Aktuelle Meldungen

14.05.2022

Weltzugvogeltag 2022: Lichtverschmutzung gefährdet Zugvögel

Sommergoldhähnchen
Traumatisiertes Sommergoldhähnchen am Posttower (© Kathrin Schidelko)
Posttower
Der hell erleuchtete Posttower
(© Kathrin Schidelko, 2008)

Lichtverschmutzung ist ein Umweltproblem, das in den letzten Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit bekommen hat. Das Fehlen eines dunklen Himmels, der nur von Mond, Planeten und Sternen beleuchtet wird ist nicht nur ein Problem für die Astronomie oder aus kulturellen Aspekten zu bedauern, sondern ein ernstes Problem für die Artenvielfalt. Insekten werden vom Licht angelockt und sterben an Lampen, aber auch Vögel werden vom Licht angezogen – ein Phänomen das seit dem 19. Jahrhundert gut beschrieben ist – Zugvogelmassen, die sich um Leuchttürme sammeln oder mit diesen kollidieren sind lange bekannt. Ungleich größer sind die Folgen unserer stark erleuchteten Städte. Dabei geht es dort bei vielen Beleuchtungen gar nicht darum, die Sicherheit der menschlichen Bewohner zu erhöhen, sondern nicht selten stehen ästhetische Aspekte im Vordergrund – dazu gehören Himmelsstrahler oder Lampen, die überwiegend nach oben leuchten. Auch unter energetischen Gesichtspunkten verschärfen viele Lampen die Klimakrise. Besonders fatal erweisen sich aber oft nachts hell erleuchtete Gebäude. Die UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten richtet heute den #WorldMigratoryBirdDay aus und macht in diesem Rahmen besonders auf die Gefahren der Lichtverschmutzung für Zugvögel aufmerksam.

NRW mit seinen vielen Städten ist vermutlich besonders stark betroffen. Ein prominentes Beispiel ist der Posttower in Bonn, von dem seit langem bekannt ist, dass er eine Todesfalle für Zugvögel darstellt. Eine bereits 2009 veröffentlichte Studie im Charadrius hatte dies erstmals gezeigt. Leider haben die danach durchgeführten Maßnahmen nicht ausgereicht, um die Gefährdung für Zugvögel abzustellen. Soeben erschien eine Folgestudie im Journal für Ornithologie. Betroffen sind u.a. Arten wie Rotkehlchen und Goldhähnchen. Autorinnen und Autoren machen zahlreiche Vorschläge, um die Gefahr von Lichtverschmutzung für die Vogelwelt zu reduzieren.

 

 

10.05.2022

Rückblick Birdrace 2022

Kerneißer
Kernbeißer sind beim Birdrace nicht immer leicht festzustellen (© Hans Glader)

Am letzten Samstag (07. Mai) war es wieder so weit - das bundesweite Birdrace ging in die nächste Runde. Das Birdrace ist traditionell der bundesweite Tag der Vogelartenvielfalt. Wie schon im letzten Jahr waren die Mitmachmöglichkeiten vielfältig: Teams aus fünf Personen konnten gemeinsam oder getrennt in der selben Stadt oder in verschiedenen Kreisen unterwegs sein. Zahlreiche Teams wählten die fahrradfreundliche Alternative, aber auch das für manche barriereärmere Auto war als Transportmittel erlaubt. Mit dem Birdrace werden Spenden für das Beobachtungsportal ornitho.de gesammelt. Ornitho.de ist nicht nur Austauschplattform sondern auch das zentrale Werkzeug für das Vogelmonitoring in Deutschland und damit eine wesentliche Grundlage des Natur- und Vogelschutzes im Land. Mittlerweile liegen die (vorläufigen) Ergebnisse vor.

