Aktuelle Meldungen

07.02.2020

NWO-Fortbildung: Bestimmung und Kartierung von Greifvögeln

Wanderfalke
Vergleichsweise leicht zu erkennen: Wanderfalke (© Hans Glader)

Die NWO weitet ihr Fortbildungsangebot aus: Greifvögel sind eine faszinierende und für die Naturschutzpraxis hoch relevante Vogelgruppe. Leider ist ihre Bestimmung nicht immer einfach und ihre Erfassung wird durch ihre versteckte Lebensweise im Brutrevier erschwert. Mit einem neuen Seminarangebot möchte die NWO ihren Mitgliedern und weiteren Interessierte helfen, diese Schwierigkeiten zu überwinden und sich mehr mit ihnen zu beschäftigen.

Das Seminar findet am 29. März 2020 von 10:00 bis 17:00 in der Biologischen Station der ABU Soest (Bad Sassendorf-Lohne, Teichstraße 19) statt. Am Vormittag werden in einem Vortrag Bestimmung und Lebensweise der Arten erläutert, am Nachmittag werden die Kenntnisse auf einer Exkursion in das VSG Hellwegbörde vertieft. Geleitet wird das Seminar von Jens Brune, Leiter der AG Greifvögel und von Christian Härting und Ralf Joest von der ABU. Die Teilnahmegebühr beträgt 30,- € (incl. Imbiss und Pausengetränke) und ist vor der Veranstaltung fällig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung mit Angabe von Name, Vorname, Wohnort und Mailadresse oder Tel.-Nr. bis zum 21. März 2020 an die NWO-Geschäftsstelle unter: huisman-fiegen@nw-ornithologen.de.

Ralf Joest

Aktuelle Ergänzung vom 09.02.2020: Die Veranstaltung ist ausgebucht und auch eine Warteliste gibt es bereits. Vielen Dank für das rege Interesse!

 

 

06.02.2020

NWO-Exkursion 2020: Kiebitzerfassung im Kreis Borken

Kiebitz
Im Kreis Borken soll der Kiebitzbestand erfasst werden (© Wolfgang Charles)

Unsere traditionelle NWO-Exkusion wird dieses Jahr etwas anders gestaltet, als es bisher der Fall war. Kiebitze waren bis vor wenigen Jahren in NRW vielerorts noch häufige Brutvögel, nun stehen sie zusammen mit einigen anderen Arten stellvertretend für die Biodiversitätskrise in der Agrarlandschaft. Daher ist es besonders wichtig, sehr genau die Bestände und deren Entwicklung zu verfolgen. Keine ganz leichte Aufgabe und ausgerechnet in einer für die Art wichtigen Region in NRW haben wir noch Erfassungslücken. Um die Bestände im Kreis Borken zu erfassen, wird es nun eine gemeinsame Aktion von Biologischer Station Zwillbrock, Naturschutzstation Münsterland und NWO geben. Wir hoffen nach einem langen Tag einen guten Überblick über die Kiebitzvorkommen dort zu haben und am Abend gemütlich die Aktion gemeinsam zu feiern. Kristian Lilje von der NABU-Naturschutzstation Münsterland stellt das Projekt vor und setzt auf die Mithilfe der NWO-Mitglieder:

Die Biologische Station Zwillbrock e.V. führt in Zusammenarbeit mit der NWO und der NABU-Naturschutzstation Münsterland sowie dem LFA Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW eine synchrone Kiebitzerfassung am Samstag den 28.03.2020 im Kreis Borken durch. Ziel ist die Ermittlung der kreisweiten Bestandsgröße des Kiebitzes. Hierzu möchten wir Sie/Euch herzlich einladen und bitten um Ihre/Eure Mitarbeit!
Diese Erstbesiedlungserfassung des Kiebitzes im gesamten Kreisgebiet findet mittels der Android Smartphone-App NestFinder der NABU-Naturschutzstation Münsterland statt. Die App bietet neben der flächenscharfen Erfassung, Koordinierungsmöglichkeiten mit Zuweisung von Minutenfeldern an teilnehmende Personen sowie eine Synchronisierung während der Erfassung und zeitnahe Darstellung der Ergebnisse. Nach der Anmeldung bei der Biologischen Station Zwillbrock und Registrierung für die App wird jedem Kartierteam ein Kartiergebiet bestehend aus 15-20 Minutenfeldern mit einem Erfassungsaufwand von 6 Stunden zugewiesen. Nach der Anmeldung versenden wird Anfang März eine Anleitung für die Nutzung der App NestFinder an alle registrierten Nutzer. Registrierte Kartierteams können mit der Erfassung am Samstag, den 28.03.2020 direkt an ihren zugewiesenen Minutenfeldern beginnen, eine festgelegte Startzeit oder einen gemeinschaftlichen Treffpunkt gibt es nicht. Jedoch sollte die Erfassung um spätestens 17 Uhr beendet sein, wir bitten entsprechend früh zu beginnen. Am Erfassungstag werden alle potentiell geeigneten Kiebitzflächen aufgesucht und auf Kiebitzvorkommen überprüft. Wichtig ist die Kontrolle aller Flächen des zugewiesenen Kartiergebietes durch flächenscharfe Zählung der Individuen, nach Möglichkeit auf Geschlecht bestimmt, pro Bewirtschaftungseinheit.

