Aktuelle Meldungen

02.02.2026

Welttag der Feuchtgebiete

Bekassine
Bekassinen sind als Brutvögel in NRW vom Aussterben bedroht (© Hans Glader)

Heute ist Welttag der Feuchtgebiete. Am 02. Februar 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar das Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, unterschrieben. Deutschland trat fünf Jahre später bei und feiert im Jahr 2026 die 50-jährige Unterzeichnung.

Feuchtgebiete gehören zu den produktivsten Lebensräumen der Erde, sie halten das Wasser für Trockenzeiten, wirken mäßigend auf das Klima, speichern CO2, sind Erholungsräume, essentiell für Land- und Forstwirtschaft und vor allem Hotspots der Artenvielfalt. Weltweit die Zahl der Feuchtgebiete durch menschlichen Einfluss leider immer weiter ab und viele sind stark geschädigt.

In NRW wurden drei Gebiete als Ramsargebiet von internationaler Bedeutung gemeldet: der Untere Niederrhein, die Rieselfelder Münster und die Staustufe Schlüsselburg. Blicken wir auf den Zustand der Feuchtgebiete in unserem Bundesland insgesamt, wurden auch bei uns Moore großräumig entwässert, Flüsse begradigt und noch so kleine Feuchtstellen, Tümpel und Teiche sind trockengelegt worden und der Grundwasserspiegel wurde fast überall abgesenkt. Das alles sind Prozesse, die keineswegs überall gestoppt wurden, zumal die Klimakrise als weiterer Gefährdungsfaktor hinzugekommen ist.

Auf den Roten Listen finden sich daher wenig überraschend viele Feuchtgebietsbewohner wie die Bekassine in den höchsten Kategorien wieder. Bekassinen waren einst fast flächendeckend als Brutvögel bei uns verbreitet und fehlten auch im Mittelgebirge nicht. Heute leben in NRW nur noch wenige Brutpaare in wenigen sehr nassen Mooren und Feuchtwiesen.

Die gute Nachricht ist, dass Wiedervernässungen und Renaturierungsprojekte nicht selten schon nach kurzer Zeit Erfolg haben und manche bedrohte Art rasch wiederkommen kann. Leider sind es noch viel zu wenige Projekte und die Umsetzung erfolgt oft nicht konsequent genug und die Flächen sind dementsprechend oft zu klein, um den hochgradig bedrohten Arten besser zu helfen. Bei einigen Arten hält die Bestandsabnahme daher weiter an oder eine Wiederbesiedlung wie sie in benachbarten Regionen längst stattgefunden hat, bleibt in NRW aus. Es bleibt also viel zu tun!

Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich an unseren Monitoringprogrammen beteiligen, die wichtige Grundlagen über den ökologischen Zustand unserer Gewässer und iherer Bewohner liefern. Das Monitoring seltener Brutvögel der Binnengewässer ist gerade in überschaubaren Gebieten wie Seen und Parkgewässern ein ideales Einstiegsmodul, an Fließgewässern lassen sich Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze bereits mit zwei Spaziergängen im Frühjahr erfassen. Jetzt ist die richtige Zeit, sich dazu bei uns zu melden, denn die Zählsaison startet in Kürze. Wer lieber Rastvögel erfassen möchte, kann sich beispielsweise an der Wasservogelzählung beteiligen. Der Schwerpunkt der Erfassungen liegt von September bis April, aber ein Einstieg ist jederzeit möglich. Scheuen Sie sich nicht, sich bei uns zu melden!

 

 

27.01.2026

Start in die Rebhuhnsaison

Rebhuhn
Rebhuhn (© Hans Glader)

Wie kaum eine andere Art steht das Rebhuhn für die Artenvielfalt offener landwirtschaftlich genutzter Lebensräume in Nordrhein-Westfalen. Einst waren die Vögel nahezu flächendeckend auf Feldern und im Grünland verbreitet. Um ihr Vorkommen und ihre Bestandsentwicklung zu überwachen, gibt es ein spezielles Modul in Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel. Aufgrund seiner Einfachheit ist es besonders für den Einstieg geeignet.