NRW ist das Ursprungsland des Birdrace und kam 2022 als erstes unter den Bundesländern ohne Küstenzugang auf Platz fünf im Ranking der meisten festgestellten Arten. An diesem Tag stand aber die Freude an der Vogelbeobachtung im Vordergrund. Deshalb sind wir besonders begeistert, dass insgesamt 162 Teams und 400 Birdracer*innen in NRW unterwegs waren - das ist Platz 1 im Bundeslandranking. Bundesweit waren es übrigens 845 Teams und 2542 Teilnehmende. Wir hoffen, das Birdrace hat allen Teilnehmenden Spaß gemacht und Sie/Ihr habt tolle Beobachtungen genießen können!

Alle Ergebnisse lassen sich auf der Birdrace-Seite im Detail anschauen. Hier finden sich auch die kreis- bzw. stadtweiten Resultate.

 

 

04.05.2022

Spechtmonitoring: Neues Modul erfolgreich angelaufen

Schwarzspecht
Das Spechtmodul soll Trendberechnungen für Arten wie den Schwarzspecht ermöglichen
(© Hans Glader)

Seit einiger Zeit wird das Monitoring seltener Brutvögel in Deutschland vielfach neu aufgestellt. Dazu hat der DDA spezielle Monitoring-Module erstellt. Eines davon ist das sogenannte Spechtmodul. In NRW haben Carsten Cordes und Klaus Nottmeyer die Organisatuon dieses Programms für die NWO übernommen. Bei zwei Begehungen auf einer Route mit festgelegten Stopps werden verschiedene Spechtarten in Wäldern und anderen für die Vogelgruppe grundsätzlich geeigneten Lebensräumen erfasst. Aktuell dürften die meisten Daten für die Saison 2022 eingegangen sein. Sofern die Naturalist-App genutzt wird, werden die Daten sogar in Echtzeit übermittelt. Spechte sind als Indikatoren für den Zustand unserer Wälder und Forste eine besonders wichtige Vogelgruppe, über dessen Bestandsveränderungen wir Bescheid wissen möchten. Außerdem können auch weitere Arten im Rahmen einer erweiterten Artenliste wie Grünspecht und Hohltaube erfasst werden.

Die Erfassungszeit für die Spechte im Rahmen des Moduls endete am 20. April. Auch wenn die Vögel natürlich noch mit der Brut beschäftigt sind, ist die optimale Erfassung revieranzeigender Vögel eben deutlich früher im Jahr. Jetzt Anfang Mai hört man Spechte beispielsweise kaum noch trommeln. Nach aktuellem Stand sind in NRW stolze 49 Routen vergeben, bundesweit sind es sogar 629 gegenüber 323 im Jahr 2021. Das Programm startet also richtig durch. Dennoch sind längst nicht alle Regionen in NRW gut abgedeckt und wir freuen uns überall noch über engagierte Teilnehmende. Größere Lücken gibt es teilweise noch im Rheinland, aber auch in vielen bewaldeten Mittelgebirgen, wo eine gute Abdeckung besonders wichtig ist. Die Methode ist wenig aufwändig und das Artenspektrum vergleichsweise überschaubar. Mit zwei Waldspaziergängen zur richtigen Zeit können also interessierte Ornis ganz einfach zum Spechtmonitoring in Deutschland beitragen. Wir bedanken uns bei allen, die sich bereits beteiligen und hoffen, diejenigen, die bisher noch nicht dabei sind, haben Zeitlust, sich ab 2023 am Spechtmodul zu beteiligen.

 

 

26.04.2022

Crowdfundingprojekt: GPS4APUS zur Erforschung des Zugs der Mauersegler

Mauersegler
Mauersegler kehren Ende April aus dem Winterquartier zurück (© Klaus Roggel)
Mauerseglernest
Am Biggesee brüten die Vögel im Inneren eines Brückenbauwerks (© Natalie Kelsey)

