01.10.2026
Raumnutzung von Kranich, Blässgans , Tundrasaatgans, Graugans und Kiebitz im Oppenweher Bruch und Oppendorfer Fledder im Kreis Minden-Lübbecke
Neuer Artikel im Charadrius: Raumnutzung von Kranich, Blässgans , Tundrasaatgans, Graugans und Kiebitz im Oppenweher Bruch und Oppendorfer Fledder im Kreis Minden-Lübbecke. Karin Bohrer und Lothar Meckling fassen die Ergebnisse über ihre Studie an Rastvögeln so zusammen.
„Im Winter 2024/2025 wurden erstmals systematische und landesübergreifende Rastvogelzählungen im landwirtschaftlich geprägten Bereich südlich des Oppenweher Moores (Kreis Minden-Lübbecke) durchgeführt, das zur Diepholzer Moorniederung gehört. Die Diepholzer Moorniederung, und Teile der hier untersuchte Gebiete sind ausgewiesen als Ramsar-Gebiet und Teil des Natura 2000-Netzwerkes der EU FFH- und Vogelschutzrichtlinie. Allerdings zeigen die hier vorgestellten Daten, dass wichtige Bereiche für Kraniche, Blässgänse, Tundra Saatgänse und Kiebitze (aber auch Arten wie Kornweihe) außerhalb der bisher definierten Schutzzonen liegen. Für Kraniche repräsentiert das Untersuchungsgebiet der wichtigste Rastplatz in Nordrhein-Westfalen und wurden bisherig bekannte landesweite Bestandsschätzungen mehrfach überschritten. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Bereich Oppendorfer Bruch internationale Bedeutung für den Kranich, nationale Bedeutung für die Blässgans und landesweite Bedeutung für die Tundrasaatgans besitzt. Der Bereich Oppendorfer Fledder erreicht nationale Bedeutung als Rastgebiet für Kranich und Blässgans; für Tundrasaatgans und Kiebitz wird eine landesweite Bedeutung erreicht. Im Zählgebiet Oppenweher Moor in Niedersachsen wurden im Rahmen der Untersuchung zudem Kranichbestände mit internationaler Bedeutung nachgewiesen. Auf Basis der hier vorgestellten Daten bedürfte es sowohl eine Nachjustierung der Bestandsdaten in den existierenden Standard-Datenbögen des Vogelschutzgebietes „Oppenweher Moor“ als ein Schutzkonzept für den bisher nicht als Schutzzone abgegrenzte Bereiche die aber auf Basis der Bestände und Raumnützung ebenso wichtig sind als die bereits designierte Gebiete. Zudem wird empfohlen, der nordrhein-westfälische Teil des Untersuchungsgebietes in den landes- und bundesweite Monitoring von Gänsen und Schwänen aufzunehmen, damit die hier vorgestellte Ergebnisse weiter verstetigt werden können und eine wichtige Lücke im Netzwerk der Zählgebiete geschlossen werden kann.“
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