Aktuelle Meldungen

24.01.2017

NWO-Jahrestagung und Mitgliederversammlung am 5. März 2017

Unsere diesjährige Mitgliederversammlung und Jahrestagung findet wieder traditionsgemäß Anfang März in der Natur- und Umweltakademie (NUA) in Recklinghausen statt. Das Programm bietet wieder jede Menge Abwechslung: Es wird um die angestoßenen und noch anstehenden Reformen unseres Vereins gehen, die AviKom kann in ihrer jetzigen Form bereits auf 10 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Die Berichte aus der Vogelschutzwarte werden sich schwerpunktmäßig mit dem Haselhuhn beschäftigen und natürlich darf das Vogelquiz nicht fehlen, bei dem jede(r) sein bzw. ihr Können unter Beweis stellen kann. Monitoring und Vogelbestände kommen natürlich nicht zu kurz. Die neuen Roten Listen werden vorgestellt, es gibt einen Vortrag über Bestandserfassungen bei der Waldschnepfe. Ein Plenarvortrag zu einem der faszinierendsten Themen der Vogelökologie, dem Kuckuck und seinen Wirten, sowie eine Bilderreise aif die Isles of Scilly, das Helgoland Großbritanniens runden das abwechslungsreiche Programm ab. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, für das leibliche Wohl (gegen Spende) wird gesorgt sein.

17.01.2017

Feldvögel brauchen Brachen und Stoppelfelder

Vogelweltartikel Feldvögel
Rebhühner profitieren von Brachen (© Jo Weiss)

In der aktuellen Ausgabe der Vogelwelt erschien eine Publikation um den Leiter unserer AG Feldvögel Dr. Ralf Joest. Zusammen mit zwei Kolleginnen untersuchte er das Vorkommen von Feldvögeln auf unterschiedlich genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Transektzählungen zeigten, dass Brachen und Stoppeläcker eine enorm hohe Bedeutung für Feldvögel, insbesondere Körnerfresser haben. Die Ackersenf-dominierten Zwischenfrüchte werden zwar von vielen Arten genutzt, aber nur Wiesenpieper erreichen hier vergleichsweise hohe Aktivitätssummen. Auch für Greifvögel und Rabenvögel sind ungemähte Brachen und Stoppeläcker essentiell, während in der normalen Feldflur mit Wintergetreide, Raps und Ackersenf diese Arten kaum Lebensraum finden. Im Untersuchungsgebiet in der Hellwegbörde, immerhin Vogelschutzgebiet, hat der Vertragsnaturschutz in mehr als einem Jahrzehnt nicht zu einer Erhöhung des Anteils wertvoller Flächen geführt. Er liegt gerade mal bei etwas über 4 %. Damit die Bestände der Feldvögel stabilisiert werden können, fordert das Autorenteam ernste zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen, in der Information und Beratung von Landwirten und Verwaltung und eine Ausweitung des biologischen Anbaus.

17.01.2017

NWO-Spende für Hurrikan-Opfer

Spende
Spendenübergabe an die Partnerschule in Costa Rica

Während am 27. November 2016 zahlreiche OrnithologInnen den spannenden Vorträgen des Adventskolloquiums in Dortmund lauschten, traf ein Hurrikan auf Panama, Costa Rica und Nicaragua. Weite Landstriche Costa Ricas wurden überflutet und viele Häuser und Straßen zerstört. Aus diesem Grund bat unser Mitveranstalter vom NABU Dortmund, NWO-Mitglied Dr. Erich Kretschmar, spontan um eine Spende für seine Partnerschule Liceo Santa Cruz im Westen Costa Ricas. Die Schule hatte eine Hilfsaktion gestartet und Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel für Flutopfer gespendet. Die von Dr. Kretzschmar initiierte Sammelaktion beim Adventskolloquium, in Kirchengemeinden und Schulen in Dortmund ergab insgesamt 500 Euro. Die Spende konnte nun von einer ehemaligen Dortmunder Schülerin direkt an das Liceo Santa Cruz übergeben werden.

03.01.2017

Die Amurdrossel vom Broichbachtal - Vogel des Monats Januar

amurdrossel
Die Amurdrossel vom Broichbachtal (© Karl Gluth)

Es war am 10. Oktober 1996, als Karl Gluth im Naturschutzgebiet Broichbachtal am südöstlichen Rand von Herzogenrath (Kreis Aachen) eine merkwürdige Drossel entdeckte. Am Abend rief Karl Gluth bei Michael Kuhn an und beschrieb den seltsamen Vogel sehr detailliert. Am folgenden Tag fuhren beide ins Broichbachtal, um ihn vielleicht wiederzufinden und zu beobachten. Das gelang auch gut...

Die gesamte Geschichte der Amurdrossel aus dem Erlenbruchwald im Broichbachtal wird jetzt von Michael Kuhn erzählt als "Vogel des Monats Januar 2017" auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission - mit Fotos von Karl Gluth.

