Förderpreis der NWO

Mit dem Förderpreis werden junge Ornithologen/innen ausgezeichnet. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung junger Nachwuchstalente. Daher sollte maximal eine Masterarbeit zur Preiskürung führen. Ausgezeichnet werden können vor allem erste Publikationen, aber auch bisher unveröffentlichte Projekte oder Engagement im Vogelmonitoring und/oder Vogelschutz. Dabei sind Idee, Umsetzung und Umfeld gesondert zu werten, damit sich ambitionierte Jungforscher auch gegen MasterkandidatInnen durchsetzen können. Die preiswürdige Tätigkeit sollte bevorzugt in NRW durchgeführt sein. Es können jedoch auch einzelne Projekte (v.a. Bachelor- und Masterarbeiten) ausgezeichnet werden, die außerhalb NRWs angefertigt werden, wenn der Preisträger/die Preisträgerin ansonsten in NRW in Erscheinung tritt. Neben Einzelpersonen können auch Gruppen ausgezeichnet werden. Preisträger/innen müssen nicht Mitglied der NWO sein.

Der Förderpreis wird in der Regel jährlich auf der Mitgliederversammlung verliehen. Er besteht aus einer Urkunde mit Laudatio und einer dreijährigen beitragsfreien Mitgliedschaft in der NWO und einem Geldbetrag von € 300,-.

 

2017 - Malte Bührs

2015 - Christian Härting und Christian Höppner

Christian Härting wurde der NWO-­Förderpreis 2015 für seine Bachelor-­Arbeit mit dem Titel „Einflussgrößen auf den Bruterfolg der Wiesenweihe in der Hellwegbörde“ verliehen.

Christian Höppner erhält den NWO-­Förderpreis 2015 für seine Masterarbeit mit dem Titel „Christmas tree plantations as refuges for endangered songbirds“

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2013 - Anneka Pelster

Anneka Pelster wurde der NWO-­Förderpreis 2013 für ihre Bachelor-­Arbeit mit dem Titel „Der Kiebitz (Vanellus vanellus) im Kreis Warendorf (NRW): kreisweiter Bestand und Bruterfolg auf Teilflächen“ verliehen.

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2012 - Eva Stolzenberg

Eva Stolzenberg erhält den NWO-Förderpreis für ihre Diplom-Arbeit „Nutzung einer sich entwickelnden Röhrichtfläche durch Vögel“

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2011 - David Singer

David Singer erhält den NWO-Förderpreis für seine Arbeiten zur Revierkartierung und für das Artenschutzprogramm „Steinkauzschutzprogramm im Nethetal“.

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2009 - Antonia Hübner

Die zunehmende Diskussion über die Beeinflussung heimischer Lebensräume durch Klima und anthropogenen Einfluss macht es immer wichtiger, gesicherte Aussagen über die Ursachen von Bestandsrückgängen von Vogelarten treffen zu können. Ein Beispiel aus der heimischen Vogelwelt ist der Baumpieper, Anthus trivialis. In Nordrhein-Westfalen ist die Wahner Heide eines ihrer letzten Rückzugsgebiete, in anderen Regionen Europas sind die Bestände jedoch stabil oder nehmen zu.

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2006 - Arne Hegemann

Die NWO lebt vom Engagement ihrer Mitglieder. Deshalb ist es für den Vorstand eine besondere Freude den NWO-Förderpreis 2006 an Arne Hegemann zu verleihen. Sein Engagement in Sachen illegaler Verfolgung unserer heimischen Greifvögel war nicht nur eine erhebliche Entlastung für den Vorstand und die AG Greifvögel, sondern war auch eine beispielhafte Leistung für den Schutz der Greifvögel in Nordrhein-Westfalen. Aber er engagiert sich nicht nur für Greifvögel und ist nicht nur in der NWO aktiv, sondern auch in der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) in seiner Heimatkreis Soest.