Jetzt Ende April kehren die Mauersegler in ihre mitteleuropäischen Brutgebiete zurück. Auch in NRW brütet die Art in allen größeren Siedlungen, vor allem in mittelgroßen Städten. Ein besonderer Brutplatz existiert in Olpe, wo die Vögel in der Brücke der Bundesstraße über den Biggesee brüten. Seit rund 15 Jahren werden diese Vögel intensiv von der AG Ökologie und Verhaltensbiologie der Universität Siegen untersucht. Bei vielfach abnehmenden Beständen ist grundlegendes Wissen über die Lebenslaufstrategien dieser Art umso wichtiger. Einer der Forschungsschwerpunkte der AG um Prof. Dr. Witte ist das Zugverhalten dieser Tiere. Ergebnisse früherere Studien hat die Arbeitsgruppe in der Vergangenheit schon auf einer unserer NWO-Tagungen vorgestellt und eifrige Besucher der Tagungen der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft kennen das Projekt ebenfalls von zahlreichen Beiträgen. In diesem und den nächsten Jahren sollen nun zahlreiche Vögel auch mit GPS-Loggern ausgestattet werden. Diese sind sehr viel genauer als in der Vergangenheit eingesetzte Lichtlogger und die Arbeitsgruppe erhofft sich dadurch viel genauere Einblicke in das Verhalten der Vögel und das Geheimnis ihres bisher nur schwer zu erfoschenden Zuges in die Winterquartiere und zurück.

Solche hochmoderne Technik ist nicht ganz preiswert, weshalb die Uni Siegen nun ein Crowdfunding-Projekt gestartet hat. Die Uni Siegen hat uns gebeten, doch ein bisschen Werbung dafür an dieser Stelle zu machen. Dem kommen wir gerne nach und hoffen, diese ornithologische Forschung „made in NRW" findet Ihr Interesse. Informationen inklusive eines Films und die Möglichkeit, das Projekt GPS4Apus zu unterstützen, gibt es auf der Startnext-Homepage.

 

 

20.04.2022

Veröffentlichungen der AG Greifvögel online

Mäusebussard
Mäusebussarde sind die häufigsten Greifvögel in NRW (© Hans Glader)

Unsere AG Greifvögel blickt auf eine erstaunlich lange und engagierte Geschichte zurück. Schon vor der Vereinigung rheinischer und westfälischer Ornitholog*innen in einem gemeinsamen Verein gab es eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Schutz und zur Erforschung der Greifvögel in NRW. Im Laufe von rund 50 Jahren - in diesem Jahr wird die AG Greifvögel ihr Jubiläum feiern - haben die Mitglieder zahlreiche Veröffentlichungen herausgegeben. Darunter sind Beiträge über einzelne Arten vom Wespenbussard bis zum Baumfalken, organisatorische Arbeiten, aber auch die sinnlose, direkte Verfolgung dieser faszinierenden Vögel war Gegenstand von Veröffentlichungen. Diese sind nun alle als Download auf der Seite der AG Greifvögel verfügbar.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern.

Übrigens, die AG Greifvögel freut sich jederzeit über neue Mitstreiter*innen, um das Monitoring der Greifvögelin Nordrhein-Westfalen weiter voranzubringen.

 

 

09.04.2022

Personelle Änderungen bei der Avifaunistischen Kommission

Gleitaar
Beobachtungen von Seltenheiten wie dem Gleitaar sollten an die AviKom gemeldet werden (© Darius Stiels)

Unsere Avifaunistische Kommission (AviKom) leistet seit vielen Jahren eine grandiose Arbeit. Alljährlich werden unzählige Meldungen von Seltenheiten dokumentiert, bearbeitet und beurteilt. Im Jahr 2017 wurde mit dem Buch Seltene Vögel in Nordrhein-Westfalen das Standardwerk über dieses Thema herausgegeben. Außerdem arbeitet die AviKom der NWO sehr eng mit der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) zusammen, die auf Bundesebene Beobachtungen von Seltenheiten sammelt und dokumentiert.

Nun kam es erstmals seit längerer Zeit wieder zu personellen Änderungen. Eckhard Möller und Klaus Hubatsch haben sich auf eigenen Wunsch hin aus dem engeren Kreis der stimmberechtigen AviKom-Mitglieder zurückgezogen. Die NWO dankt beiden für Ihre außerordentliche langjährige Tätigkeit für die AviKom.