20.12.2016

Avikom und Team Sammelbericht in den Ahsewiesen

Die Exkursionsteilnehmer blicken vom Beobachtungsturm über die Ahsewiesen (© Darius Stiels)

Das alljährliche Weihnachtstreffen der AviKom, des Teams Sammelbericht und des Vorstandes der NWO fand dieses Jahr im Kreis Soest statt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, dem eine Sitzung der AviKom vorausgegangen war, führte die Exkursion in diesem Jahr in das Vogelschutzgebiet Ahsewiesen. Vom Beobachtungsturm aus konnte sich die Exkursionsgruppe einen guten Überblick über das Gebiet verschaffen, bevor es durch die zu dieser Jahreszeit ausgetrockneten Wiesen ging, die im Frühjahr Lebensraum für Große Brachvögel, Rohrweihen und Teichrohrsänger bieten. Unter Leitung von Birgit Beckers und Margret Bunzel-Drüke von der ABU konnten die Exkursionsteilnehmer sich ein Bild von den erfolgreichen Management-Maßnahmen im Gebiet machen. Von der Vielfalt des Gebietes zeugten auch Funde der Gemeinen Kahnschnecke und einer Schabrackenspitzmaus. Bilder der Exkursion finden sich auch auf unserer Facebook-Seite.

09.12.2016

Neue weltweite Rote Liste erschienen

Rotmilane werden weltweit als "near threatened" eingestuft - NRW beherbergt einen nicht unerheblichen Anteil an der Weltpopulation (© Darius Stiels)

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat die globale Rote Liste veröffentlicht. Für die Vogelwelt hat sich insbesondere der Status von Arten verschärft, die als beliebte Haustiere gehalten werden – darunter fallen afrikanische Graupapeigen ebenso wie zahlreiche Singvogelarten in Südostasien. Gute Nachrichten gibt es von einigen Inselendemiten, deren Situation sich dank aufwändiger Schutzbemühungen verbessert hat. Zahlreiche Änderungen in der weltweiten Liste beruhen aber auch auf einer neuen, teils umstrittenen, taxonomischen Einordnung. Viele weit verbreitete Arten wurden demnach in mehrere Arten unterteilt, die oft stark bedroht oder im Extremfall sogar schon ausgestorben sind. Birdlife International und der NABU geben jeweils Überblicke über die weltweite Situation.

Auch einige Vogelarten in Deutschland sind weltweit bedroht und hier lohnt durchaus auch der Blick auf NRW. Zu den als gefährdet („endangered“) eingestuften Arten in unserem Bundesland gehören Tafelente und Turteltaube, aber auch einige seltene Wintergäste wie Ohrentaucher, Eisente und Samtente, wobei für letztere die Gefährdungsstufe glücklicherweise herabgesetzt werden konnte. Auf der internationalen Vorwarnliste („near threatened“) finden sich Arten wie Sichelstrandläufer und Rotdrossel, vor allem aber viele Arten, die auch im Fokus des Artenschutzes bei uns vor Ort stehen. Hier sind es vor allem Arten der offenen Kulturlandschaft, also Vögel wie Rotmilan, Austernfischer, Kiebitz, Großer Brachvogel, Uferschnepfe und Wiesenpieper. Bemühungen zum Schutz der Wiesenvögel und der Feldvögel in NRW sind demnach auch unter globalen Artenschutzgesichtspunkten von Bedeutung.

08.12.2016

Erfolgreiche Nature-Alert-Kampage: EU-Naturschutzgesetze gerettet

Auch Sperbereulen stehen unter dem Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie (© Kathrin Schidelko)

Die Europäische Kommission hat am 7. Dezember beschlossen, dass die europäischen Naturschutzgesetze in Form der Vogelschutzrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie erhalten bleiben und nicht umgeschrieben oder aufgeweicht werden sollen. Stattdessen sollen die Richtlinien in den EU-Ländern besser umgesetzt und Finanzierungsprobleme beseitigt werden. Umweltkommissar Karmenu Vella kündigte dazu einen Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen an. Dies ist ein Sieg für die Natur und die mehr als 500.000 Menschen aus ganz Europa, die sich an der europaweiten Nature-Alert-Kampagne beteiligt hatten. In den letzten zwei Jahren hatten sie immer wieder an Aktionen teilgenommen, um bei der EU-Kommission und den nationalen Umweltministern auf die Bedeutung der Naturschutzgesetze hinzuweisen.

Die Richtlinien sind enorm wichtig für den Schutz der Natur in Europa. Sie stellen sicher, dass mehr als 1.400 bedrohte Arten unter Schutz stehen und 1 Million Quadratkilometer natürlicher Lebensräume im Natura2000-Schutzgebietsnetzwerk geschützt werden.

04.12.2016

Das Graukopf-Purpurhuhn von der Broicher Mühle - Vogel des Monats Dezember

adventskolloquium
Das Graukopf-Purpurhuhn von der Broicher Mühle (© Karl Gluth, Scan vom Papierbild)

Es war am 17. August 1983, als der Angler K. Martin auf dem Broicher Weiher bei Würselen-Euchen nördlich von Aachen einen ungewöhnlichen Vogel entdeckte. Der Weiher ist ein rund 250m langes und 50m breites Angelgewässer mit damals einigen größeren Schilfinseln. Martin konnte den Vogel richtig als Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) bestimmen. Die große Ralle wurde fotografiert und sogar gefilmt. Sie war grauköpfig, trug keinen Ring, war voll flugfähig, scheu und kam nur am frühen Morgen und in der Abenddämmerung aus dem Schilf...

Die gesamte Geschichte des Graukopf-Purpurhuhns von der Broicher Mühle wird jetzt von Eckhard Mökker erzählt als "Vogel des Monats Dezember 2016" auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission - mit Fotos von Karl Gluth.