Nach der Erfassung möchten wir uns ab 17 Uhr bei einem geselligen Abschluss der Aktion mit Moorschnuckenwurst, Salat und Erfrischungen in der Biologischen Station (Zwillbrock 10, 48691Vreden) bei Ihnen/Euch für die Unterstützung bedanken.
Für die Teilnahme ist eine Rückmeldung per Email an kiebitz@bszwillbrock.de bis zum 29.02.2020 notwendig. Notwendige Informationen zur Anmeldung:
- Umfang des Kartierteams (Einzelperson oder mehrere Personen? Sind ggf. weitere Personen für Bildung eines Kartierteam gesucht? Ist das Kartierteam mobil?)
- Anreiserichtung/Startpunkt (Für die Zuweisung der Minutenfelder: Von wo starte ich bzw. wo starte ich im Kreis Borken)
- Mobilnummer (Für Absprachen)
- E-Mailadresse, die für die Registrierung bei NestFinder genutzt wurde (Für die Zuweisung der Minutenfelder notwendig)
- Voraussichtliche Teilnahme am Grillabend an der Biologischen Station Zwillbrock
Weiterhin ist eine Registrierung der teilnehmenden Kartierteams für die App Nestfinder notwendig.

Wir bitten um Ihre/Eure Mitarbeit und eine Rückmeldung bis zum 29.02.2020.

 

 

06.02.2020

Einladung zur Jahrestagung 2020

Gimpel
Gimpel (© Hans Glader)

Am Sonntag, den 08.03.2020 findet wieder unsere Jahrstagung statt. Es wird ein buntes Programm geben. Es beginnt mit unserer Mitgliederversammlung und bereits am späten Vormittag beginnt das Vortragsprogramm mit Anregungen zu einem Datenarchiv und unseren Klassikern. Die Berichte der Avifaunistischen Kommission sind reich und schön bebildert und beim traditionellen Vogelquiz dürfen die Köpfe wieder heiß laufen (Tipp: Fernglas mitnehmen). Nach der Mittagspause (Mittagessen gegen Spende) kommt ein großer Block mit Rubriken wie Neuigkeiten aus der Vogelschutzwarte, aber auch aus dem Landesfachausschuss Ornithologie des NABU und der AG Möwen wird berichtet. Neuigkeiten über ornitho.de dürften für alle Vogelbeobachter*innen von Interesse sein. Zum Abschluss geht es inhaltlich in die Feldflur zu Vertragsnaturschutzmaßnahmen, bevor ein Vortrag über eines der vogelreichsten Gebiete unserer Erde - das Pantanal - die Tagung abrundet. Veranstaltungsort ist traditionell die Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) in Recklinghausen. Gäste sind herzlich Willkommen.

Das vollständige Programm kann hier heruntergeladen werden.

 

 

04.02.2020

NWO-Mitteilungen erschienen

Die neuen NWO-Mitteilungen (Nr. 50) sind da! Darin enthalten sind die Einladung zur Mitgliederversammlung und Jahrestagung am 08. März 2020 in Recklinghausen, zur NWO-Fortbildung „Bestimmung und Kartierung von Greifvögeln“ am 29. März sowie zur NWO-Exkursion am 28. März. Daneben gibt es wie immer viele weitere Neuigkeiten und wichtige Informationen aus Vogelkunde, Vogelschutz und Naturschutz. Aktuelles zum Schutz der Agrarvögel, aus den AGs sowie „aus dem Netz“ erwarten Sie ebenso wie die Termine der nächsten Wochen und Monate für Ihren Terminkalender, die wie gewohnt unsere Mitteilungen abrunden. Viel Spaß beim Lesen!

Wer sich für die aktuellen Veröffentlichungen der AG Neozoen interessiert, kann pdfs von Esther Koch oder Sönke Twietmeyer erhalten.

Ältere Ausgaben der NWO-Mitteilungen können hier heruntergeladen werden.