Dort organisiert er seit mehreren Jahren die so genannten "Haartouren". Es handelt sich hierbei um eine großflächige ehrenamtliche Erfassung rastender Vögel der Agrarsteppe auf einer Fläche von fast 60 km². Diese Erfassung im Vogelschutzgebiet "Hellwegbörde" am Haarstrang wird zwischen Ende August und Ende April alle 14 Tage durchgeführt.

Zu diesem langjährigen Engagement der Soester Ornithologen erstellte er ein Poster bei der DO-G-Tagung mit dem Titel "Ehrenamtliche Erfassungen in der Hellwegbörde / NRW - Bedeutung einer "Agrarsteppe" für rastende Vögel" vor.

Nach seinem Abitur im heimatlichen Soest im Jahr 1999 studierte er zuerst in Osnabrück und später in Bielefeld Biologie. Auch im Studium spielten Vögel einer wichtigen Rolle. Seine im März 2005 abgeschlossene Diplomarbeit, mit dem Titel "Einfluss der Witterung auf die Phänologie des Breitfrontenzuges" beschäftigte sich mit dem Vogelzug und basiert auf unglaublichen Einsatz im Gelände. In den Jahren 2001 und 2003 zählte er täglich von Sonnenaufgang bis in den frühen Nachmittag im Zeitraum 20. August bis 15. November durchziehende Vögel am Haarstrang im Kreis Soest. Insgesamt alleine über 1400 Stunden an Feldarbeit bei jedem Wetter.

Aber auch in der Freizeit lassen ihn die Vögel nicht los; Zusammen mit seinem Vater, dem Tierarzt Dr. D. Hegemann, kümmert sich Arne um eine Auffangstation für verletzte Wildtiere, wo jährlich knapp 100 Pfleglinge vom Uhu bis zum Zaunkönig anfallen. Daneben kartiert Arne im Kreis Soest die Uhu-Reviere. Ein besonders spannendes Nebenprodukt dieser Arbeit war die Verfolgung eines besenderten, einäugigen Uhus (ein ehemaliger Pflegling), der schließlich erfolgreich brütete!

Arne steckt außerdem viel Mühe in den kreisweiten Sammelbericht, der im ABU-info veröffentlicht wird und er koordiniert die kreisweite Saatkrähenerfassung. Daneben beteiligt er sich an vielen ornithologischen Projekten im Kreis (Zählungen in Schutzgebieten, Kiebitzkartierung etc.) und landesweite Projekte (Neue Rote Liste, Problematik der illegalen Greifvogelverfolgung) und - ganz wichtig - kümmert er sich um Jung-Ornithologen.

Insgesamt zeigt Arne seit vielen Jahren ein beispielhaftes Engagement. Ein Engagement wie wir es brauchen um die Zukunft der Ornithologie in Nordrhein-Westfalen und die Zukunft der NWO langfristig zu sichern. Aus diesem Grund hat die Jury beschlossen ihm den NWO-Förderpreis 2006 zu verleihen.

2005 - Johannes Wahl

Mitte der 1990er Jahre leistete Johannes Wahl seinen Zivildienst beim NABU in Stuttgart ab. Aus dieser Zeit ist seine erste Beteiligung an den internationalen Wasservogelzählungen dokumentiert. Dort wurde er nicht nur zur Erfassung, sondern auch für die Dateneingabe eingesetzt, ein Betätigungsfeld, das ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. Die Ornithologie muss ihn damals richtig in den Griff bekommen haben, denn er ließ sich dort überreden Mitglied der DO-G zu werden. Im Jahr 1996 startet Johannes Wahl sein Studium der Landschaftsökologie in Münster. Und wer damals ornithologisch begeistert war und in Münster studierte, landete früher oder später fast automatisch in den Rieselfeldern. Zu der Zeit befanden sich die wichtigsten nordrhein-westfälischen Ornithologen-Schmieden in Köln und Münster. Johannes fand dann auch in den Rieselfelder Münster einen optimalen Platz, um die ersten in Stuttgart erworbenen feldornithologischen Fertigkeiten auszubauen und auf eine breite Basis zu stellen.