Rebhühner zeigen einige ökologische Besonderheiten, die für die Erfassung der Art eine Herausforderung darstellen. Rebhühner sind vor allem im zeitigen Frühjahr sehr rufaktiv, wenn manch andere Art noch wenig aktiv ist. Die Lautäußerungen werden außerdem meist nur in einem sehr kurzen Zeitraum in der Dämmerung geäußert. Die Paare finden sich in dieser Zeit des Jahres, die Brut und Jungenaufzucht finden allerdings erst im späten Frühjahr und Sommer statt. Vor diesem Hintergrund erfolgt die Erfassung über ein eigenes Modul für das Rebhuhn im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel, das auch in NRW umgesetzt wird. Geeignet sind alle Regionen, in denen noch mit Rebhühnern gerechnet werden kann.

Die Methodik ist recht einfach und wenig aufwändig, daher ist dieses Programm auch für Personen mit wenig Zeit geeignet und ein echtes Einstiegsprogramm. Es ist nur eine Begehung zwischen Ende Februar und Ende März erforderlich. Die Erfassung erfolgt entlang einer zuvor festgelegten Zählroute von ein bis anderthalb Kilometern mit Hilfe einer Klangattrappe im Zeitraum von 30 Minuten nach Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang, dauert also nur eine halbe Stunde. In dieser Zeit ist die Rufaktivität der Rebhühner in der Regel am höchsten, wobei natürlich auf eine günstige Witterung zu achten ist. Die Datenerfassung im Feld erfolgt am einfachsten via NaturaList-App (Android) oder ornitho.de. Daten aus dem Rebhuhnmonitoring stehen dann natürlich auch für den neuen Brutvogelatlas ADEBAR 2 zur Verfügung. Im besten Fall beteiligen Sie sich über viele Jahre, da damit nicht nur die aktuelle Verbreitung, sondern auch Bestandstrends ermittelt werden können.

Interesse geweckt, selbst beim Rebhuhn-Monitoring mitzumachen? Ausführliche Informationen und Details gibt es hier. Freie Zählrouten in Ihrer Umgebung lassen sich über unsere Mitmachbörse finden. Dort können Sie Routen für sich reservieren lassen. Von den aktuell 650 Routen in NRW sind einige Dutzend momentan vakant. Auch die Anlage neuer Routen ist möglich. Wer mitmachen möchte, kann sich am besten direkt an Bettina Fels (LANUK) wenden.

 

 

22.01.2026

Start in die Spechtsaison 2026

Schwarzspecht
Schwarzspechte leben oft in alten Wäldern
(© Hans Glader)

Kaum eine Vogelgruppe ist so eng mit Wäldern verbunden wie die Spechte. Sie sind Indikatorarten für den Zustand dieses Lebensraums und als Baumeister des Waldes schaffen sie Brutplätze für viele andere Organismen, von Vögeln über Fledermäuse bis hin zu vielen Arthropoden. Ihr Hunger auf holzbewohnende Larven sorgt zudem dafür, dass sie eine weitere wichtige Rolle als Insektenfresser im Ökosystem Wald innehaben. Spechte haben nicht zuletzt oft faszinierende Lautäußerungen (Trommeln) und sind auch äußerlich echte Hingucker.

Umso wichtiger ist es, die Veränderungen im Bestand bei dieser Vogelgruppe möglichst genau zu überwachen. Aufgrund ihrer großen Reviere ist das aber über die normalen Standarderfassungsprogramme für häufige Arten gar nicht so einfach und mit möglichen Fehlern verbunden. Aus diesem Grund gibt es ein spezielles Spechtmonitoring. Die Erfassungen laufen als Modul des Monitorings seltener Brutvögel des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten und werden in NRW durch die NWO organisiert. Das Modul ist wenig aufwändig und erfordert lediglich zwei frühmorgendliche Begehungen in bestimmten Zeiträumen und in geeignetem Lebensraum, wobei eine Klangattrappe (ein Handy und ein Lautsprecher sind notwendig) eingesetzt wird. Feste Routen und Erfassungspunkte können unter Beachtung einiger kleiner Vorgaben selbst gewählt werden! Voraussetzung zum Mitmachen ist lediglich eine gute Kenntnis der heimischen Spechtarten inklusive ihrer Lautäußerungen. Routen sollten dabei nach Möglichkeit langfristig (d.h. über mehrere Jahre) erfasst werden. Bisher weist unser Routennetz in NRW noch Lücken auf: In der Mitmachbörse können Sie sich informieren, wo bereits gezählt wird. Zwar gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine freie Routen, aber fast überall, wo aktuell im Umfeld keine Routen vergeben sind, besteht natürlich großer Bedarf. Bisher sind in NRW immerhin 86 Routen vergeben, aber räumlich haben wir in NRW noch einige markante Lücken, von denen wir natürlich hoffen, dass wir sie mit Ihrer Hilfe in den nächsten Jahren schließen können.

