21.04.2026
Welttag der Brachvögel
Der 21. April ist der Welttag der Brachvögel (#WorldCurlewDay). Weltweit werden neun Arten unterschieden, von denen mehrere hochgradig bedroht sind. Für Dünnschnabel- und Eskimobrachvogel ist es vermutlich schon zu spät und sie sind wahrscheinlich sogar bereits ausgestorben. Das Aussterben des Dünnschnabelbrachvogels (englischsprachige Seite) als erste europäische Landvogelart in historischer Zeit hat für großes Aufsehen und Bestürzung gesorgt.
Der Welttag der Brachvögel (englischsprachige Seite) geht auf ein britisches Projekt zurück und wird seit 2017 gefeiert. Im Jahr 2016 ging Mary Colwell 500 Meilen quer durch Irland, Wales und England, um auf die Bedrohung des Großen Brachvogels aufmerksam zu machen.
Für uns ist der Tag Grund genug, auf die zwei in Nordrhein-Westfalen heimischen Brachvogelarten aufmerksam zu machen. Große Brachvögel (verwirrenderweise neuerdings oft nur Brachvögel genannt) sind heute als Brutvögel auf die Tieflandgebiete Westfalens und den Unteren Niederrhein begrenzt. Sie stehen auf der Roten Liste in NRW als stark gefährdet und Bestände und Verbreitung haben langfristig deutlich abgenommen. Um den Schutz dieser Art kümmert sich in NRW die AG Wiesenvögel, in der Biologische Stationen, die Landesbehörde LANUK und NWO sich gemeinsam um den Schutz der Vögel der Feuchtwiesen und Moore kümmern. Als Kulturfolger brüten Große Brachvögel übrigens auch teilweise auf Ackerflächen. Wasserstandsabsenkungen durch Melioration und Klimakrise, intensive Landwirtschaft (häufige Mahd, Düngung und Pestizide) gehören zu den wichtigsten Gefährdungsfaktoren für die Art.
Die zweite Brachvogelart in NRW ist der Regenbrachvogel. Regenbrachvögel rasten ab und zu in ähnlichen Lebensräumen wie Große Brachvogel, treten in NRW aber nur als vergleichsweise seltene Durchzügler auf. Jetzt – Ende April/Anfang Mai und dann wieder im August/September sind gute Zeiten, um die Vögel auch in unserem Bundesland einmal zu beobachten. Regenbrachvögel sind etwas kleiner als Große Brachvögel, die Kopffärbung ist auffälliger mit dunklen Scheitelseitenstreifen und einem hellen Scheitelstreif. Der Schnabel ist kürzer und weniger stark gebogen. Sie können daher mit jungen Großen Brachvögeln verwechselt werden. Die Flugrufe sind ziemlich charakteristisch und erinnern an Zwergtaucher. Wer sich auf ornitho.de am NocMig-Projekt beteiligt, hat Chancen, die Vögel als nächtliche Durchzügler auch an ungewöhnlichen Standorten festzustellen. Informationen zur nächtlichen Vogelzugerfassung finden sich beispielsweise bei unserem hessischen Partnerverband HGON.
Damit Brachvögel auch zukünftig in NRW leben können und hoffentlich auch verloren gegangenes Terrain wieder gutmachen können, sind weitere große Anstrengungen im Naturschutz notwendig.
