Warum fliegen Vögel in V-Formation?

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Wie orchestriert fliegen viele Vögel in V-Formation. Warum eigentlich?
© Karsten Berlin

Gruppen einiger Großvögel fliegen im Schlagflug oft in keilförmigen Formationen. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung handelt es sich dabei keineswegs immer um „Wildgänse“, auch wenn man in vielen Niederungsgebieten NRWs Bläss-, Tundrasaat-, aber auch Kanada- und Graugänse beim Überflug auf dem Zug oder beim Pendeln zwischen Schlaf- und Nahrungsgebieten beobachten kann. Neben Gänsen fällt in weiten Teilen NRWs vor allem der Zug der Kraniche im frühen Frühjahr und späten Herbst auf – Tausende Vögel überfliegen unser Bundesland auf dem Weg zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet in V-Formation oder langen Ketten und fallen dabei durch ihre „grru-grru“-Rufe auf. Außer diesen bekannten Beispielen fliegen aber auch beispielsweise Möwen, Kormorane und Reiher häufig in Ketten oder Keilen. Warum ist das so?

Man weiß mittlerweile, dass diese Flugformation für alle (außer für den ersten Vogel) energetisch günstig ist, der Flug also weniger anstrengend ist. Dabei fliegen die Vögel jedoch nicht im eigentlichen Windschatten, sondern versetzt. Die Ursache dafür sind höchstwahrscheinlich günstige Luftverwirbelungen von den Spitzen des Vordervogels, die genutzt werden (bzw. ungünstige, die gemieden werden), um den eigenen Flug zu optimieren. Die physikalischen Details zu Wirbelschleppen sind jedoch äußerst komplex und erst seit kurzem können wir Vögel auch außerhalb von Laborbedingungen im Flug „begleiten“: Moderne Sender zeichnen nicht nur den Ort, sondern auch Fluggeschwindigkeit, Windbedingungen und physiologische Details wie die Herzschlagfrequenz der Tiere auf. Übrigens, der zuerst fliegende Vogel ist in der Regel keineswegs ein „Anführer“, sondern die Vögel wechseln sich auf der kräftezehrenden Position ab, indem sich der vorderste Vogel nach einiger Zeit nach hinten fallen lässt.