Wir würden uns daher sehr freuen, wenn Sie Lust haben, mitzumachen. Mit Ihrer Hilfe können wir Trends bei dieser Vogelgruppe bestimmen und wichtige Wissenslücken schließen. Selbstverständlich stehen die erhobenen Specht-Daten auch für den neuen Brutvogelatlas ADEBAR 2 zur Verfügung.

Bundesweit war 2025 dank Ihres großen Engagements erneut ein sehr erfolgreiches Jahr für das Specht-Monitoring! Inzwischen sind bundesweit 1.700 Spechtrouten etabliert. Wenn Sie selbst bereits teilnehmen, aber die Daten aus dem letzten Jahr noch nicht übermittelt haben, freuen wir uns, wenn Sie dies noch nachholen.

Alle Details zum Programm inklusive einem Merkblatt sowie genaue Anleitungen zur Methodik in ornitho.de oder der NaturaList-App finden Sie hier. Um mitzumachen, bitten wir Sie, sich vor dem Start unbedingt per Mail an unsere Ansprechpartner zu wenden. Diese richten gerne gemeinsam mit Ihnen eine Route ein und beantworten alle vorhandenen Fragen. Die Buntspechte trommeln bereits eifrig und die Kartiersaison startet am 21. Februar – jetzt ist daher die beste Zeit, sich eine neue Route einzurichten und sich am MsB Spechte zu beteiligen!

 

 

16.01.2026

NWO-Seminare zur ADEBAR2-Erfassung

ADEBAR 2
ADEBAR-Logo

ADEBAR 2 geht ins zweite Jahr und die NWO bietet zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten an, um den Einstieg in die ADEBAR-Erfassung zu erleichtern.

In den kommenden Wochen bietet Ralf Joest, NWO-Koordinator für die ADEBAR 2-Kartierung in NRW, eine Reihe von Seminaren zur ADEBAR-Erfassung an. Dabei sind Vorträge, Exkursionen, Online-Seminare und eine (Halb-)Tagesveranstaltung. Das Angebot richtet sich an Einsteiger:innen, die mit der Vogelerfassung für ADEBAR 2 beginnen wollen. Für Fortgeschrittene besteht aber auch Raum für vertiefende Fragen und fachlichen Austausch.

Präsenz-Vortrag

ADEBAR 2, Ornitho und Naturalist! Wie kann ich bei der digitalen Vogelerfassung im Kreis Soest mitwirken?
Donnerstag, 12. Februar 2026, 19:30 Uhr, Biologische Station der ABU Soest in Bad Sassendorf-Lohne (Teichstraße 19).

Online-Seminare per Webex-Meeting

ADEBAR, Ornitho und Naturalist! Wie kann ich bei der digitalen Vogelerfassung für ADEBAR 2 mitwirken?
Freitag, 27. Februar 2026, 16:00 bis 18:00 Uhr.
Freitag, 6. März 2026, 16:00 bis 18:00 Uhr.

Vor-Ort-Seminar mit Geländeübung – ADEBAR, Ornitho und Naturalist! Wie kann ich bei der digitalen Vogelerfassung für ADEBAR 2 mitwirken?
Sonntag, 29. März 2026, 09:00 bis 14:00, Biologische Station der ABU Soest in Bad Sassendorf-Lohne (Teichstraße 19).

Exkursion

Vögel zählen im Brockbusch
Einführung in die Geländearbeit für ADEBAR 2 und Co. Ostermontag, 06. April 2026, 09:00 Uhr, Erwitte-Norddorf.

 

Bitte melden Sie sich verbindlich an bei: Ralf Joest (joest@nw-ornithologen.de)
Weitere Informationen zum Atlasprojekt finden Sie hier.

 

 

14.01.2026

60 Jahre Internationale Wasservogelzählung

Löffelente
Löffelente (© Hans Glader)

Wir feiern Jubiläum: In diesem Jahr findet die 60. internationale Zählung rastender Wasservögel statt. Termin ist die Mittwinterzählung am kommenden Wochenende, dem 17./18. Januar.