Schon 1998 stieg er mit großem Engagement in die regelmäßigen Rast- und Brutbestandserfassungen in den Rieselfeldern ein und war seitdem aus dem Monitoring des Gebietes nicht mehr wegzudenken. Doch im Gegensatz zu vielen anderen gab er sich von Anfang an nicht damit zufrieden nur zu zählen und Daten zu sammeln. Er brachte seine Datenbank-Erfahrungen aus Stuttgarter Zeiten sowie seine im Studium ausgebauten Datenbank-Kenntnisse ein, um die riesigen Datenmengen aus den Rieselfeldern digital geschickt und einfach zugänglich zu verwalten. Das Interesse, Feldornithologie mit einer vernünftigen Datenaufbereitung und zeitnahen Auswertung zu verbinden, zieht sich seither wie ein roter Faden durch seine Laufbahn. Nur der geographische Rahmen änderte sich. Waren die Rieselfelder anfangs Herausforderung genug, stieg er bald in das von Christoph Sudfeldt koordinierte Wasservogelmonitoring in Deutschland ein und ist hier bis heute für die Optimierung und Vereinheitlichung der regionalen und bundesweiten Datenerfassung zuständig. Für seine Diplomarbeit, mit dem Titel "Biogeografische Populationen bei rastenden und überwinternden Wasservögeln in Deutschland am Beispiel der Schnatterente Anas strepera", die 2002 fertig gestellt wurde, war dann nur noch eine europäische Perspektive gut genug!

In seiner Diplomarbeit verknüpft Johannes Wahl am Beispiel der Schnatterente eine Analyse der europäischen Ringfunde mit einer Auswertung nationaler und internationaler Wasservogel-Monitoring-Programme, unter Einbeziehung der Witterungsbedingungen, und leitet daraus u.a. die Durchzugsphänologie in Deutschland ab. Damit zeigte er nicht nur die Möglichkeiten, die sich durch eine umfassende Auswertung von Monitoringprogrammen ergeben, sondern ebenfalls die hohe Bedeutung der vielen Mosaiksteinchen, die die Wasservogelzähler bei ihrer meist ehrenamtlichen Arbeit zusammentragen.

Seine Diplomarbeit ist von großer Bedeutung für die Ornithologie in Nordrhein-Westfalen, weil sie u.a. auf den Leistungen vieler NWO-Mitglieder aufbaut, die alljährlich bei der Wasservogelzählung mitarbeiten. Sie zeigt den ehrenamtlichen Zählern auf mustergültige Weise, wie wichtig Ihre Arbeit für die nationalen und internationalen Naturschutzbemühungen ist. Mit seiner beispielhaft umfassenden und fundierten Auswertung der Ringfunddaten der Schnatterente, die wichtige Grundlagen für den internationalen Schutz von Wasservögeln liefert, betrat er methodisch und inhaltlich Neuland.

Johannes Wahl hat die Koordination der bundesdeutschen Wasservogelzählungen mittlerweile fest im Griff und ist ein unermüdlicher Motor für die Optimierung und Vereinheitlichung der regionalen und bundesweiten Datenerfassung. Darüber hinaus ist er ein äußerst umtriebiger, motivierter und hilfsbereiter Mensch. Kaum eine Anfrage nach Hilfe bei der Erstellung einer Datenbank, Verbreitungskarte oder Layout einer Broschüre lehnt er ab.
Aber bei aller nun schwerpunktmäßig koordinierenden und recht bürolastigen Tätigkeit im bundesweiten Vogelmonitoring hat er nie den Anschluss an die Basisarbeit im Gelände verloren. Kein Winter ist zu kalt und kein Wetter zu nass für eine Möwenzählung. Bei allen diesen Aktivitäten ist die Begeisterung für die Ornithologie sein ständiger Antrieb, um sich für die Erforschung und den Vogelschutz zu engagieren.