Seit dem 01.01.2022 gibt es nun offiziell eine neue personelle Aufstellung der AviKom (die in vielen Fällen auch die alte ist). Die Leitung der AviKom hat nun Tobias Rautenberg inne.
Weitere stimmberechtige Mitglieder sind
Andreas Buchheim (Ulaanbaatar (Mongolei)/Datteln)
Markus Hubatsch (Neuss)
Meinolf Ottensmann (Bielefeld)
Benjamin Steffen (Bad Zwischenahn/NDS)
Hendrik Weindorf (Bochum)

Weitere Mitarbeiter sind
Daniel Hubatsch (Düsseldorf) (Koordination/Redaktion Seltenheitenbericht)
Eckhard Möller (Herford) (Archiv/Redaktion Seltenheitenbericht)

Wir wünschen der AviKom viel Spaß bei ihrer Tätigkeit und natürlich viele spannende Meldungen.

 

 

01.04.2022

Einladung zur NWO-Exkursion am 22. Mai 2022: „Zu Besuch bei den westfälischen Grauammern“

Grauammer
Grauammern brüten in Westfalen nur in der Hellwegbörde (© Margret Bunzel-Drüke)
Wiesenweihe
Es gibt gute Chancen, auch Wiesenweihen zu sehen (© Margret Bunzel-Drüke)

Die diesjährige NWO-Exkursion führt in das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde im Kreis Soest. Die Hellwegbörde ist das einzige regelmäßige Brutgebiet der Wiesenweihe und Verbreitungsschwerpunkt des Wachtelkönigs in Nordrhein-Westfalen. Weitere typische Feldvögel wie Rebhuhn, Wachtel, Feldlerche und Schafstelze erreichen hier hohe Dichten. In der weitläufigen Agrarlandschaft werden seit Jahren vielfältige Maßnahmen zum Schutz der stark gefährdeten Vogelarten der Felder durchgeführt. Davon profitiert unter anderem die Grauammer. Nachdem sie zwischenzeitlich fast verschwunden war, hat ihr Bestand wieder auf gut 30 Reviere zugenommen. Weitere Arten, die mit Glück am Rande des Exkursionsgebietes beobachtet werden können, sind u.a. Rotmilan, Turteltaube, Baumpieper und Kolkrabe. Die drei- bis vierstündige einfache Wanderung führt von Geseke-Eringerfeld aus durch die Feldflur Östereiden und zurück durch den Eringerfelder Wald.

Wir danken den lokalen Veranstaltern Ralf Joest, Patrick Hundorf und Hubertus Illner von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz. Treffpunkt ist um 09:00 Uhr am Sportplatz in Geseke-Eringerfeld (Ort in Google Maps ). Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, so dass eine Anmeldung erforderlich ist. Dazu reicht eine formlose E-Mail an geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de. Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um Selbstverpflegung, festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung. Eventuell besteht nach der Exkursion die Möglichkeit zur gemeinsamen Einkehr (auf eigene Kosten).

 

 

29.03.2022

Greifvogelseminar der NWO ein schöner Erfolg

Auf der Suche nach Greifvogelbrutplätzen im Wald (© Ralf Joest)
Auch Theorie muss sein (© Ralf Joest)

In diesem Jahr konnte das mehrfach verschobene Greifvogelseminar der NWO endlich stattfinden. Fünfzehn Teilnehmer*innen trafen sich in der Biolgischen Station der ABU Soest, um mehr über unsere Greifvögel zu lernen. Ralf Joest führte kurz in das umliegende Vogelschutzgebiet Hellwegbörde ein. Jens Brune, Leiter der AG Greifvögel der NWO, erläuterte Bestimmung und Biologie der heimischen Arten und gab Hinweise zur Erfassung.