Seit 1966/67 wird die Zählung der Wasservögel weltweit von Wetlands International organisiert – mittlerweile findet sie in rund 190 Staaten statt. Der International Waterbird Census ist Teil der Zählungen entlang der gesamten ostatlantischen Flugroute (dem sogenannten East Atlantic Flyway, der auch unsere Region umfasst). Der „Total Flyway Count“ findet alle drei Jahre statt und geht dieses Jahr in die fünfte Runde. Auch die europaweite Zählung der Schwäne findet an diesem Wochenende statt.

In NRW werden die Erfassungen durch die NWO organisiert, zum einen im Rahmen der Wasservogelzählung, zum anderen im Rahmen der Zählung der Gänse und Schwäne .

Mehre Hundert Gebiete werden durch eine dreistellige Zahl an Erfasser:innen gezählt. Sie werden nächstes Wochenende wieder ihr Spektiv schultern bzw. das Fernglas umhängen, um die genaue Zahl der Vögel zu ermitteln. Im Laufe der Jahrzehnte wurden weltweit rund 2 Milliarden Wasservögel in etwa 67.000 Gebieten erfasst.

Wer selbst zukünftig mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen. Diverse Zählgebiete sind vakant und gerne richten wir Ihnen auch ein neues Zählgebiet in Ihrer Region ein. Zusätzliche Hintergrundinformationen, methodische Details und Anleitungen finden Sie hier. Zum Jubiläum hat der DDA weitere Informationen und Links in einer aktuellen Meldung.

 

 

12.01.2026

Neuer Möwenrundbrief – Treffen und Pflegeeinsatz

Lachmöwe
Lachmöwen (© Darius Stiels)

Die AG Möwen trifft sich am 20./21.02 und sucht noch Zählende.

Möwen sind im Winterhalbjahr vor allem im Tiefland von NRW ein häufiger Anblick an Gewässern und in der offenen Landschaft. Sie verbringen die Nächte meist an Gemeinschaftsschlafplätzen, die oft seit vielen Jahren besetzt werden. Hier werden sie von Mitgliedern unserer AG Möwen im Rahmen der Schlafplatzzählungen erfasst.

Erfreulich ist, dass mit dem Aasee in Münster nun wieder Daten von einem wichtigen Zählgebiet in Westfalen vorliegen. Lücken in der Datenerfassung haben wir dagegen vor allem noch im Landesteil Nordrhein. Hier sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Wer mitzählen möchte, kann sich gerne bei der AG Möwen melden. Die Schlafplatzzählung umfasst drei abendliche Zählungen im Jahr und benötigt daher nur einen überschaubaren Aufwand. Natürlich ist die Bestimmung einiger Großmöwen eine Herausforderung, andererseits ist das Artenspektrum sehr übersichtlich, so dass die Einarbeitung vergleichsweise schnell erfolgen kann. Im Rahmen abendlicher Zählungen ist auch nicht immer eine Erfassung auf Artniveau möglich bzw. gefordert. Je nach Zählgebiet ist aber oft ein Spektiv erforderlich.

Die Zählenden werden sich am 20./21.02. in Absprache mit der Biologischen Station Zwillbrocker Venn treffen und dort im Rahmen eines Pflegeeinsatzes die Brutinsel der Möwen freischneiden, so dass die Vögel zur Brutzeit wieder geeigneten Lebensraum vorfinden. Wer dort als Tagesgast mithelfen möchte, ist herzlich eingeladen. Bei Interesse am Pflegeeinsatz bzw. der Teilnahme an den Zählungen melden Sie sich bitte bei Jörg Hadasch an.

Weitere Informationen zur Schlafplatzzählung der AG Möwen und alle Rundbriefe finden Sie hier.

 

 

12.01.2026

Einladung zur Mitgliederversammlung und Jahrestagung der NWO

Einladung
Einladung Mitgliederversammlung und Jahrestagung

Die diesjährige Mitgliederversammlung und Jahrestagung der NWO findet am 01. März 2026 in der NUA in Recklinghausen statt. Ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Beiträgen erwartet alle ornithologisch Interessierten im Land!

Am Vormittag findet von 09:30 bis 11:00 Uhr unsere diesjährige Mitgliederversammlung statt.

