (E-Mail: geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de). Diejenigen, die noch teilnehmen möchten, werden wir ab jetzt auf eine Warteliste setzen.
Wir bitten um Ihr Verständnis und freuen uns, alle, die diesmal nicht teilnehmen können, bei einer unserer zukünftigen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Auch in Zukunft wird die NWO selbstverständlich Exkursionen anbieten.
04.08.2025
Zum Eulentag 2025: Wie viele Eulenarten leben in NRW?
Der 04. August ist Eulentag. Wir nehmen den „Owl Awareness Day“ zum Anlass, um einen kurzen Überblick über die heimischen Eulenarten zu geben. NRW ist Eulenland. Wissen Sie spontan, wie viele Eulenarten bei uns als Wildvögel leben?
Die erste Art ist selbstverständlich unser Logovogel, der Steinkauz. Die kleine Eule ist im ganzen Tiefland von NRW verbreitet, hat aber vielerorts langfristige Bestandsabnahmen erfahren. Der Steinkauz ist eine Charakterart von Streuobstwiesen und Kopfweidenlandschaften und lebt nicht selten in unmittelbarer Nähe von Siedlungen und Bauernhöfen. Erhalt und Wiederherstellung seines Lebensraums gehören zu den wichtigsten Artenschutzmaßnahmen. Vielerorts haben Eulenschützer*innen auch Nistkästen aufgehängt, da natürliche Brutplätze durch den Verlust geeigneter höhlenreicher Bäume oft fehlen. NRW hat eine besondere Verantwortung für diese Vogelart, denn hier liegt auch bundesweit der Schwerpunkt der Verbreitung. Kein Wunder, dass viele NWO-Mitglieder aktiv im Steinkauzschutz tätig sind. Die Schleiereule hat eine Sonderstellung inne - sie gehört anders als die anderen Eulen (Familie Strigidae) in eine eigene verwandtschaftliche Gruppe (Familie Tytonidae). In Mitteleuropa leben Schleiereulen eigentlich nur in der Nähe menschlicher Behausungen - z.B. in Scheunen, wo sie als Mäusejäger durchaus willkommen sind. Wie dem Steinkauz kann der Schleiereule mit speziellen Artenschutzmaßnahmen geholfen werden. Sie brütet gerne in speziell bereitgestellten Nistkästen. Auch Schleiereulen waren einst deutlich häufiger. Waldkäuze sind dagegen die häufigste Eulenart bei uns - der typische Gesang („hu - huhuhuu“) ist aus vielen Krimis bekannt. Der Name passt, denn Waldkäuze leben wirklich vor allem in Wäldern, kommen aber auch in Parks und manachmal sogar in Gärten vor. Weniger bekannt ist die Waldohreule mit ihren auffälligen Federohren. Es sind keine echten Ohren, diese liegen wie bei allen Eulen seitlich am Kopf und sind durch Federn bedeckt. Manchmal bilden Waldohreulen winterliche Schlafgemeinschaften, meist in Birken oder Nadelbäumen, wo die Vögel oft zuerst durch ihre am Boden liegenden Gewölle Aufmerksamkeit erregen. Ein extrem seltener Vogel bei uns ist die Sumpfohreule, die leider nur vereinzelt brütet und in den meisten Regionen nur als seltener Wintergast oder Durchzügler zu beobachten ist. Sie ähnelt der Waldohreule, hat aber kaum Federohren und eine gelbe (statt orangefarbene) Iris. Sie braucht offene Landschaften und lebt z.B. in weitläufigen Moorgebieten. Die größte Eule bei uns ist der Uhu. Einst in Deutschland fast ausgestorben, gilt die Rückkehr des Uhus als Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. Der imposante Vogel kann vielerorts selbst in Innenstädten angetroffen werden. Häufiger brütet er jedoch in Wäldern, Steinbrüchen und Felsklippen. Die kleinste Eule Europas ist der Sperlingskauz - er lebt bei uns nur im Mittelgebirge. Sperlingskäuze sind kaum größer als ein Star, erbeuten selbst aber Kleinvögel von ähnlicher Größe. Der Raufußkauz lebt bei uns ebenfalls vor allem in den höchsten Lagen der Mittelgebirge. Raufußkäuze brüten gerne in alten Schwarzspechthöhlen, nehmen aber auch Nistkästen an und sind in NRW leider vom Aussterben bedroht.