Auf der anschliessenden Exkursion in die Hellwegbörde konnten Turmfalke, Habicht, Sperber, Mäusebussard, Rotmilan und eine erste Rohrweihe beobachtet und ihr Revierverhalten interpretiert werden. Im Frühlingswald Brockbusch wurden geeignte Brutstrukturen aufgesucht und Hinweise zur Spurensuche gegeben.

Ralf Joest

 

 

26.03.2022

Knäkenteneinflug

Knäkente
Aktuell scheint es einen starken Knäkenteneinflug nach Westeuropa zu geben (© Hans Glader)

Jetzt Ende März kehrt einer der wenigen echten Langstreckenzieher unter den heimischen Enten zurück. Anders als die meisten anderen Schwimmvögel überwintern in Europa brütende Knäkenten vielfach in Afrika südlich der Sahara. Knäkenten sind bei uns als Brutvögel jedoch vor allem durch Lebensraumvernichtung, direkte Verfolgung und vermutlich auch durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht und auch als Durchzügler stark gefährdet. Die meisten bei uns zu beobachtenden Knäkenten brüten daher deutlich weiter nordöstlich. In diesem Jahr kommt es jedoch zu einem verstärkten Durchzug im westlichen Mitteleuropa. Das zeigen zum einen Daten aus dem Vereinigten Königreich (Quelle: birdguides.com), zum anderen aber auch aktuelle Statistiken auf ornitho.de. Wenn Sie selbst Knäkenten beobachtet haben, können Sie diese dort wie gewohnt melden.

Vielleicht haben Sie auch Interesse, sich noch mehr mit den heimischen Wasservögeln zu beschäftigen. Dann freuen wir uns, wenn Sie sich an der Wasservogelzählung zu beteiligen. Sicherlich sind auch in Ihrer Nähe noch Gewässer, die bisher nicht alljährlich erfasst werden. Die Saison geht in der Regel von September bis April. Wer Lust hat, kann sich also jetzt schon für die nächste Saison vormerken lassen.

 

 

23.03.2022

Rotdrosseldurchzug in NRW

Rotdrossel
Rotdrosseln sind aktuell häufig zu beobachten (© Hans Glader)

Der März ist für viele Zugvögel eine der Hauptdurchzugszeiten in Mitteleuropa. Besonders auffällig war in den letzten Tagen und Wochen der Durchzug der Rotdrosseln. Gebietsweise kam es wohl auch zu Zugstau. Allein um die NWO-Geschäftsstelle waren abends zeitweise über 200 Rotdrosseln zu beobachten. Rotdrosseln sind verbreitete Brutvögel Nordeuropas und ziehen auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa besonders über das westliche Mitteleuropa. Auch in NRW sind die Vögel dementsprechend regelmäßig auf dem Durchzug im Herbst und Frühjahr zu beobachten und überwintern teilweise auch hier bei uns. Am einfachsten erkennt man die Vögel an ihrem auffälligen Flugruf, der wie ein lang gedehntes Ziieh klingt. Rotdrosseln ziehen vielfach nachts und die Rufe sind dann auch gut über Städten zu hören. Ansonsten sehen die Vögel Singdrosseln auf den ersten Blick recht ähnlich, im Detail gibt es aber zahlreiche Gefiederunterschiede - u.a. im Kopfmuster mit seinem hervorstechenden Überaugenstreif. Der Name stammt von den rötlichen Flanken und den manchmal im Flug auffälligen roten Unterflügeldecken. Wer selbst Rotdrosseln beobachtet, kann sie wie gewohnt auf ornitho.de melden. Die Vögel rasten in verschiedenen Lebensräumen, oft sieht man sie auf Wiesen und Weiden auf der Suche nach Regenwürmern, jetzt im März werden aber besonders gerne die Beeren des Efeus gefressen und die Art kann daher auch an Waldrändern und in Gärten beobachtet werden. Einen Überblick über das Zuggeschehen der Rotdrossel und vieler anderer Arten (quasi in Echtzeit) gibt das Eurobirdportal.

