Brutbestandsmonitoring Steinkauz (Eulen)
© Hans GladerDer Steinkauz ist eine der Charakterarten der Tiefländer Nordrhein-Westfalens. Mit schätzungsweise 50 bis 60 % des bundesdeutschen Bestandes trägt NRW eine besondere Verantwortung für diese Art. Als typische Leitart strukturreicher Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen, Weiden und extensiv genutzter Offenlandbereiche steht der Steinkauz zugleich für den Erhalt ortsnaher Lebensräume. Er ist zudem der Logovogel des NWO.
Zielarten des Brutbeständsmonitorings sind neben Steinkäuzen auch die anderen regelmäßig bei uns brütenden Eulenarten wie Schleiereule, Uhu, Waldkauz und Waldohreule. Für die Kleineulen Sperlingskauz und Raufußkauz existiert ein separates Modul im Rahmen des Msb.
Untersuchungsgebiete können Quadranten der Topographischen Karte oder deren Viertel sein. Um bestehende Datenreihen fortzuführen oder den Aufwand zu reduzieren, z.B. in Gebieten mit großer Dichte, sind auch andere Untersuchungsgebietsabgrenzungen möglich, z.B. Wälder oder definierte Offenlandbereiche, die polygonal abgegrenzt werden. Für das Brutbestandsmonitoring des Steinkauzes und der anderen Arten existieren zwei verschiedene Erfassungsansätze, die wie beim MsB üblich auf eine langfristige Datenerfassung ausgelegt sind.
1.) Die flächige Erfassung mittels Klangattrappe Großflächige Untersuchungsgebiete werden entlang des öffentlichen Wegenetzes abgesucht und Klangattrappen eingesetzt, um die Zielart(en) nachzuweisen. Zwei Begehungen zur Brutzeit in vorgegebenen Erfassungszeiträumen (je nach Zielart) sind verpflichtend, während zwei weitere in der Nestlings- bzw. Bettelphase optional sind. Werden mehrere Arten erfasst, erhöht sich die Zahl der Begehungen. Eine Begehung kann bei größeren Gebieten mehrere Abende umfassen. Für den Uhu kann zudem die Herbstbalz genutzt werden, wobei dann eine weitere Bestätigung zur Brutzeit erfolgen sollten. Begehungen finden in der Regel abends ab oder eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang statt (für den Steinkauz auch vor Sonnenaufgang möglich). Die Klangattrappe ist in der NaturaList-App integriert, allerdings ist ein separater Bluetooth-Lautsprecher notwendig.
2.) Kastenkontrollen Steinkauz und Schleiereule brüten vielfach in künstlichen Nisthilfen. Diese werden meist auch jetzt schon von Expert:innen z.B. im Rahmen der wissenschaftlichen Vogelberingung vorsichtig einmal im Jahr kontrolliert. Hier können neben weitere ergänzende u.a. brutbiologische Parameter erfasst werden, um so das MsB durch weitere wertvolle Daten zu ergänzen.
Die Dateneingabe erfolgt über einen speziellen Bereich in der NaturaList-App bequem im Feld (nur mit Android verfügbar), wobei auch die Klangattrappe in die App integriert ist oder durch nachträgliches Eintragen der Informationen über einen speziellen Bereich in ornitho.de.
In Kürze präsentieren wir hier weitere methodische Details. Bitte zögern Sie aber nicht, sich jetzt schon bei unserem Ansprechpartner zu melden!
Ansprechpartner

