06.01.2026
Wintergänse – neuer Rundbrief und Bericht
NRW ist Gänseland. Im Tiefland des Rheinlandes und Westfalens überwintern zahlreiche Gänse und Schwäne. Ein neuer Bericht gibt Überblick über die Entwicklung der Maximalbestände und aktuelle Muster von 2022 bis 2025.
Auch aus diesem Winter liegen bereits erste vorläufige Daten vor: Die Ankunft der Blässgänse im Herbst erfolgte demnach erneut verzögert, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen. Bei den Tundrasaatgänsen sind die Daten noch nicht repräsentativ, aber hier könnte es ein ähnliches Muster geben. Leider gibt es außerdem auch in diesem Winter wieder Fälle von hochpathogener avirärer Influenza (HPAI, „Geflügelpest“ oder „Vogelgrippe“), von der nicht nur Kraniche, sondern auch Gänse und Schwäne betroffen sind. Aus dem Herbst liegt ein unterdurchschnittlicher Anteil an Jungvögeln vor, was auch einen geringen Bruterfolg im letzten Jahr hinweist. Allerdings kommen Familien auch anscheinend erst später in den Überwinterungsgebieten an. Im Rahmen der Gänse- und Schwanenzählung werden außerdem regelmäßig Ringe abgelesen. Die Beringungsaktivitäten in den Brutgebieten Ruslands wurden aber mit Beginn des Krieges gegen die Ukraine eingestellt, so dass aktuell deutlich weniger beringte Gänse beobachtet werden. Ohne gezielte Suche nach beringten Vögeln werden übrigens auch seltenere Gänse wie Zwerggans, Kurzschnabelgans und sogar Rothalsgans seltener festgestellt. Am 17. und 18. Januar ist die internationale Schwanenzählung. Im Fokus stehen vor allem Sing- und Zwergschwan, die in NRW aber mittlerweile selten geworden sind. Stattdessen liegt hier und deutschlandweit der Fokus auf dem Höckerschwan. Spannend wird zu beobachten sein, ob der aktuelle Wintereinbruch bis dahin noch zu Verschiebungen führen wird.
Der vollständige Rundbrief kann hier heruntergeladen werden. Der Bericht für die Jahre 2022 bis 2025 ist ebenfalls online hier verfügbar. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird außerdem eine ausführliche Arbeit zu den Wintergänsen in NRW im Charadrius erscheinen. Darüber werd wir dann selbstverständlich gesondert berichten.
Die AG Gänse bedankt sich ganz herzlich bei allen Aktiven, die sich an der Gänse- und Schwanenzählung beteiligen! Die Erstellung des Berichtes und die Koordination des GuS-Monitorings wurde dankenswerterweise mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW gefördert.