Nach einer Kaffeepause beginnt um 11:00 Uhr die Jahrestagung mit einem spannenden Programm. Bettina Fels wird zu Neuem aus der Vogelschutzwarte berichten. Nach dem Bericht der AviKom (Tobias Rautenberg und Daniel Hubatsch), bei dem uns tolle Fotos von der ein oder anderen Seltenheit ertwarten, geht es mit Bildern weiter: Das Vogelquiz (von Daniel Duff und Michael Schmitz) gehört mittlerweile zu unserer Tagung dazu und bietet allen die Möglichkeit, eigene Fähligkeiten in der Vogelbestimmung zu testen. Wie gewohnt wird es schöne Preise geben und natürlich jede Menge Ruhm, Ehre und die Erkenntnis, dass ausgerechnet die Art, an die man wahlweise als erstes oder zweites gedacht hat, die korrekte Auflösung gewesen wäre.

Wir freuen uns sehr, dass wir nach der Mittagspause mit Christoph Randler aus Tübingen einen exzellenten Redner von außerhalb gewinnen konnten. Er ist selbst nicht nur Birder, sondern lehrt auch an der Uni Tübingen. Er wird uns in seinem Vortrag auch ein bisschen den Spiegel vorhalten, sind Vogelbeobachtende doch seine bevorzugte soziologische Studiengruppe. Auf den neuesten Stand bei ADEBAR 2 wird uns im Folgenden Ralf Joest bringen, bevor Bruno Walther das sicherlich schon von vielen erwartete neue Steinkauz-Modul im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel vorstellen wird.

Die beiden Abschlussvorträge sind zwei sehr charismatischen Vogelarten unseres Bundeslandes gewidmet: Christine Kowallik et al. entführen uns von den Brutgebieten der Zwerggänse in Schweden hin zu den Überwinterungsgebieten hier bei uns in NRW. Stefan R. Sudmann und Barbara Meyer stellen am Ende die provokante Frage, ob Ziegenmelker Scooter mögen.

 

Genügend Pausen bieten Zeit zum vogelkundlichen Austausch zwischendurch. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt (wir bitten um Spenden!). Die Einladung und das vollständige Programm kann hier heruntergeladen werden. Die Einladung erscheint außerdem im nächsten Charadrius-Heft. Gäste sind herzlich willkommen.

 

 

08.01.2026

Aktuelles Winterwetter – Welchen Einfluss haben Schnee und Eis auf die Vogelwelt?

Feldlerche
Feldlerche im Schnee (© Hans Glader)

Es ist Winter in NRW und Mitteleuropa. Aufgrund des Klimawandels sind Wetterlagen mit Schnee und Eis seltener geworden, aber natürlich nicht gänzlich ausgeschlossen – Wetter ist schließlich nicht gleich Klima. Aber welchen Einfluss hat das aktuelle Winterwetter auf heimische Wildvögel?

Einerseits sind unsere Vögel an den Winter evolutionär angepasst, andererseits stellen Eis und Schnee durchaus eine Herausforderung dar und nicht alle Vogelindividuen überleben den Winter. Wir haben immer wieder über das Thema an verschiedenen berichtet und wollen an dieser Stelle einige wichtige Informationen für Euch und Sie kompakt zusammenstellen.

Viele Strategien, wie Vögel mit dem Winter umgehen haben wir in der folgenden Übersicht aufgezählt und beschrieben. Von Winterflucht bis Winterschlaf bei Vögeln (kein Scherz) ist einiges dabei:
Was machen Vögel im Winter?

Am bekanntesten ist aber vielleicht der Vogelzug – viele Zugvögel sind nun im warmen Süden:
Wie weit ziehen Zugvögel?

In kalten Wintern kommt es in Folge von Winterflucht manchmal zu Invasionen nordischer Vögel, meist allerdings erst, wenn dort das Futter sehr knapp wird. In diesem Winter gibt es einige Meldungen weißköpfiger Schwanzmeisen, aber Birkenzeisige, Erlenzeisige oder auch Seidenschwänze scheinen sich bisher rar zu machen
Was sind Invasionsvögel?

Eine Besonderheit von vielen Vögeln ist die Tatsache, dass Vögel nicht so leicht kalte Füße bekommen. Hilfe dabei leistet das sogenannte Wundernetz:
Warum frieren Vögel im Winter die Füße nicht ein?

Natürlich hilft es auch, wenn ein Bein im Gefieder verborgen ist:
Warum stehen Vögel auf einem Bein?

