02.02.2026
Welttag der Feuchtgebiete
Heute ist Welttag der Feuchtgebiete. Am 02. Februar 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar das Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, unterschrieben. Deutschland trat fünf Jahre später bei und feiert im Jahr 2026 die 50-jährige Unterzeichnung.
Feuchtgebiete gehören zu den produktivsten Lebensräumen der Erde, sie halten das Wasser für Trockenzeiten, wirken mäßigend auf das Klima, speichern CO2, sind Erholungsräume, essentiell für Land- und Forstwirtschaft und vor allem Hotspots der Artenvielfalt. Weltweit nimmt die Zahl der Feuchtgebiete durch menschlichen Einfluss leider immer weiter ab und viele sind stark geschädigt.
In NRW wurden drei Gebiete als Ramsargebiet von internationaler Bedeutung gemeldet: der Untere Niederrhein, die Rieselfelder Münster und die Staustufe Schlüsselburg. Blicken wir auf den Zustand der Feuchtgebiete in unserem Bundesland insgesamt, wurden auch bei uns Moore großräumig entwässert, Flüsse begradigt und noch so kleine Feuchtstellen, Tümpel und Teiche sind trockengelegt worden und der Grundwasserspiegel wurde fast überall abgesenkt. Das alles sind Prozesse, die keineswegs überall gestoppt wurden und die Klimakrise ist als weiterer Gefährdungsfaktor hinzugekommen.
Auf den Roten Listen finden sich daher wenig überraschend viele Feuchtgebietsbewohner wie die Bekassine in den höchsten Kategorien wieder. Bekassinen waren einst fast flächendeckend als Brutvögel bei uns verbreitet und fehlten auch im Mittelgebirge nicht. Heute leben in NRW nur noch wenige Brutpaare in wenigen sehr nassen Mooren und Feuchtwiesen.
Die gute Nachricht ist, dass Wiedervernässungen und Renaturierungsprojekte nicht selten schon nach kurzer Zeit Erfolg haben und manche bedrohte Art rasch wiederkommen kann. Leider sind es noch viel zu wenige Projekte und die Umsetzung erfolgt oft nicht konsequent genug. Die Flächen sind dementsprechend oft zu klein, um den hochgradig bedrohten Arten besser zu helfen. Bei einigen Arten hält die Bestandsabnahme daher weiter an oder eine Wiederbesiedlung, wie sie in benachbarten Regionen längst stattgefunden hat, bleibt in NRW aus. Es bleibt also viel zu tun!
Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich an unseren Monitoringprogrammen beteiligen, die wichtige Grundlagen über den ökologischen Zustand unserer Gewässer und iherer Bewohner liefern. Das Monitoring seltener Brutvögel der Binnengewässer ist gerade in überschaubaren Gebieten wie Seen und Parkgewässern ein ideales Einstiegsmodul, an Fließgewässern lassen sich Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze bereits mit zwei Spaziergängen im Frühjahr erfassen. Jetzt ist die richtige Zeit, sich dazu bei uns zu melden, denn die Zählsaison startet in Kürze. Wer lieber Rastvögel erfassen möchte, kann sich beispielsweise an der Wasservogelzählung beteiligen. Der Schwerpunkt der Erfassungen liegt von September bis April, aber ein Einstieg ist jederzeit möglich. Scheuen Sie sich nicht, sich bei uns zu melden!
