04.05.2026
Rückblick auf das Birdrace 2026 in NRW
Am vergangenen Samstag fand das Birdrace 2026 statt. Wer es noch nicht gemacht hat, sollte möglichst schnell seine Beobachtungen noch nachtragen. Die im folgenden genannten Ergebnisse sind also vorläufig, geben aber bereits einen guten Einblick in das Rennen.
Das Birdrace begann nach einer klaren, nicht zu kalten Nacht vielerorts sonnig. Später kam vielfach etwas Wind auf und am Nachmittag oder Abend gab es in vielen Regionen Regenschauer, die das ein oder andere Team zu einer Unterbrechung oder auch zum Abbruch zwangen. Dennoch waren die Bedingungen insgesamt günstig. Der vergleichsweise frühe Termin führte jedoch dazu, dass das ein oder andere Team spät heimkehrende Langstreckenzieher noch nicht auf die Artenliste setzen konnte. Andererseits gab es durchaus merkliches Rast- und Zuggeschehen, so dass auch wieder einige Besonderheiten festgestellt wurden. Beispielhaft seien eine Weißbart-Seeschwalbe in den Rieselfeldern Münster oder ein Ohrentaucher im Prachtkleid in Minden erwähnt.
Das erfreulichste Ergebnis des Birdrace ist aber die breite Teilnahme. NRW ist das Ursprungsland des Birdrace. Hier gingen 519 Birdracer:innen in 174 Teams an den Start. Die meisten Teams waren in NRW in Münster unterwegs (37); mit etwas Abstand folgen der Rhein-Sieg-Kreis (12) und Herford (11).
Das Birdrace 2026 war ein Spendenrennen für ADEBAR 2. Bundesweit wurde pro Art oder pauschal Geld für die Durchführung dieses Großprojektes gesammelt. Die bundesweit 1057 angemeldeten Teams haben demnach zugesagt, mindestens 52.894,06 € zu spenden. Bei den generierten Spenden war NRW mittlerweile schon traditionell ganz vorne mit dabei. Wer das Birdrace schon länger verfolgt, wird sich nicht wundern, dass zwei NRW-Teams in den Top 3 sind: Das TEAM BO-BACHTER aus Bochum sammelte 4640,00 € und Birding for Nature aus Bonn konnte 4225,65 € für den guten Zweck einnehmen. Nicht unerwähnt lassen möchten wir die HA-selhühner (Hagen), die 1389,00 € Spendengelder aquirieren konnten.
Beim Birdrace geht es den Teams aber natürlich darum, auch möglichst viele Arten innerhalb von 24 Stunden zu beobachten. In NRW wurden so insgesamt 220 Arten festgestellt. Die in ornitho.de eingegebenen Birdrace-Beobachtungen verbessern dabei die Datengrundlage für ADEBAR 2 und andere Auswertungen enorm, so dass das Birdrace auch einen großen fachlichen Nutzen hat, der ganz nebenbei gewonnen wird. Die Top-Kreise in NRW waren dieses Jahr Münster (162 Arten, Platz 14 bundesweit), Borken (142 Arten, Platz 58 bundesweit) und der Rhein-Sieg-Kreis (139 Arten, Platz 60 bundesweit).
Die drei Teams mit den meisten Arten in einem Kreis kamen alle aus Münster: 1) Quail Force One (141 Arten), 2) Willst Du viel, find den Triel (138 Arten) und 3) münSTARaner fachSCHAFTSTELZEN (131 Arten). Die Teams mit den meisten Arten, die keine außergewöhnlichen Rieselfelder zur Verfügung hatten, waren die Flutmuldenmafia im Kreis Wesel (130 Arten) und die BOR-Seeschwalben im Kreis Borken (125 Arten). In der Singvogelwertung sah es dagegen etwas anders aus. Hier haben die Bielefeld Birder gewonnen (66 Arten), dicht gefolgt von den Hellweg-Bördern und Willst Du viel, find den Triel (je 65 Arten) sowie Quail Force One und den VIEtissen (je 64 Arten).
Eine Vielzahl an Teams war umweltfreundlich per Rad, zu Fuß bzw. mit Öffis unterwegs. Bei aller freundschaftlichen Konkurrenz überwog bei allen Teams die Freude über das gemeinsame Erlebnis Vogelbeobachtung. Verpasste Arten werden vergessen, verdrängt oder sich einfach für nächstes Jahr vorgenommen. Nach dem Birdrace ist vor dem Birdrace. Auch 2027 wird es sicherlich wieder ein Rennen geben! Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden. Genießt Euren Triumph, egal ob mit ein paar Arten beim Familienspaziergang oder beim 24-Stunden-Rennen.