Andere Eulenarten sind bei uns nur Ausnahmeerscheinungen. Nur ganz wenige Male sind Sperbereulen - Brutvögel der Taiga - in NRW nachgewiesen worden. Die beeindruckenden großen (schwarz-)weißen Schneeeulen wurden vor allem in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten in NRW als extrem seltene Invasionsvögel festgestellt. Von der vor allem im Mittelmeerraum beheimateten Zwergohreule - die einzige Transsaharazieherin unter den europäischen Arten - gab es in den letzten Jahren vermehrt einzelne Nachweise, wenn auch keineswegs in jedem Jahr. Anders als die beiden anderen Ausnahmeerscheinungen, die bei uns Wintervögel sind, wurden Zwergohreulen rufend im Frühjahr festgestellt, ein zweifelsfreier Brutnachweis fehlt aber. Ein vermehrtes Vorkommen der Zwergohreule in Mitteleuropa in den letzten Jahre könnte bei dieser wärmeliebenden Art natürlich eine Folge des Klimawandels sein.
Der Hochsommer ist leider keine besonders geeignete Zeit, um Eulen zu beobachten. Die Jungen vieler Arten werden nun selbständig und sind in der Regel jetzt längst flügge. Die meisten Arten brüten recht früh im Jahr. Die Hauptbalzzeit ist bei vielen Arten im Winter und Vorfrühling. Manche zeigen jedoch ab September eine Herbstbalz und sind dann wieder leichter festzustellen. Aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise wissen wir vergleichsweise wenig über das Vorkommen und die Bestände vieler Eulenarten. Melden Sie daher Eulenbeobachtungen bei ornitho.de und tragen Sie so zu einer besseren Kenntnis und damit letztlich auch zu einem erfolgreicheren Schutz dieser Tiere bei.
Haben Sie mitgezählt? Acht Eulenarten kommen regelmäßig in NRW vor, drei weitere sind Ausnahmeerscheinungen. Wenn Sie also um die zehn Arten geschätzt haben, lagen Sie ziemlich richtig!
30.07.2025
Bundesweites Feedback zu ADEBAR 2
Die Brutzeit 2025 ist weitgehend vorbei und damit auch die erste Erfassungssaison für ADEBAR 2. Ein erster Überblick über das bisher Geschaffte ist Anlass, positiv auf die ersten Monate zu blicken und mit Vorfreude die nächsten Erfassungsjahre anzugehen.
Bundesweit erstellten fast 2.500 Freiwillige rund 50.000 ADEBAR-Listen mit mehr als 1,3 Millionen Einzelbeobachtungen! Fast ein Drittel der 11.505 TK-Viertel wurden vergeben (3068) bzw. es wurden Daten eingegeben (2352). Viertel der Topographischen Karte im Maßstab 1:25.000 sind je rund 30 km2 groß und die räumliche Erfassungseinheit beim ADEBAR-Projekt. Auch der Erfassungsstand in NRW kann sich sehen lassen. Von 1202 TK-Vierteln sind 29 % vergeben. Das bisher Erreichte zeigt aber auch, dass in den nächsten Jahren noch weiterhin viel zu tun ist, zumal vermutlich einige noch zu erfassende Gebiete etwas abseits der Gebiete liegen könnten, in denen viele Beobachtende üblicherweise aktiv sind.
Dennoch gibt es bereits nach einem Jahr einige erstaunliche Ergebnisse. Einige Vogelarten wie Seidensänger und Zaunammer haben sich infolge des Klimawandels ausgebreitet. Der Seidensänger hat in Deutschland dabei seinen Verbreitungsschwerpunkt sogar bei uns in NRW. Die Zaunammer hat dagegen NRW noch nicht dauerhaft besiedelt. Andere Ergebnisse aus ADEBAR 2 sind vielleicht weniger auffällig, aber nicht minder wichtig und interessant. So hat die Zahl der ornitho-Meldungen mit Brutzeitcode bei Arten wie Misteldrossel, Kleinspecht und Waldkauz deutlich zugenommen.
Der ausführliche Feedback-Bericht des DDA kann hier heruntergeladen werden.
Wir hoffen, die erste Saison hat Lust auf mehr gemacht. Schon jetzt können Sie sich TK/4 in der Mitmachbörse reservieren, die Sie im Jahr 2026 erfassen möchten.
24.07.2025
Bundesweites Feedback zum Saatkrähenmonitoring
In NRW werden seit mehreren Jahrzehnten Saatkrähen erfasst. Bundesweit gibt es das Saatkrähenmodul im Rahmen des Monitoring seltener Brutvögel seit 2019. Nun liegen bereits vorläufige Ergebnisse für die diesjährige Saison des MsB vor.
Bundesweit sind mehr als 1400 Kolonien in der Kulisse. Auch in NRW sind mittlerweile 136 Gebiete digital hinterlegt. Der Umstieg von der analogen zur digitalen Datenübermittlung ist aber noch nicht abgeschlossen. Das Saatkrähenmodul wird in NRW von der Vogelschutzwarte im LANUK koordiniert.