Und natürlich geht es oft nicht um Schnee oder Kälte per se, sondern darum genügend Futter zu haben. Einige Vögel betreiben daher Vorratshaltung und haben sogar „Kühlschränke“:
Warum kommt der Kleiber so oft ans Futterhaus – Vorratshaltung bei Vögeln?

Schnee und kalte Temperaturen halten manche Vögel allerdings keineswegs vom Singen ab:
Warum singen Vögel aber im Winter?

Genügend Lesestoff also für das nächste Tiefdruckgebiet mit Regen, Glatteis, Schnee und Sturm und sicherlich immer noch nicht allumfassend. Wenn Sie weitere Wünsche für zukünftige „FAQ“ haben, schreiben Sie uns gerne (geschaeftsstelle@nw-ornithologen.de!

 

 

06.01.2026

Wintergänse – neuer Rundbrief und Bericht

Gänse
Graugänse und Tundrasaatgänse
(© Darius Stiels)

NRW ist Gänseland. Im Tiefland des Rheinlandes und Westfalens überwintern zahlreiche Gänse und Schwäne. Ein neuer Bericht gibt Überblick über die Entwicklung der Maximalbestände und aktuelle Muster von 2022 bis 2025.

Auch aus diesem Winter liegen bereits erste vorläufige Daten vor: Die Ankunft der Blässgänse im Herbst erfolgte demnach erneut verzögert, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen. Bei den Tundrasaatgänsen sind die Daten noch nicht repräsentativ, aber hier könnte es ein ähnliches Muster geben. Leider gibt es außerdem auch in diesem Winter wieder Fälle von hochpathogener avirärer Influenza (HPAI, „Geflügelpest“ oder „Vogelgrippe“), von der nicht nur Kraniche, sondern auch Gänse und Schwäne betroffen sind. Aus dem Herbst liegt ein unterdurchschnittlicher Anteil an Jungvögeln vor, was auch einen geringen Bruterfolg im letzten Jahr hinweist. Allerdings kommen Familien auch anscheinend erst später in den Überwinterungsgebieten an. Im Rahmen der Gänse- und Schwanenzählung werden außerdem regelmäßig Ringe abgelesen. Die Beringungsaktivitäten in den Brutgebieten Ruslands wurden aber mit Beginn des Krieges gegen die Ukraine eingestellt, so dass aktuell deutlich weniger beringte Gänse beobachtet werden. Ohne gezielte Suche nach beringten Vögeln werden übrigens auch seltenere Gänse wie Zwerggans, Kurzschnabelgans und sogar Rothalsgans seltener festgestellt. Am 17. und 18. Januar ist die internationale Schwanenzählung. Im Fokus stehen vor allem Sing- und Zwergschwan, die in NRW aber mittlerweile selten geworden sind. Stattdessen liegt hier und deutschlandweit der Fokus auf dem Höckerschwan. Spannend wird zu beobachten sein, ob der aktuelle Wintereinbruch bis dahin noch zu Verschiebungen führen wird.

Der vollständige Rundbrief kann hier heruntergeladen werden. Der Bericht für die Jahre 2022 bis 2025 ist ebenfalls online hier verfügbar. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird außerdem eine ausführliche Arbeit zu den Wintergänsen in NRW im Charadrius erscheinen. Darüber werd wir dann selbstverständlich gesondert berichten.

Die AG Gänse bedankt sich ganz herzlich bei allen Aktiven, die sich an der Gänse- und Schwanenzählung beteiligen! Die Erstellung des Berichtes und die Koordination des GuS-Monitorings wurde dankenswerterweise mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW gefördert.

 

 

05.01.2026

Grauammern im Winter gesucht

Grauammer
Grauammer (© Dr. Margret Bunzel-Drüke)

Wie schon in den letzten Jahren rufen wir zum Jahresanfang dazu auf, gezielt Grauammern zu suchen und zu melden.

