NWO-Preis

Mit dem NWO-Preis werden besondere Leistungen auf dem Gebiet der Ornithologie in NRW ausgezeichnet, die im Sinne der Vereinssatzung stehen: Förderung der Vogelkunde und des Vogelschutzes nach allen Richtungen, insbesondere der landeskundlichen Vogelforschung sowie des Natur- und Umweltschutzes und des Tierschutzes. Dies können einzelne Projekte oder das Lebenswerk eines Ornithologen / einer Ornithologin sein. Es können auch Forschungsleistungen ausgezeichnet werden, die über das Gebiet von NRW hinausgehen, so-lange der Preisträger / die Preisträgerin auch in NRW aktiv ist und das Projekt einen Bezug zu NRW hat. Preisträger/innen können neben Einzelpersonen auch Gruppen sein. Der Preisträger / die Preisträgerin muss Mitglied der NWO sein, bei Gruppen muss mindestens eine Person Mitglied der NWO sein.

Der NWO-Preis wird jährlich auf der Mitgliederversammlung vergeben. Neben einer Urkunde mit Laudatio wird ein Geldbetrag von € 500,- vergeben.

2007 - Manfred Kipp

Fast sein ganzes Leben war Manfred Kipp (Jahrgang 1939) ein klassischer Ehrenamtlicher – hatte also einen grundsoliden Beruf (nicht Lehrer trotz Bio-Studiums) – lediglich zum Schluss seines Erwerbslebens hat er für den Kreis Steinfurt 3 Jahre und dann rund 9 Jahre lang hauptamtlich in der Biologischen Station gearbeitet.

Im Jahre 1971, also nur 2 Jahre nach der Gründung, trat Manfred Kipp der WO-G bei. Vorher arbeitete er bereits an der "Avifauna von Westfalen" (Peitzmeier) mit. Ist sein Name heute untrennlich mit dem Brachvogel verbunden, hat er sich in den 1960ziger Jahren auch einigen Greifvogelarten gewidmet (Wespenbussard, Baumfalke). Diesen Hang zu Greifvögeln – die damals noch Raubvögel hießen – hat er auch noch einige Jahre innerhalb der WO-G kultiviert; so hat er z.B. 1972/73 ein MTB im Rahmen der WO-G-AG Greifvögel bearbeitet. Aber er war in dieser Zeit noch erheblich vielseitiger: Im Rahmen der WOG-Rasterkartierung hat er 1972/73 auf zwei MTB die Feuchtgebietsvögel erfasst. Zwischenzeitlich hatte er noch den Brutbiologie-Ausschuss übernommen. Aber zur richtigen Hochform ist er durch seine Mitarbeit im Naturschutzausschuss der WOG aufgelaufen, der im Januar 1973 gegründet wurde. Manfred Kipp war zunächst Regionalbearbeiter für den Bereich zwischen Münster-Nord und Tecklenburg-Süd und wurde schließlich am 27.3.1976 in Beckum zum Leiter des Naturschutz-Ausschusses gewählt.

In den 70er Jahren drängte sich dann der Brachvogel immer weiter bei Manfred Kipp vor: So hielt er z.B. am 19.1.1975 auf der Jahreshauptversammlung der WO-G seinen ersten größeren Vortrag über Numenius arquata.

Von strategischer Bedeutung wurden seine intensiven Untersuchungen der Wiesenvögel in weiten Teilen Westfalens vor dem Hintergrund der politischen Veränderungen in Düsseldorf einerseits sowie den als immer massiver empfundenen Eingriffen der Flurbereinigung in die Feuchtwiesen andererseits. Zwar hat Kipp sich nicht an vorderster Front der politischen Auseinandersetzungen bewegt; seine Arbeitsergebnisse waren aber unverzichtbar z.B. bei der damals erfolgten Abgrenzung der Gebiete im Feuchtwiesenschutz. Aber auch harte körperliche Arbeit hat er nicht gescheut – z.B. als es um die Renaturierung des Recker Moores ging.
Und wenn es heute noch immer einen nennenswerten Bestand an Brachvögeln und anderen Wiesen-Limikolen gibt, so ist das auf jeden Fall zu einem erheblichen Teil auch Manfred Kipp zuzuschreiben. Deshalb ehrt ihn die NWO heute.

Recklinghausen, 18.03.2007