Die vorläufigen und noch nicht repräsentativen bundesweiten Ergebnisse des Dachverbands Deutscher Avifaunisten deuten auf ein schwaches Saatkrähenjahr hin, wobei der Bestand etwa 5 % unter dem Vorjahr liegen könnte. Langfristig gibt es aber eine Erholung der Bestände, so dass dies einerseits kein Grund zur Sorge sein muss, andererseits zeigen diese Ergebnisse auch, dass die Entwicklung nicht kontinuierlich so weitergehen muss. Eine vorsichtige Betrachtung regionaler Unterschiede innerhalb Deutschlands zeigen, dass es in Süddeutschland stärkere Bestandsanstiege gegeben hat als im Norden und im Osten.
Spannend ist der Blick auf die Koloniegrößen in der bisherigen Stichprobe: Die meisten Paare brüten in kleinen Kolonien von 1-50 Nestern, gleichzeitig brüten 14,7 % des erfassten bundesweiten Bestandes in vier großen Kolonien mit mehr als 1.000 Paaren.
Weitere Informationen, Kontakte und Mitmachmöglichkeiten gibt es hier. Der vollständige Feedback-Bericht ist hier als pdf verfügbar.
23.07.2025
Bundesweites Feedback zum Graureihermonitoring
Seit sieben Jahren werden Graureiher bundesweit Rahmen des Monitoring seltener Brutvögel erfasst. Nun liegen bereits vorläufige Ergebnisse für die diesjhrige Saison vor.
Deutschlandweit konnte das Graureihermonitoring weiter ausgebaut werden, so dass die Gebietsabdeckung der erfassten Kolonien recht gut ist und weiter ansteigt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn Graureiher brüten seit vielen Jahren auch in kleineren Kolonien. Das Absterben der Fichtenforste hat zudem dazu geführt, dass in den letzten Jahren einzelne Kolonien aufgegeben wurden und die Vögel umgezogen sind. Dennoch brütet der größte Teil des deutschen Bestandes in mittleren und wenigen großen Kolonien.
Bundesweit gab es nach den noch vorläufigen Ergebnissen eine leichte Bestandsabnahme um etwa 5 % gegenüber dem Vorjahr, über den Siebenjahreszeitraum hinweg sind die Bestände allerdings eher leicht angestiegen. Regional gibt es aber Unterschiede. Gegenüber 2024 gab es vor allem im Süden und Osten Zunahmen. In Norddeutschland, zu dem auch NRW gezählt wird, waren die Bestände dagegen eher stabil. Eine Ausnahmesituation stellt Thüringen dar. Hier werden Graureiher bejagt, so dass der Bestand seit der Aufhebung der ganzjährigen Schonzeit im Jahr 2004 um etwa 66 % zurückgegangen ist, so der DDA in seinem Feedbackbericht.
Das Monitoring des Graureihers wird in NRW von der Vogelschutzwarte im LANUK koordiniert. Weitere Informationen, Kontakte und Mitmachmöglichkeiten beim Graureihermodul gibt es hier. Der vollständige Feedback-Bericht ist hier als pdf verfügbar.
18.07.2025
Neues Werkzeug für das Vogelmonitoring - mydbird geht online!
Eine neue Onlineplattform erlaubt Aktiven im Brutvogelmonitoring einen exzellenten Überblick über die eigenen Monitoringdaten zu gewinnen.
Wer sich am Vogelmonitoring beteiligt gibt seine Beobachtungen über ornitho.de oder die NaturaList-App ein. Die Daten landen dann in der Datenbank des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA), in der Beobachtungen aus ornitho, dem Monitoring, aber auch Beobachtungen für den neuen Brutvogelatlas zusammenlaufen. Diese Datenbank heißt dbird und mydbird ist der persönliche Bereich für alle Teilnehmenden am Monitoring.
Hier finden sich drei wesentliche Funktionen: 1.) Der Kartierkalender, der einen Überblick über alle Begehungen und Beobachtungen erlaubt, 2.) die Datenprüfung, die es ermöglicht rasch und übersichtlich die eigenen Beobachtungen zu evaluieren und so die Datenqualität im Vogelmonitoring zu steigern und 3.) die sogenannten Jahresergebnisse der MsB-Module, die es erlauben die eigenen Ergebnisse im Kontext mit überregionalen Ergebnissen zu vergleichen.
Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf den Seiten des DDA . Außerdem gibt es Erklärvideos zum Login und Kartierkalender, zur Datenprüfung und zu den Jahresergebnissen .
Aktive können sich hier in mydbird direkt einloggen. Wer sich noch nicht am Monitoring häufiger Brutvögel (MhB) oder dem Monitoring seltener Brutvögel (MsB) beteiligt, findet hier zahlreiche Mitmachmöglichkeiten.