31.01.2020

Anhörung im Landtag: NWO setzt sich für mehr Vogelschutz ein

Kiebitz
Kiebitzbestände sind in nur fünf Jahren um 50 % geschrumpft (© Hans Glader)

Bei einer Anhörung vor dem Umweltausschuss des Landtags hatte die NWO letzten Mittwoch die Gelegenheit, vor dem Schwund der Artenvielfalt in NRW und insbesondere vor zurückgehenden Beständen in der Vogelwelt zu warnen. Von den 188 in NRW heimischen Vogelarten sind 69 gefährdet, 24 sind bereits ausgestorben. Insbesondere den Vögeln in der offenen Agrarlandschaft geht es schlecht, viele Arten leiden unter dramatischen Bestandsrückgängen. Als Beispiel nannte Klaus Nottmeyer vor dem Ausschuss den Kiebitz, dessen Bestände sich in nur fünf Jahren halbiert haben, so dass jetzt nur noch etwa 6000 Paare in NRW brüten. Die bisher von Naturschutz und Landwirtschaft eingesetzten Maßnahmen haben offenbar nicht ausgereicht, um diesen Absturz zu verhindern. Vielmehr müssten besonders in Gebieten, in denen der Kiebitz und andere Feldvögel noch schwerpunktmäßig vorkommen, Brachen angelegt werden

Die NWO plädiert in ihrer Stellungnahme außerdem dafür, dem Natur- und Artenschutz in Schutzgebieten wieder mehr Vorrang einzuräumen. Dafür ist vor allem mehr Geld nötig. In der Agrarlandschaft müsste mindestens die Hälfte aller Vogelbruten effektiv geschützt werden, um einen flächigen Verlust von Arten wie Kiebitz oder Feldlerche zu verhindern. Von einer Ausweitung von Brachen auf 10 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen würden die meisten Feldvögel profitieren und ihr Rückgang könnte aufgehalten werden.

Anlass der Anhörung war ein Antrag von SPD und Bündnis90/Die Grünen, die eine Aufweichung des Landesnaturschutzgesetzes fürchten. Unter dem Titel „Artenvielfalt in NRW schützen - Landesnaturschutzgesetz erhalten“ erhielt die NWO neben anderen Fachleuten und Naturschutzgruppierungen die Möglichkeit, auf die Situation in der Vogelwelt aufmerksam zu machen.

Die vollständige Stellungnahme der NWO kann hier nachgelesen werden.

Auch der WDR berichtete über die Anhörung.

 

 

17.01.2020

Seeadlerbrutsaison 2019 auf der Bislicher Insel

Seeadlerfamilie
Die Seeadlerfamilie 2019 an der Bislicher Insel
(© Wolfgang Charles)

Auch in der Brutsaison 2018/19 war das mittlerweile sehr eingespielte Seeadlerpaar auf der Bislicher Insel erfolgreich. Bereits Ende November 2018 begann die Balz mit der Ausbesserung des Horstes. Am 26. Februar 2019 begann dann die Brutzeit mit der vermutlichen Ablage des zweiten Eies. Nach Ablauf von 38 Tagen konnte am Verhalten der beiden Altvögel beobachtet werden, dass mindestens ein Jungvogel gefüttert wurde. Am 13. Horsttag wurden dann zwei Jungvögel von Robert Willecke und mir beobachtet. Weitere Beobachtungen gelangen dann nur noch zufällig, da der Horst mittlerweile komplett zugewachsen war. Am 3. Juni wurden die beiden Jungvögel, ein stattliches Weibchen und ein kleineres Männchen, von Dr. vet. Oliver Krone (Berlin) mit einem Sender versehen. Die beiden Sender werden mit Erreichen der Geschlechtsreife nach ca. vier Jahren von den Vögeln abfallen. Mit Spannung darf erwartet werden, wo sich die beiden jungen Seeadler bis dahin aufhalten. Michael Jöbges hat, erstmalig für Nordrhein-Westfalen, außerdem beide Jungvögel mit einem Ring der Vogelwarte ausgestattet. Schon einen Tag später ereignete sich ein Unwetter im Bereich der Bislicher Insel, das auch in der Nähe des Horstes einige große Bäume hat umstürzen lassen. Der Horst selbst blieb aber unversehrt, wie sich erst viel später herausstellte. Am 7. Juli konnte dann der erste Jungvogel in der Nähe der 3. Beobachtungshütte fotografiert werden; nur zwei Tage später gelangen an gleicher Stelle Fotos mit beiden Jungvögeln.