 

 

21.03.2022

Rückblick auf die Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2022

MV 2022
Die diesjährige Jahrestagung und Mitgliederversammlung fand vor Ort und digital statt (© Kathrin Schidelko)

Am gestrigen Sonntag fand unsere diesjähre Jahrestagung und Mitgliederversammlung statt. Es war unsere erste Hybridveranstaltung und alle Verantwortlichen sind froh, dass wir uns wieder (virtuell) treffen konnten, nachdem im letzten Jahr die Veranstaltung pandemiebedingt ausfallen musste.

Die Mitgliederversammlung am Vormittag begann mit den üblichen Rubriken. Es standen jedoch auch verschiedene Wahlen an. So musste turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt werden. Der alte Vorstand (Klaus Nottmeyer, Stefani Pleines, Ralf Barfknecht) wurde wiedergewählt - Christine Kowallik hat jedoch auf eine erneute Kandidatur als Schriftführerin verzichtet. Sie kümmert sich nun verstärkt um die AG Gänse, als deren neue Leiterin sie bestätigt wurde. Neue Schriftführerin ist Barbara Zimmermeyer (herzlich willkommen!) und Tobias Rautenberg wurde als neuer Leiter der AviKom bestätigt. Auch im Beirat gibt es Veränderungen: Dr. Goetz Rheinwald und Helmut Stahl treten nicht mehr an. Auch ihnen sei für ihr langjähriges Engagement herzlich gedankt. Kathrin Schidelko und Darius Stiels sind zukünftig als Geschäftsstellenmitarbeitende in den NWO-Gremien vertreten. Neu in den Beirat gewählt wurden Jonas Brüggeshemke und Alexandra Schieweling. Herzlich willkommen!

Stefan Sudmann und Kees Koffijberg stellten die aktuellen Entwicklungen beim Charadrius vor. Stefan Sudmann wird sein Amt als Redakteur nach 18 Jahrgängen demnächst niederlegen und in Kürze wird ein neues Redaktionsteam seine Tätigkeit fortführen.

Besonders gefreut hat uns, dass auch drei Preise vergeben werden konnten. Den NWO-Förderpreis erhielt Alina Jacqueline Krämer für ihre Bachelorarbeit „Densities of endangered farmland bird species increase with the proportion of agri-environmental schemes at landscape level“. Auch zwei NWO-Preise wurden vergeben. Den NWO-Preis für das Jahr 2021 erhielt Erich Hauth „für seine langwährende feldornithologische Arbeit in der Wahner Heide, verbunden mit der Leitung der dortigen Kartiergemeinschaft, was u.a. zur Ausweisung der Wahner Heide zum Vogelschutzgebiet führte, und deren Ergebnisse sich in dem Werk über die Brutvögel des Gebietes niederschlugen“. Der NWO-Preis 2022 ging an Eckhard Möller „für seinen jahrzehntelangen Einsatz für mindestens zwei wesentliche Stützen der Vogelkunde in NRW: Der fachlich anspruchsvollen Bearbeitung der Seltenheiten und sein unnachahmliches Werben um neue Mitglieder, inbsesondere beim Nachwuchs.“ Herzlichen Glückwunsch!

Die NWO-Mitglieder haben außerdem Veronika Huisman-Fiegen zum Ehrenmitglied ernannt. Vielen Dank, HuFi, für Deine langjährige Unterstützung, die unseren Verein in den letzten Jahren ganz wesentlich nach vorne gebracht hat.

Das Vortragsprogramm begann mit dem Bericht der Avifaunistischen Kommission. Auch hier gibt es personelle Änderungen. Klaus Hubatsch und Eckhard Möller treten zurück (Dankeschön für Euer Engagement!), neu im AviKom-Team sind Markus Hubatsch und Meinolf Ottensmann, Daniel Hubatsch wird die AviKom organisatorisch unterstützen. Das Vogelquiz von Tobias Rautenberg hat wieder für Verzweiflung und Begeisterung gleichermaßen gesorgt ;-) Wer außer Konkurrenz selbst einmal spielen möchte, kann es hier probieren. Die strahlenden Sieger sind Moritz Meinken, Michael Schmitz und Daniel Duff. Die Preise werden wir in Kürze verschicken.

