Goldregenpfeiferzählung

© Hans Glader

Alle sechs Jahre organisiert die „International Wader Study Group“ eine Synchronzählung rastender Goldregenpfeifer. Ziel ist die Erfassung der Gesamtpopulation in Europa als Grundlage für den Schutz dieser Art. In Deutschland werden bei diesem Termin auch Kiebitz und (Großer) Brachvogel erfasst.

In Nordrhein-Westfalen gab es noch vor wenigen Jahrzehnten auf der herbstlichen Rast Goldregenpfeifertrupps, deren Individuenzahl in die Tausende reichten. Am Niederrhein rasteten nicht selten bis zu 100.000 Kiebitze. Bei Zugstausituationen im Frühjahr waren es manchmal sogar noch mehr Vögel. Heute erscheinen den meisten von uns solche Zahlen kaum noch vorstellbar, umso wichtiger ist es aber, die Bestandsveränderungen zu dokumentieren! Nicht umsonst sind zwei der drei Arten mittlerweile in NRW auf der Roten Liste der wandernden Vogelarten.

In NRW geht es vor allem um den Kiebitz, der auch abseits der Zählkulissen der Wasservogelzählung und der Gänse- und Schwanenzählung häufig vorkommt. Gerade die Rastbestände in den Agrargebieten wie den Börden zu erfassen, ist für den Vogelschutz sehr wichtig. Europaweit werden mit den Ergebnissen die internationalen Populationsschätzungen für den Goldregenpfeifer aktualisiert und abgeleitete Parameter wie das sogenannte 1%-Kriterium der Ramsar-Konvention angepasst. (Große) Brachvögel rasten in NRW nur sehr lokal, aber auch hier sind aktuelle Zahlen natürlich wichtig.

Während des Herbstzuges rasten Goldregenpfeifer und Kiebitze bevorzugt im Grünland und auf Ackerflächen. Ihre Bestände lassen sich daher europaweit nicht ausschließlich über klassische Monitoringprogramme erfassen, bei denen vor allem Feuchtgebiete aufgesucht werden. Seit dem Jahr 2003 gibt es daher eine international koordinierte Erfassung der Bestände. Die Zählung erfolgt aktuell im sechsjährigen Turnus. Zählungen finden also 2020, 2026 und voraussichtlich 2032 statt.

Der Aufwand ist bei diesem Programm sehr überschaubar, da sich die europaweite Synchronzählung auf ein Wochenende Mitte Oktober beschränkt. Wer sich an der Gänse- und Schwanenzählung oder Wasservogelzählung beteiligt, macht meist direkt mit, da die genannten Arten bereits Teil der erweiterten Artenliste sind. Außerhalb der Zählgebiete erfolgt die Erfassung über einen Projektcode in ornitho.de. Auch Nullzählungen sollten eingetragen werden. Notwendige Vorkenntnisse beschränken sich weitestgehend auf die sichere Bestimmung der Vögel. Zum Auszählen der manchmal weiter entfernten Trupps kann ein Spektiv hilfreich sein. Neue Zähler*innen sind jederzeit herzlich willkommen. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an Kees Koffijberg, der gerne alle Details mit Ihnen bespricht. Alle weiteren Informationen und Details finden Sie ausführlicher hier.

Ansprechpartner

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Kees Koffijberg

Friedhofstr. 66 B
46562 Voerde
Telefon: 02855/3049946

E-Mail: Kees Koffijberg