Ärgerlich waren wieder einmal die Störungen im Horstbereich: Zwei Vogelbeobachter hatten sich nur einen Tag vor dem Brutbeginn dem Horst widerrechtlich genähert, und weil diese uneinsichtig waren, musste der Streifendienst der Polizei hinzugezogen werden. Am 28. Juni wurde beobachtet, wie sich ein Fluggerät dem Horst genähert hat. Eine sofort eingeleitete Suche nach dem Fluggerät und dem Störer blieb erfolglos.
Kaum zu glauben: Die Biber hatten den aus runden, trockenen Fichtenhölzern bestehenden Stammschutz, mit dem der Baum vor Verbiss geschützt werden sollte, so angenagt, dass dieser noch vor der nächsten Brutsaison von Mitarbeitern des Regionalverband Ruhr erneuert werden muss.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Naturschützern bedanken, die sich bisher für die Seeadler auf der Bislicher Insel eingesetzt haben. Herzlichen Dank auch an Wolfgang Charles, der nicht nur das beigefügte Foto zu diesem Bericht beigesteuert hat, sondern auch auf seiner Internetseite ständig aktuelle Fotos aus dem Leben der Seeadler zeigt.

Ingbert Schwinum, Wesel

 

 

08.12.2019

Treffen der AG Möwen

Lachmöwe
Möchte gezählt werden: Lachmöwe
(© Wolfgang Charles)

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit findet wieder ein Treffen der AG Möwen statt. Am 16.02.2020 sind Möwenzähler*innen und Interessierte herzlich zum Plausch und Kennenlernen im Haus Ripshorst in Oberhausen eingeladen. Michael Tomec vom NABU Oberhausen wird einen kleinen Vortrag über die Möwenzählungen am Rhein-Herne-Kanal halten und Patrick Kretz wird etwas über Ringfunde an der Müllverbrennungsanlage in Oberhausen erzählen. Falls jemand Lust hat, etwas über die eigene Arbeit an, um oder mit Möwen zu berichten, ist er/sie dazu herzlich eingeladen. Ansonsten gilt es, sich bei Kaffee und Kuchen näher kennenzulernen, Ideen und Anregungen auszutauschen und eventuell auch weitere Wege der AG zu besprechen. Alle, die gerne kommen möchten, werden um eine Rückmeldung beim AG-Leiter Patrick Kretz gebeten, da ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt werden soll.

 

 

02.12.2019

Rückblick NWO-Adventskolloquium 2019

Advenstkolloquium
NWO-Adventskolloquium im Westfalenparlament
(© Darius Stiels)

Am gestrigen 01. Dezember trafen sich knapp 80 Ornitholog*innen, um über den Zustand der Vogelwelt in NRW zu diskutieren. Anlass war das 40-jährige Bestehen der EU-Vogelschutzrichtlinien. Die NWO traf sich auf Einladung des LWL-Museums für Naturkunde und ihres Direktors Dr. Jan-Ole Krieges im LWL-Landeshaus in Münster. Nach den Begrüßungsworten gab Lars Lachmann vom NABU-Bundesverband aus Berlin einen Überblick über die bisherigen Erfolge und die Probleme bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie sowie die Herausforderungen, vor denen der Vogelschutz in Europa aktuell steht. Michael Jöbges von der Vogelschutzwarte NRW folgte mit einem Überblick über die Vogelschutzgebiete in NRW und ihren jeweils spezifischen Herausforderungen. Dr. Volkhard Wille berichtete danach aus der Praxis über die (Nicht-)Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie im Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein. Nach einer leckeren Mittagspause ging es weiter mit den aktuell viel diskutierten Themenfeldern Vögel der Agrarlandschaft und des Feuchtgrünlandes. Die beiden ArbeitsgruppenleiterInnen Ralf Joest und Birgit Beckers berichteten über negative Entwicklungen, nannten aber auch positive Beispiele. Werner Schubert machte das Publikum danach auf die großen, bisher oft zu wenig beachteten Probleme aufmerksam, vor denen der Vogelschutz im Wald aktuell in NRW und insbesondere im Hochsauerlandkreis steht. Zum Abschluss fasste Stefan R. Sudmann die vielfältigen Erfolge, Probleme und mögliche Lösungswege pointiert zusammen, bevor die Veranstaltung wie beim Adventskolloquium üblich gemütlich bei Kaffee und Kuchen ausklang. Die NWO dankt Dr. Jan Ole-Kriegs und seinem LWL-Team sowie Stefan R. Sudmann, Michael Jöbges und Veronika Huisman-Fiegen für die gelungene Veranstaltung. Weitere Bilder gibt es auf unserer Facebookseite.