Die Vogelschutzwarte (Bettina Fels und Peter Herkenrath) berichtete über zwei sehr wichtige Vogelschutzthemen: Vogelschlag an Glas und Feldvogelinseln. Kathrin Schidelko stellte die neue Geschäftsstelle und die Koordinationsstelle Vogelmonitoring NRW vor. Christian Härting und Birgit Beckers präsentierten neue und sehr erfolgreiche Wege im Wiesenvogelschutz mittels Drohnentechnologie und mobilen Elektrozäunen. Stefan Sudmann konnte am Beispiel Köln zeigen, welche schrecklichen Folgen intensive Greifvogelverfolgung auf Habichtbestände haben kann. Im Anschluss gab es äußerst interessante Neuigkeiten aus der AG Gänse (Christine Kowallik) und der AG Greifvögel (Jens Brune). Zum Abschluss der Veranstaltung gab Esther Koch einen Überblick über Halsbandsittich und Alexandersittich im Rheinland und Johannes Amshoff begeisterte die Zuhörerschaft über nächtlichen Vogelzug und die Möglichkeiten, diesen mit bioakustischen Hilfsmitteln (Thema NocMig) zu erfassen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Referenten und Teilnehmenden für die gelungene Tagung. Vielen Dank an Herrn Henkel und die NUA, die die Umsetzung der Hybridveranstaltung erst ermöglichten!

ps Habt Ihr alle Vögel erkennen können? Die Lösung des Vogelrätsels kann hier angesehen werden. Vielen Dank an Tobias Rautenberg für das tolle Quiz! Die Preisträger wurden beim Livequiz während der Jahrestagung bereits ermittelt (s.o.).

 

 

14.03.2022

Zugstau: Rastende Goldregenpfeifer

Goldregenpfeifer
In den letzten Tagen gab es einige Meldungen über größere Goldregenpfeifertrupps in NRW (© Hans Glader)

Goldregenpfeifer sind nordische Brutvögel (in NRW ist die Art ausgestorben), die auf dem Frühjahrszug regelmäßig in unserem Bundesland rasten. Vor einigen Jahrzehnten gab es noch große Rastvorkommen am Niederrhein, die aber heute - abgesehen von kleineren Rastbeständen - fast gänzlich verschwunden sind. Die Art steht dementsprechend als gefährdet auf der Roten Liste wandernder Vögel in NRW. Heute finden sich größere Trupps zu den Zugzeiten eher in den großen Bördelandschaften ein. Auch in den letzten Tagen gab es Meldungen über größere Trupps. Neben einigen Meldungen vom Niederrhein wurden erstaunlich große Trupps aus dem südlichen Rheinland (ein Trupp mit ca. 500 Individuen) und aus der Soester Börde (ein Trupp mit ca. 630 Individuen) gemeldet. Solche Truppstärken kommen vor allem im Rheinland nicht alljährlich vor und sind daher durchaus als außergewöhnlich anzusehen. Vermutlich kam es zu einer Zugstausituation. Ungünstige Winde und kalte (Nacht-)temperaturen haben die Vögel möglicherweise bei ihrem Zug in die Brutgebiete veranlasst, länger und in größerer Zahl zu rasten. Auch aus Hessen liegen aktuell vergleichbare Meldungen vor.

Aktuelle Beobachtungen gibt es wie gewohnt auf ornitho.de. Die Vögel suchen oft auf frisch bearbeiteten Äckern nach Nahrung. Wer selbst nach den Vögeln sucht, sollte sich an die geltenden Regeln halten (Fahrverbot auf den meisten Feldwegen!) und die Vögel auf keinen Fall stören. Wer mehr über das spannende Phänomen „Zugstau“ erfahren möchte, wird in unseren FAQs fündig.