Wir bitten alle Aktiven im Monitoring in dbird zu stöbern und eigene Daten zu überprüfen. Die vielen verschiedenen Auswertungsmöglichkeit sehen wir auch als Rückmeldung, um Ihnen etwas für Ihr Engagement zurückzugeben. Es gibt einen Feedback-Button, über den Verbesserungsvorschläge, Fehler und Lob eingereicht werden können. Machen Sie gerne eifrig davon Gebrauch, schließlich ist die Plattform noch ganz neu, soll aber zukünftig noch weiter verbessert und ausgebaut werden. Wir wünschen viel Spaß!
16.07.2025
Einladung zur NWO-Exkursion
Die NWO lädt zur Exkursion 2025 in den Westen von NRW ein. Wir besuchen die Emschermündung sowie die Rheinaue Walsum. Das Gebiet ist der südliche Ausläufer des Unteren Niederrheins und liegt gleichzeitig in der Metropolregion Ruhrgebiet. Die Auenlandschaft ist zu allen Jahreszeiten einen Besuch wert. Wir suchen unterschiedliche Lebensräume vom Bergsenkungsgewässer über Bruchwälder und Heckenlandschaften bis zu Wiesen und Gewässern im Deichvorland auf.
Die Emschermündung wurde in den letzten Jahren aufwändig umgestaltet und ist eines der bekanntesten Beispiele für Renaturierungsmaßnahmen in NRW. Wir haben Chancen auf Beobachtungen von Weißstorch, Eisvogel und mit etwas Glück Löfflern und Seeadlern. Zu dieser Zeit ist auch mit durchziehenden Limikolen zu rechnen!
Datum: Sonntag, 24.08.2025, 10:00 Uhr
Treffpunkt: Hof Emschermündung, Am Hagelkreuz 20 in 46535 Dinslaken (Open Street Map)
Leitung: Dr. Johannes Meßer & Gunnar Jacobs
Anreise: Bitte Fahrgemeinschaften mit privatem PKW bilden.
Der Hof Emschermündung ist 4 km (per Rad) vom Bahnhof Dinslaken entfernt. Die Strecke ist etwa 6-7 km lang. Anschließend besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Einkehr im Hof Emschermündung (bitte bei Anmeldung angeben!). Es ist auch möglich, bereits nach der Hälfte der Strecke dort einzukehren, falls jemandem die gesamte Strecke zu lang ist. Die vollständige Einladung zur Exkursion kann hier als pdf heruntergeladen werden.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Interessierte sind herzlich willkommen. Wir bitten aber um verbindliche, formlose Anmeldung bis zum 10.08.2025. Bitte vergessen Sie nicht, uns dabei anzugeben, ob Sie mit uns einkehren möchten!
E-Mail: geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de
11.07.2025
Bundesweites Feedback zum Wendehals-Monitoring
Dank digitaler Datenübertragung liegen kurz nach der Brutzeit nun bereits erste Ergebnisse aus dem Monitoring seltener Brutvögel 2025 vor. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten gibt für das Wendehals-Modul ein erstes Feedback: In NRW gibt es bisher erst einige wenige Wendehalsrouten, so dass landesweite Aussagen nur sehr eingeschränkt möglich sind.
Innerhalb Deutschlands gab es 2025 nach vorläufigen Auswertungen recht unterschiedliche Entwicklungen. In unserem Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz waren es 2025 beispielsweise weniger Wendehälse als 2024, in Brandenburg waren es wieder etwas mehr. Das Modul läuft seit drei Jahren, so dass die Berechnung statistisch belastbarer Trends noch nicht sinnvoll ist. Erfreulich ist aber der hohe Datenrücklauf, der sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die Datenerhebung in der Regel einfach direkt im Feld mit der NaturaList-App erfolgt. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.
In NRW sind bisher fünf Routen vergeben und insgesamt fünf Wendehälse wurden auf zwei Routen beobachtet. Von Baumpieper, Heidelerche und Turteltaube wurden einzelne Individuen nachgewiesen. Alle Routen in NRW befinden sich in der Eifel bzw. im südlichen Rheinland. Wendehälse leben aber auch in anderen Landesteilen und der Landesbestand ist deutlich höher. Die Art hat sich beispielsweise auch in den Mittelgebirgen auf abgestorbenen Forstflächen ausbreiten können. Wir hoffen sehr, zukünftig auch dort Routen vergeben zu können, um die Bestandsentwicklung besser überwachen zu können. Sollten Sie selbst Wendehalsvorkommen in Ihrer Umgebung kennnen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich am Monitoring beteiligen würden. Alle Informationen zum Monitoring finden Sie hier.