Die Grauammer ist eine typische Art der Agrarlandschaften. In NRW gibt es noch Vorkommen in den rheinischen Börden und der westfälischen Hellwegbörde. Wie viele andere Feldvögel gehört sie bei uns zu den stark im Bestand zurückgehenden Arten. In jüngster Zeit sind aber in einigen Regionen, wie zum Beispiel der westfälischen Hellwegbörde, leichte Zunahmen erkennbar. Dies betrifft sowohl die Zahl der Brutreviere als auch die Feststellungen von Grauammertrupps im Winter. Da die Art auch den Winter bei uns sind ist sie auf ein ausreichendes Nahrungsangebot angewiesen. Gerne sucht sie daher Vertragsnaturschutzflächen wie Blühflächen, Brachen oder nicht geernetetem Getreide auf. Die Biologischen Stationen der Kreise Bonn-Rhein-Erft, Düren, Euskirchen und Soest führen in der ersten Januarwoche eine abgestimmte Erfassung überwinternder Grauammern in den regionalen Schwerpunktgebieten durch. Darüber hinaus sind aber alle weiteren Winterbeobachtungen der Art aus NRW interessant. Vogelbeobachter:innen werden daher gebeten, in den kommenden Wochen verstärkt auf die Art zu achten und ihre Beobachtungen bei ornitho.de zu melden./p>

Ralf Joest

 

 

17.12.2025

Grüße zum Jahresende

Jahresende
Rotkehlchen im Schnee (© Darius Stiels)

Die NWO-Geschäftsstelle ist einige Tage nicht erreichbar. Wir sind im neuen Jahr wieder da und wünschen Euch und Ihnen schöne Feiertage und ein vogelreiches Jahr 2026.

Wir hoffen, Sie finden zwischen den Jahren etwas Zeit, ein bisschen Vögel zu beobachten. Diejenigen, die noch auf der Suche nach guten Vorsätzen für das neue Jahr sind, laden wir ein, sich an den Kartierungen für ADEBAR 2 zu beteiligen und/oder beim Vogelmonitoring mitzumachen. Tragen Sie zu einem besseren Verständnis unserer Vogelwelt bei, liefern Sie wichtige Datengrundlagen für den Naturschutz und tun Sie gleichzeitig durch Aktivitäten draußen etwas Gutes für sich selbst. Und noch etwwas, vergessen Sie nicht, im Bekannten- und Freundeskreis eifrig Werbung für die NWO zu machen. Vogelkunde und Vogelschutz in NRW braucht mehr Unterstützung!

Kathrin Schidelko & Darius Stiels

 

 

12.12.2025

Aus unserer AG Weißstorch: Sympathieträger im Aufwind – von drei auf über 1.000 Brutpaare in 34 Jahren

Weißstorch
Weißstörche am Nest (© Hans Glader)

Die Rückkehr des Weißstorches in Nordrhein-Westfalen ist einer der größten landesweiten Artenschutzerfolge der letzten Jahrzehnte. Von drei Paaren im Jahr 1991 erfolgte eine Bestandszunahme auf, nach aktuellem Datenstand, 1.025 Brutpaare im Jahr 2025 mit insgesamt 1.540 ausgeflogenen Jungvögeln. Erstmalig hat der Weißstorch die Marke von 1.000 Brutpaaren überschritten – der Höchstbestand seit der neuzeitlichen Besiedlung von Nordrhein-Westfalen im 15./16. Jahrhundert.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in ganz Deutschland, die Art befindet sich mit rund 13.000 Paaren ebenfalls auf einem Rekordwert. Die in der Bevölkerung beliebte Vogelart profitiert in NRW von zahlreichen Naturschutzmaßnahmen, günstigen Umweltbedingungen, verkürzten Zugstrecken und vom lokalen Engagement vieler Akteurinnen und Akteure. Herzlichen Dank an alle Personen, die am Weißstorch-Monitoring mitgewirkt haben. Der Kreis Minden-Lübbecke bleibt landesweit der Weißstorchkreis Nummer 1 mit dokumentierten 190 Brutpaaren, gefolgt vom Kreis Wesel mit 114 Brutpaaren. Hohe Siedlungsdichten wurden 2025 auch in den Kreisen Paderborn, Soest, Kleve sowie in der Stadt Münster erreicht. In den letzten Jahren sind verstärkt Baumbruten zu beobachten; aus hiesiger Sicht hat die Art aktuell kein Nistplatzproblem.

Viele Störche aus NRW überwintern auf der Iberischen Halbinsel. Aktuell erreichen uns Nachrichten, dass in Spanien über 500 verendete Störche aufgefunden wurden. Neben dem Kranich sind leider auch Weißstörche von der „Vogelgrippe“ (HPAI – hochpathogene aviäre Influenza) in besonderem Maße betroffen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der bisherige Aderlass im Winterquartier auf unseren Brutbestand 2026 auswirkt.

Michael M. Jöbges